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#21 2009-11-26 06:16:16

meierhelmbrecht
Gast

Re: Amateure oder Profis

Sabine, die Freude ist ganz meinerseits. Was die Geschichte angeht, ist Kanada meiner romantischen Seele gar nicht so fremd. Wildtöter und Friedrich Gerstäcker streiften teils durch kanadische Wälder(und Prärien, sollte Kanada auch über Prärien verfügen). Ausserdem steht in meinem Bücherregal die "Kanadische Novelle" von Hans Rabl. Die offizielle moderne Entwicklung ist im Fernsehen zu verfolgen, es gibt hier ganze Szenen, die von Nova Scotia träumen und ausserdem gibt es eine lebende Tante in Kanada, die habe ich noch nie gesehen, aber meine grosse Schwester war mal da.

Eine Frau, die keine Angst kennt, Sir Walter Scott träumte von solchen Ladys und ich darf einer begegnen ;-)
Ja, es ist wahrscheinlich die Sicherheit, die dem Laien fehlt. Allerdings kenne ich Leute, die sind sich sehr sicher, aber trotzdem produzieren sie haarscharf daneben, was bei Dir selbstverständlich nicht der Fall ist, das weiss ich aus der Galerie.
Ich hingegen muss leider immer noch viel zu oft feststellen, dass ich nicht erreicht habe, was ich wollte. Allerdings habe ich soviel Übung keine, meine ersten Versuche liegen über 30 Jahre zurück und erst vor 4, 5 Jahren habe ich mich, dank ausreichender Freizeit, der Sache wieder zugewandt.

Allerdings gab es in all den Jahren immer mal wieder einen Abend, eine Nacht, da musste ich tun, wie Du es schreibst, ich musste meine Gedanken aufmalen und tatsächlich sind mir diese Bilder bis heute die liebsten geblieben.

Welche Technik wendest Du beim Ausmalen der Kirchen an, falls ich fragen darf? In Baden-Württemberg gibt es zahlreiche, für kanadische Verhältnisse sicher uralte, Kirchen und Kapellen, in denen sich Reste zauberhafter Fresken erhalten haben. Die sind oft von einer umwerfenden Naivität, darin kann ich mich verlieben, wie in eine Frau ;-)

#22 2009-11-26 08:04:17

Sabine J.
Gast

Re: Amateure oder Profis

Kanada ist gewalitig und die Natur ist weniger sanft und freundlich - das ist in Europa anders. Die ungeheuren Weiten hier ermoeglichen es, dass man sich in Gegenden findet,, die nie zuvor von einem Menschen sahen. Ich habe gelerny, die Natur hier weniger zu lieben als zu respektieren - sie mag uns eben nicht - die Disney/Karl May- Vorstellungen von der wohlmeinenden Mutter Natur verliert sich schnell, wenn sie ( sprichwoertlich) ihre Zaehne zeigt, es kann schrecklich heiss und auch kalt sein hier, es gibt Feuerstuerme, die einem alles nehmen koennen, ( wir haben 2003 viel Glueck gehabt und auch in diesem Sommer) Baeren im Garten und die Freundin eines Freundes ist gerade beim wandern von Kojoten getoetet worden) Trotzdem bin ich immer wieder fasziniert. Ich habe Schwierigkeiten, mit der Oberflaechlichkeit der Menschen hier zu leben - obwohl auch die zu weniger Reibungen und Stress fuehrt. Man wird in Ruhe geklassen - allerdings interessiert sich auch kaum jemand fuer den anderen, wenn nicht ein handfestes materielles Interesse vorliegt.
Ich wuerde nicht behaupten, dass ich ohne Angst bin - aber es gibt tatsaechlich nicht viel, was mich schreckt. Die Malerei ist wie eine Ruestung - ich denke, jeder fuehlt sich stark, wenn er sich sicher ist, einen Teil seines Lebens zu beherrschen. Offene Fragen verunsichern nicht mehr, sie sind gewuenscht und machen die Sache lebendig.
Handwerkliches Koennen stellt sich mit viel Uebung ein - einfach nicht aufhoeren! - und neugierig bleiben. Fuer mich ist der technische Vorgang beim Malen oft genauso spannend wie das Inhaltliche oder Gehalt des Bildes. Max Doerner schrieb vor vielen Jahrzehnten"Malmaterial und seine Verwendung im Bilde" - es liest sich fuer mich wie ein spannender Krimi.Kurt Wehlte ist auch hervorrahgend und sogar Bruno Jaxtheimer("Sonntagsmaler - sehr gutes Buch) Vielleicht schaust Du sie Dir ja mal an.
Meine Kirchenleute bauen mir gewaltig grosse Leinwande - die untermalung werde ich mit Tempera farben anlegen und die Feinarbeit in Oel machen. Ich habe im Album ein grosses 3 teiliges Bild und das wird meine Grundlage sein ( der Herbstwald)es lasst sich darin so viel finden und verstecken - aussedem kann ich streckenweise leicht abstrakt sein und mit diesem Thema laufe ich auch nicht Gefahr, kitschige und alberne religioese Darstellungen zu bringen.
Geganken aufmalen ist Poesie. Ich habe eine Sektion auf meiner Website zum Thema "Painted Thoughts"

