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#1 2005-05-02 15:30:15

gabrysia76
Neues Forenmitglied
Registriert: 2005-05-02
Beiträge: 1

honorar der fotografen

hallo,

bin eigentlich nicht aus der branche... ein bekannter von mir ist ein hobbyfotograf.
ich bin gerade dran ihn zu vermitteln an eine agentur, bei der er eventuell als fotograf tätig sein könnte.

so, nun meine frage... wieviel kann er verlangen???

wäre super wenn ihr mir weiter helfen könnt!!!!!



grüße,
gaby

Offline

#2 2005-05-05 00:33:53

franky
Forenmitglied
Ort: 67251 Freinsheim
Registriert: 2004-05-11
Beiträge: 66
Website

Re: honorar der fotografen

Hallo
Das Thema Honorar für Fotografen ist so alt, wie die Knipserei selbst. Leider sitze ich momentan nicht an meinem großen Rechner, (dort habe ich die wichtigsten Links gesammelt) da ich mitten im Umzug stehe. Versuche aber dennoch Dir deine Frage zu beantworten:
Es gibt da einen Verband (ich komme da verflixt nochmal nicht mehr auf den Namen) für Fotografen und Fotojournalisten sowie Bildagenturen. Die geben jedes Jahr Honorarempfehlungen heraus. Ich werde mal googlen - vielleicht finde ich ihn wieder, dann werde ich den Link nachreichen. Ich habe aber die Preise im Kopf. Diese Preise sind aber durchweg Empfehlungen. Grundsätzlich richten sich die Honorare nach individuellen Absprachen. Es sind jedoch Richtlinien und Empfehlungen, die durchweg gültig sind und an die sich auch die meisten Kollegen im kommerziellen Bereich halten. Hier nun die Liste:
Grundhonorare:
Bei Buchungen pro Stunde zwischen 140 - 200 Euro pro Stunde bei Newcomern
Bei Buchungen pro Stunde zwischen 200 - 450 Euro pro Stunde bei Profis
Bei Buchungen pro Tag werden 8 Stunden zu Grunde gelegt
Hinzu kommen die Fahrtkosten (0,30 Euro) pro km einfache Tour
Hinzu kommen dann die Reisekosten (Flug, Hotel) zuzüglich Spesen
Spesensätze:
1 Tag ( 12 Stunden vom Wohnort) = 12 Euro
1 Tag (24 Stunden vom Wohnort) = 24 Euro
1/2 Tag (6 Stunden vom Wohnort) = 6 Euro
Darunter besteht kein Spesenanspruch
Equipment:
Blitzanlage: 150 Euro pro Tag - entsprechend 8 Stunden. Stundenweise sind es 25 Euro.
Assistenten: 25 bis 50 Euro pro Stunde
Visagisten: 40 bis 65 Euro pro Stunde

Die Klassifizierung ob Newcomer oder Profi ist eine rein abstrakte Einstufung. Das richtet sich in der Regel nach Bekanntheitsgrad, Kunden- und Referenzliste sowie Buchungsnachfrage.

Um bei einer Agentur unter zu kommen sollten einige Voraussetzungen erfüllt sein:
1. Der Fotograf sollte einen eigenen, klaren Stil in seinen Arbeiten haben
Grund: Ein Fotograf wird zumeist wegen der Eigenständigkeit seiners Stils gebucht. In diesem Stil der Fotografie sollte er "sicher" sein, denn das ist die Basis des Auftrages
2. Der Fotograf sollte ein ausgewogenes Portfolio haben
Das Portfolio sollte seine Vielseitigkeit in der Umsetzung seines Stils widerspiegeln. Es sollte dabei eine ganz klare Linie und ein ganz klarer Schwerpunkt erkennbar sein, damit die Agentur die Möglichkeit hat, ihn gezielt bei Kunden an zu bieten oder ein zu setzen.
3. Der Fotograf sollte bereits einige Referenzen haben
Referenzen sind nicht zwingend notwendig. Es gibt auch Fotografen, die aus dem "Stand" gebucht werden. Das ist aber die Ausnahme. Im Regelfall verlangen die Agenturen bereits einige Referenzen, damit die Zuverlässigkeit des Fotografen und seine Erfahrungen eingeschätzt werden können.

Auch sollte er eine gut sortierte Fotomappe haben. Eine Auswahl von 20 bis 25 gut sortierten Fotos in A4 oder A3 sollte da genügen. Und dann ist sehr, sehr viel Geduld und klinkenputzen gefragt.

Meine Erfahrungen:
Zunächst gemäß seines Fotoschwerpunktes eigene Kunden suchen und bei Kunden, die zu dem Fotostil des Fotografen passen einfach per Mail bewerben. Man lebt dann zunächst von Absagen. Die eigenen Kunden sind aber die Basis. Dann geht es in der Regel ganz von selbst. Entweder kommt man dann weiter, oder nicht. Aber es ist sehr, sehr mühsam. Ich mache es immer so, daß ich mich einfach bewerbe und vorstelle. Dann erhält man in den wenigsten Fällen gleich einen Auftrag. Meistens Absagen. Dann muß man dran bleiben und immer wieder vorstellen. Wichtig dabe ist, daß man einen klaren Schwerpunkt hat. Irgendwann kommt man dann einmal an einen Kunden, der einen dann weiter empfiehlt. So kommt man dann da rein - oder halt nicht. Fotografierei ist reine Geschmackssache. Da gibt es keinen Leitfaden. Ein bischen Können und ein bischen Kennen und eine ganze Portion Glück. Es ist ein hartes, mühsames Geschäft. Erst mit den Jahren baut man sich einen eigenen Kundenstamm auf.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen, so daß Du einen Anfang hast.

Viele Grüße, Erfolg und gut Licht.
Franky


Es ist nicht gesagt daß es besser wird, wenn es anders wird.
Wenn es aber besser werden soll, dann muß es anders werden. (Curt Goetz)

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