ANMERKUNG VOM ADMIN: Bild auf Wunsch von Sabine J. entfernt.

Beitrag geändert von Sabine Jaspert (2009-11-26 08:05:04)

#23 2009-11-26 08:06:34

Sabine J.
Gast

Re: Amateure oder Profis

Habe ein Bild vom Baeren in meinem Garten" angehaengt" Er hatte mich im Juni besucht

#24 2009-11-27 07:35:36

meierhelmbrecht
Gast

Re: Amateure oder Profis

Sabine
Ja, der ist nicht schlecht, mir fallen Schneeweisschen und Rosenrot ein, die hatten ja auch einen Bären zum Freund. Im Tierpark sah ich vor Jahren Grislybären und war erstaunt, wie gross die Biester sind, beinahe wie eine Kuh!
Respekt vor der Natur ist der richtige Ausdruck, Du hast es getroffen und ich habe ein ganz natürliches Verhältnis dazu, denn ich bin im Wald aufgewachsen. Nicht mit Bären oder Wölfen, aber mit Rehen, Eichhörnchen und Wildscheinen. Ein ausgewachsener Keiler kann es, glaube ich, mit jedem Kojoten aufnehmen, mit einem ganzen Rudel ist der Ausgang ungewiss. Wie sieht es mit Jack London aus? Beschreibt der die Wildnis halbwegs real?
Ob Du es glaubst oder nicht, mein allererstes Buch, das ich im zarten Alter von 6 Jahren las, war "Blauvogel - Wahlsohn der Irokesen" und danach brauchte mir keiner mehr mit Karl May kommen, hab ich als Trivialliteratur abgelehnt.

Also vor Wald hab ich keine Angst, weil ich ihn respektiere, aus dem gleichen Grund halte ich mir keine Haustiere, weil ich die Tiere respektiere. Und von den Menschen darf man nicht zuviel verlangen. Ich denke, was Du meinst, heisst souverän sein. Das ist ein gutes Gefühl, kenne ich auch, mindestens da, wo es um meine Arbeit geht. Aber in meine Bilder dürfte auch keiner reinmalen, diesen Grad habe ich bereits erreicht.

Dank der Galerie konnte ich Deine Webseite finden. Zuerst die schlechte Nachricht, mit Deiner Frauendarstellung bin ich nicht einverstanden! Ich sehe Frauen ganz anders. Leider wird der Abendkurs Aktzeichnen in Heilbronn mangels Teilnehmer immer wieder abgesagt, sonst könnte ich Dir technisch gereift gebührend antworten ;-)

Die Landschaften sind natürlich schön bis sehr schön, Du bist also eine Art Pantheistin? Ich bin mehr Romantiker, das heisst, ich würde die Szenen wohl auschmücken, dem jeweiligen Inhalt folgend.

Ich bin vor einiger Zeit zufällig auf einer Aquarellseite gelandet und war überwältigt, wie da ohne Rücksicht von "Vorlagen" abgemalt bzw. voneinander kopiert wird. Darum veröffentliche ich die Werke, die ich selbst für gelungen halte erst gar nicht. Soweit souverän bin ich auch in der Malerei schon;-) Demnächst will ich, einer Brieffreundin aus Stralsund zum Gefallen, eine Erzählung mit Bildern und Fortsetzungen im Internet veröffentlichen. Und auf meiner Homepage www.clausrohde.de stelle ich hin und wieder ein paar mässig gelungene Skizzen aus.

Übrigens stellt die Navigation in Deiner Website sogar für einen EDV-Profi eine echte Herausforderung dar, das zwitschert ordentlich. Schliesslich habe ich "The Fool" zu meinem Liebing erkoren, den mit den Federn oder Zweigen im Haar. Vielleicht sollte ich, vorausgesetzt ich erreiche die Rente, doch ein paar Fresken malen? Mutig bin ich, Angst ist kein Hindernis, ich könnte mich ja noch entwickeln - gaaanz langsam;-)

Das beste Buch ist  das Leben, darüber hinaus besitze ich sogar "Albrecht Dürer, Schriften und Briefe". Dürer ist mir lieber als zb. Raffael, bei Dürer sieht man in jedem Werk, wie er mit dem Stoff gerungen hat. Malte Hans Grundig gleich Dir, in der Technik der alten Meister, mit der Temperauntermalung?


Sonntagsmaler - Sonntags male ich meist nicht, da faulenze ich, meistens male ich in den frühen Morgenstunden, bevor ich zur Arbeit gehe.

Grüsse an den Bärenfreund oder schläft er schon?

#25 2009-11-27 16:54:47

Sabine J.
Gast

Re: Amateure oder Profis

Ein Freud ist der Baer mir sicher nicht. Sobald einer sich haeufiger in unserer Naehe aufhaelt, bedeutet das nur, dass er hungrig ist - Schneeweischen und Rosenrot waeren hier laengst gefressen worden.
Winterschlafzeit beginnt bald, aber ein Baer schlaeft nicht pausenlos - ich habe auch im tiefsten Schnee Schwarzbaeren gesehen( es gibt sie auch mit braunen und zimtfarbenem Fell) Grizzlies gibt es hier viele - Der Name Kelowna, die Stadt in der ich lebe, bedeutet ( Sprache der Indianer) Grizzly.
Wir leben in British Columbia - das Klima is milder als in anderen Teilen Kanadas - Aber Freunde von uns leben weiter im Norden und Jack Londons Erzaehlungen treffen dort sicherlich noch zu.

Das schamlose Kopieren von Bildern ist meist eine der Unarten, die man von Hobbyisten erwarten kann - Hier, wo ich lebe, und die Ausbildung zum Kuenstler ziemlich locker gehandhabt wird, die generelle Bildung schwach ist, ist es ein richtiges Problem. Es gibt kaum ein Erkennen von Qualitaet, weder vom Publikum noch vom Kuenstler - alles zielt auf einen Kurzzeiteffekt - a one- time - business Philosophie. Da ist das kopieren, mit all den heute zur Verfuegung stehenden Mitteln und ein wenig handwerklichem Koennen, kein Problem mehr. Es geht soweit, dass ein bekannter Kuenstler hier, Danny McBride( vormals ein sehr bekannter Musiker)Modiglianidamen einfach Huete aufsetzt und sie sich damit zu eigen machen kann. Er ist hier einer der fuehrenden Kuenstler mit sehr hohen Preisen - ueberings auch ein Autodidakt. Er kann davon ausgehen, dass hier niemand Modigliani kennt.
Ich mag Deine Auarelle sehr und bin beeindruckt vom Strich und ihrer Frische.
"Meine Maechen "haben eben ihre Probleme mit sich selbst und den Vorstellungen, denen sie entsprechen wollen/sollen. Sie sind eben nicht in Waeldern gross geworden...

Beitrag geändert von Sabine Jaspert (2009-11-27 16:56:42)

#26 2009-11-27 20:15:14

meierhelmbrecht
Gast

Re: Amateure oder Profis

Sabine,
zum Glück wird Dich so schnell keiner kopieren und Hobbyisten schon gar nicht, es wäre viel zu schwer. In groben Zügen weiss ich, wovon ich rede, denn in der unbschränkten Naivität, die mir teils bis heute treu erhalten blieb, habe ich vor 30 Jahren versucht, meine allerersten Bilder in der Technik der alten Meister zu malen - Also Holz gefirnisst, Gips und Kreide drauf, mehrere Tage geschliffen, grundiert und Vorzeichnung übertragen. Die Vorzeichnung hatte ich stilecht mit einer Stopfnadel perforiert und mit Zeichkohle durchgestäubt. Anschliessend neuer Firniss, Monochrome Untermalung mit Wasserfaben statt Tempera(Fehler Nummer 1). Dann nochmal Firniss drüber und schliesslich Ölfarben usw. Nach neusesten Nachrichten existieren 2 Bilder noch, es sind ja dauerhafte "Ölschinken" und ich hoffe demnächst brauchbare Fotos davon zu erhalten.

Ausserdem ärgere ich mich über mich selbst, von Souverinität reden aber Angst um das eigene Werk haben, als ob es um meine Existenz ginge. Du bist eine echte Herausforderung für mich, Sabine und ich werde zum Schluss versuchen, 4 von meinen Lieblingsbildern, exclusiv für Dich anzuhängen.

Das Bild in der Kirche soll nach "What is the Left" enstehen, richtig? Oh, wandhoch wird es ein schönes Feuerwerk geben! Wie ungefähr kann ich den Titel verstehen, vielleicht, "Was ist Nebensache in dieser Welt" oder "Was übrigbleibt"? Meine poetischen Englischkenntnisse sind gleich Null, ich kann fast nur Programmiererenglisch einschliesslich der "umgekehrten ungarischen Notation" ;-)

Da ich kein Kunstwissenschaftler bin und ohnehin mehr intuitiv denn systematisch veranlagt, höre ich durch Dich von Modigliani gleich einem Kanadischen Holzfäller zum ersten Mal. Na gut, er reisst mich nicht vom Hocker, unsympathisch ist er mir aber auch nicht.

Ich hab ja aktuell einen anderen Stern ;-) Ich gedenke noch öfter in Deiner Galerie spazierenzugehen, ich lese ja so gern Gedanken...
und die "Maechen" will ich mir unter genannten Aspekten noch einmal genauer ansehen, ich kann mich korrigieren, doch nicht zu früh freuen
;-)

ANMERKUNG VOM ADMIN: Bilder auf Wunsch von meierhelmbrecht entfernt.

Beitrag geändert von meierhelmbrecht (2009-11-27 20:17:23)

#27 2009-11-27 20:20:13

meierhelmbrecht
Gast

Re: Amateure oder Profis

Wie ich eben sehe, fehlen die Dateinamen der Bilder:
1. Am alten Gartentor
2. Herbst am Wartberg
3. Ingrid
4. Nebel im Schwarzwald

#28 2009-11-27 20:50:34

Sabine J.
Gast

Re: Amateure oder Profis

Das ein Bild dauerhaft gemalt sein muss, ist ebenfalls eine Regel der traditionellen Lehre und hat manchem Kunststudenten viel Schweiss gekostet - es hat daneben den Vorteil, dass der junge Student sich daran oft die Zaehne ausbeisst oder nur dann durchhaelt, wenn die Leidenschaft und der Respekt vor der Kunst gross genug ist und "Fun-Seekers" -Menschen, die hier nur an ihr Vergnuegen denken,Sicherheit gewinnen koennen, dass sie eben" nur" Hobbykuenstler sein koennen. Es ist schon etwas anderes, das einmal Gelernte vergessen zu duerfen und sich dann mit neuen Methoden zu befreien - vielleicht ist auch dieser Prozess wichtig, um daran einen Kuenstler vom Hobbyisten zu unterscheiden. Es ist wie ein Kind die Hand der Mutter loslaesst, um dann selbst zu laufen. Die Richtung und das wie kann es dann selbst entscheiden, ohne aber die Grundprinzipien zu vergessen.
Picasso ist ein gutes Beispiel dafuer - aber auch eines fuer die korrumpierbarkeit des Kuenstlers - schliesslich nat er sich 1965 bei Sammlern und Bewunderern, in einem Anflug von Gewissen, entschuldigt. Er hat ueberings auch geklaut - Matisse sagte einmal: " Wie fuerchten uns immer, wenn Picasso zu Besuch kommt - Er klaut alle unsere Ideen und macht sie besser."
Heute haben grosse Museen Probleme damit, zeitgenoessische Malerei zu erhalten - der Restaurierungsaufwand fuer einen Gruenewald ist lang nicht so schwierig und notwendig, wie fuer einen Pollock - fuer mich ist es Betrug am Kunden, wenn die Farbe nach wenigen Jahren von der Leinwand broeselt.Ich weiss nicht, welche Garantien grosse Galerien ihren Kunden heute geben, zu meiner Zeit war der Kuenstler und die Galerie auf ewig verantwortlich.
Ich habe gelegentlich auch meine Schwaechen und" haue" Farbe auf schwach grundierte Leinwaende - aber das sind oftmals Bilder, die ich nicht austelle - nur fuer mich male. Wenn sie dann doch gesehen werden und Gefallen finden, muss ich sie noch einmal malen.
Sobald Bilder"raus" sind, laeuft man Gefahr kopiert zu werden - das Internet macht es noch einfacher - es ist mir passiert, aber da meine Bilder sehr aufwendig gemalt sind und viel zuviel Zeitverlangen, fallen ihre "Stiefgeschwister" oft etwas blutleer aus und es faellt auf. Ich freue mich, ueber jeden Versuch und gelegentlich lerne sogar daraus. Die Fehler, die ich mache, sind dann ueberdeutlich und ich kann korrigieren.
"What is left " wird zu einem Teil der Wandgemaeldes, aber eingebunden in einem lichtdurchfluteten Wald
Meine Familie stammt aus Brandenburg - wo bist Du denn aufgewachsen?

#29 2009-11-27 20:55:50

Sabine J.
Gast

Re: Amateure oder Profis

Ich mag die Vitalitaet Deiner Ingrid, und auch die Transparenz  und Spontanitaet in Deinen Arbeiten

#30 2009-11-28 08:55:01

meierhelmbrecht
Gast

Re: Amateure oder Profis

"Hie ist gut Brandenburg allewege", da haben wir´s, ich bin in Roskow bei Brandenburg geboren. Zur Schule ging ich allerdings in der Lausitz, bei den Sorben. Spätere Stationen führten mich ua. über Leipzig(Leipziger Schule, hab nicht versucht da aufgenommen zu werden) und das Oderbruch. Meine Geschister leben heute alle an Ostsee, bei und in Rostock-Warnemünde.

Den Rest der Biografie hat eben Artnet verschluckt, aber man muss ja nicht alles auf einmal erzählen. Aber hier mal ein Zitat von Albrecht Dürrer:
"Ich wöll hie ein klein Feuerle anzünden. So ihr all Mehrung mit künstlicher Besserung darzu tüt, so mag mit der Zeit ein Feuer daraus geschüret werden, das durch die ganze Welt leuchtet".

Zu meinem grossen Trost, malte Albrecht auch Aquarelle, die uns sogar erhalten blieben. Ich kann gegenwärtig keinen grösseren Aufwand in meine Bilder legen, andererseits sollen mir die Ideen aufheben. Für die Spitzenleistungen haben wir ja zum Glück, Leute wie Dich.

Und jetzt muss ich erstmal zum Friseur ;-)

#31 2009-12-01 16:20:48

Sabine J.
Gast

Re: Amateure oder Profis

Albrecht hatte den Vorteil, nicht in einer Welt zu leben, die in ihrer Bilderflut erstickt - jede seiner Arbeiten war nicht nur fuer ihn ein Wunder.
Wir leben in einer Zeit ohne Geduld - Bilder werden zu Signalen - so vereinfacht, das sie den allgemeinen Schwachsinn noch durchdringen koennen. Wenn ich mir die Bilder von Amateueren ansehe, so ist darin oft Achtung und Liebe zu erkennen. Es sind wenn auch oft etwas hilflose Versuche, dass was die Seele beruehrt,festhalten zu wollen und mit der Welt zu teilen.
In vielen Arbeiten anerkannter Kuenstler sehe ich dagegen einen scharfen Zynismus,ungezuegelten Egoismus und Narzissmus. Offene und versteckte Botschaften, die ohne Gehalt sind - im Grunde bedeutungslos - dass auch dieser Kaiser keine Kleidung traegt, wagt kaum einer zu sagen.
Wenn Du in der ehemaligen DDR grossgeworden bist, muss fuer Dich doch dieser ganze Zirkus unheimlich sein. Ich denke, sekbstverstaendlich ist es falsch Kunst staatlich zu lenken und unsere Geschichte hat gezeigt, wie schwer es ist, nach drastischer Beschneidung und Verboten, die Folge dieses Aderlasses zu ueberwinden - gluecklicherweise werden doch noch wieder "Gedichte nach Auschwitz" geschrieben
Ich bin gespannt, wohin uns die staatlichen Kuerzungen ( bei uns hier drastisch) in der Kunsttfoerderung fuehren werden - ich sehe darin auch eine Chance.

#32 2009-12-02 20:31:46

Jakub
Forenmitglied
Registriert: 2009-10-20
Beiträge: 40

Re: Amateure oder Profis

Danke Euch, das war sehr interessante austausch. Ich hoffe das ist ok das ich dass gelesen habe?
Liebe Grüße

Offline

#33 2009-12-03 05:54:09

meierhelmbrecht
Gast

Re: Amateure oder Profis

Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit, zum Auswandern hat es bisher nicht gereicht, sie müssten mich rauswerfen, denn ich liebe Deutschland ähnlich zärtlich wie Heinrich Heine. Ob mir der Zirkus unheimlich ist? Nein, theoretisch war ich durch Marx und Engels bestens vorbereitet und ich durchschaue, auch dank eines grossen Vorsprungs in der Allgemeinbildung(besonders Weltliteratur) die Verhältnisse eher, als der durchschnittliche Bürger. Der Zirkus Republik scheint mir durch und durch schizophren, die Menschen denken und handeln andauernd gegensätzlich und scheinen es nicht zu bemerken, das ist krank, oder?  Im Unterschied zur DDR sind die Leute sehr viel abergläublischer, schrecklich esoterisch orientiert, ängstlicher aber doch oft grundlos von sich überzeugt und selten mit komplexen Denkanlagen ausgerüstet, Minister und Banker eingeschlossen. Na, ich will mich hier nicht weiter auslassen, ich´will das Thema demnächst in meiner ersten WEB-Erzählung behandeln.

Die frühere Bedeutung wird Malerei und Grafik vielleicht nie wieder erlangen, als Ex-DDR Bürger sage ich aber lieber nicht NIE ;-)
Auf die Förderung der Kunst durch den Staat verzichten ist eigentlich undenkbar, denn die Kunst hat als Hauptinhalt das Gesellschaftliche Bewusstsein. Die katholische Kirche weiss das, Parteibonzen und Neureiche verstehen es nicht, aber sie versuchen nachzuahmen, frei nach dem Motto, es ist so einfach, das verstehe sogar ich. Wir haben hier in der Nähe den Schraubengiganten Würth, der sich als Kunst-Mangnat versteht, HuHUHu, da werden Riesenschrauben und Muttern und Akkuschrauber aus Bronze ausgestellt.

Es ist daher gut, wenn der Künstler gleichzeitig ein Handwerker ist, dann ist er einsichtiger,brauchbarer und notwendiger Teil der Gesellschaft. Ihre Berechtigung, unsere Berechtigung müssen wir nachweisen, in dem wir gute Kunst produzieren, allen anderweitig geförderten Idioten zum trotz, denn die Kunst kommt vom Himmel(H.F. Wackenroder).

PS. Herzlich willkommen Jakub, noch ist Schillerjahr - gewährt sei Dir die Bitte, mit Uns im Bunde als Driite

#34 2009-12-03 17:08:57

Sabine J.
Gast

Re: Amateure oder Profis

Heine verband nicht nur zaertliche Liebe mit Deutschland und seinen Menschen. Ein Umstand, der ihn bis heute so aktuell sein laesst.( Er gehoert zu meinen Favoriten) Er hat schn damals beklagt,an dem es heute ebenfalls fehlt.
Die Oekonomie hat schon immer den groessten Einfluss auf das Leben, die Kultur und Geschichte gehabt - hier in Nordamerika ist das noch offensichtlicher. In Europa habe ich das Gefuehl, dass unterschwellig doch noch ein Gewissen rumort. In einem entfesseltem Kapitalismus gibt es keine Ethik - sie dient allenfalls nur zum Vorwand. Das Denken und Fuehlen der Menschen passt sich Gegebenheiten an - die Kunst war schon immer ein starker Ausdruck der sie umgebenden Welt - Kritik und Bestaetigung der Verbundenheit, genauso wie Ausflucht in andere Welten.
Frueher war die Kirche ein starker Sponsor der Kunst - wir sind noch heute beeindruckt von den Werken der alten Meister, die aber genaugenommen,  fuer die Botschaft dieser Institution warben. Neue Sichtweisen Interpretationen und Techniken entstanden meist versteckt. So sehr eingeschraenkt damalige Kuenstler auch waren, so scheinen sie doch noch eine nicht kaeufliche Spiritualitaet gehabt zu habeb, etwas was heutige Kuenstler und ihre Auftraggeber im sogenannten Zeitgeist finden wollen. Es ist eine Korruption der des Denkens und Fuehlens entstanden. Ich fuehle mich oft steinalt, wenn ich mit Kuratoren und Kuenstlern spreche - sie scheinen mittlerweile schon nicht mehr zu verstehen was ich meine. Es ist als ob ein geistiges und emotionales Vokabular gaenzlich verschwunden ist.Das  Halt in der Esotherik gesucht wird, ist kein Wunder. Zusammen mit eine gnadenlosen Selbstliebe, den Verlust eines Zusammengehoerigkeitsgefuehls,schwindender Allgemeinbildung und permanenter Reizueberflutung, ist es vielen Kuenstlern und die sie beurteilen, kaum noch moeglich einen Kern zu finden.
Jakub, siehst Du das anders? Es muss nicht unbedingt so stimmen, wie ich es empfinde...

#35 2009-12-04 06:22:20

meierhelmbrecht
Gast

Re: Amateure oder Profis

Jakub hat, soweit mir bekannt ist, im Dezember eine Menge Termine.

Der allgemeinen Endzeitstimmung werd ich mich nicht anschliessen. Wir haben die Saurier, wir haben die alten Römer und Dschingis Khan überlebt. Warum dann nicht den steinalten Kapitalismus? Die Menschheit verfügt zum Glück über die Fähigkeit, sich regelmässig neu zu erfinden und die Kunstgeschichte ist dafür der beste Beweis. Nach dem Gesetz der grossen Zahlen müssen ziemlich viele leben, die ähnlch denken, wie wir.
Trivialkunst und Hohe Kunst existierten nebeneinander schon immer. Die Zeit("Zeit die eilt, teilt und heilt" - Spruch auf einer badischen Rathausuhr), die Zeit lässt verschwinden, was keinen Bestand hat. Das aktuell die Leute auf den Thron gehoben werden, die am Kern vorbeireden, dahinter steckt zum einen System,  zum anderen die Unfähigkeit bürgerlicher Ideologie zu dialektischem Denken.

Mit dem Ersten soll die Kunst davon abgehalten werden, auf den Grund der Misere zu schauen oder diese gar zu enthüllen. Das Zweite, die fehlende Dialektik, das Begreifen von der Einheit der Welt, vom Kampf und zugleich der Einheit von Gegensätzen führt dazu, dass die Kunst als Parallelwelt installiert wird, hie die hässliche Gegenwart, da die schönen Künste.

Ob und wie spiritual die Renaissancekünstler tatsächlich waren, drüber lässt sich streiten. Tasächlich gab es bis da keine andere Gesellschaftstheorie, als diejenige, die in der Bibel erählt wird. Ich sehe und habe es an anderer Stelle bereits bemerkt, in vielen Darstellungen der alten Meister keine Vorstellungen über das Jenseits, sondern eine mehr oder weniger versteckte bzw. offene Auseinandersetzung mit dem Diesseits ihrer Tage.

#36 2009-12-04 23:31:14

Sabine J.
Gast

Re: Amateure oder Profis

Natuerlich hast Du Recht. Das Nebeneinander sich widersprechender Ideale gab es schon laenger und man muss es nicht als Kampf betrachten, bei dem einer unterliegen muss.

#37 2009-12-05 08:56:09

meierhelmbrecht
Gast

Re: Amateure oder Profis

Sabine:
Die Psychologen haben auch nicht in allem Recht, ich verbinde den Begriff "Kampf" mit keinem negativen Inhalt. Kampf ist herrlich, erst Kampf macht es interessant, denn "Der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss", das sagte unser, wie ich glaube gemeinsames, Idol aus Weimar.

Darf ich Dich höflich und rücksichtsvoll fragen, bist Du aus Verbitterung über die Verhältnisse nach Kanada gezogen oder aus anderen Gründen?
Woran malst Du zur Zeit, ausser Kirchräumen? In Deiner, für mich leider schwer übersetzbaren Biogafie, lese ich von Mitarbeit an Filmen. Hattest Du in diesen Projekten mit Grafik zu tun? Übrigens ist einer meiner Lieblingsfilme "Das letzte Einhorn", der Film, den einige kitschig finden, aber die sehen nicht, das darin auf wunderbare Weise Stilelemente der Gotik und der Renaissance verwendet wurden und das Titellied ist auch schön! Wahrscheinlich komme ich eben daruf, weil zweiter Advent ist. Für meine Kinder hab ich es noch nicht geschafft, aber meine 3 Enkel bekommen im nächsten Jahr ein handgemachtes  Märchenbuch, ich bin mitten drin.

#38 2009-12-07 18:20:13

Sabine J.
Gast

Re: Amateure oder Profis

Es gibt so viele Formen des Kampfes, einige davon sind durchaus schmutzig und andere im Vorhinein aussichtslos - ich habe Letzteres leider noch heute nicht gelernt zu vermeiden.
Die Entscheidung auszuwandern hatte viele Gruende, Verbitterung und Zwang waren keine von ihnen. Mir gefiel mein Leben in Deutschland - ich hatte mich nicht nur als Mensch, auch als Kuenstler etabliert, viele Freunde und generell - ich mag Deutschland - seitdem die Distanz so gross geworden ist - liebe ich es sogar.
Auswandern hatte familiaere Gruende( Meine Schwiegereltern lebten schon einige Jahre hier) , die grenzenlose Weite und Freiheit war ein anderer Grund, wir dachten, unsrere Kinder haetten eine groessere Freiheit sich zu entwickeln, Kanada ist ein Traum von Vielen. Vieles an diesem Traum ist Realitaet, Dennoch hat er seine Tuecken. Wahrscheinlich haben wir gerade unseren Kindern keinen Gefallen damt getan.
Ich habe als cutter( Filmschnitt) fuer Werbefirmen und zuletzt fuer Spielfilme gearbeitet - Fuer die Emmerichproduction war ich Assistent, habe mich aber auch als Maskenbildner versucht( Arche Noah Prinzip) es war Roland Emmerichs Filmdebut und so war alles noch sehr flexibel und unkonventionel - ein grosser Spass. Spater habe ich einen eigenen Film gemacht - mit Tomi Wiegand, das Scribt teilweise geschrieben und die Hauptrolle gespielt. Dafuer musste ich einige Monate an einem Theater in Stuttgart lernen ( Forum Theater , habe dort dafuer and der Buehnen Gestaltung eines Stueckes mit Jean-Paul Prevost gearbeitet)- es war eine faszinierende Zeit.
Zur Zeit arbeite ich an Kommisionen - ich muss gelegentlich auch verdienen. Die gewuenschten Motive kosten manchmal Ueberwindung, aber man kann es ja auch als Fingeruebung begreifen( ich haenge die Bilder an)
Mein Lieblingsfilm ist immernoch Alexis Sorbas
Ich finde es wundervoll, dass Du an einem Maerchenbuch fuer Deine Kinder arbeitest.

ANMERKUNG VOM ADMIN: Bild auf Wunsch von Sabine J. entfernt.

Beitrag geändert von Sabine Jaspert (2009-12-07 18:23:01)

#39 2009-12-08 07:00:55

meierhelmbrecht
Gast

Re: Amateure oder Profis

Ich musste erstmal nachschauen, worum es bei Kommisionen geht, ist es das?
http://www.kunstmarkt.com/pageskuk/kuns … tml?_q=%20

Und ich dachte immer, ich hätte abenteuerlich gelebt. Andererseits, nur "Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten...", ich bin mir bewusst, meine Seele ist deutsch, ohne Fahnen und andere Abzeichen. Alexis Sorbas, ich habe nie den gesamten Film gesehen, ist etwas für Welbürger, wie Dich, aber ich habe jetzt einen Grund, mir den Film noch einmal anzusehen, ist doch gut, dass man manchmal einen Grund hat, etwas zu tun, oder?

Vor einem Kampf sollte man immer überlegen, ob man ihn auch gewinnen kann. So ungefähr dachten die Leute um König Artus, obwohl sie Ritter waren. Leider kam dann die Macht des Schicksals, in Form von Liebe und Zauberei usw., dagegen kann man nichts, das lehren uns die Märchen und sie sagen, wir müssen uns damit abfinden.

Deine Raben würden meine Märchenbücher gewaltig aufwerten, andererseits ginge natürlich ein Stück meiner "bezaubernden" künstlerischen Naivität verloren. Ich denke aber doch, dass in Deinen Bildern, obwohl sie mir hier mächtig klein daherkommen, die Idee von der göttlichen Natur lebt und sie ein Wohnzimmer trefflich schmücken könnten, der Gedanke davon muss einfach überspringen bzw. muss sich der Betrachter wenigstens überlegen, welchen Grund Du wohl hattest, die Raben so feierlich zu zeigen.  Vielleicht kommt er drauf, ich hoffe es, für Dich, für uns alle.

Ich bin in diesem Jahr bereits bei meinen Märchenbüchern fünf bis sechs, der Gedanke kam mir vor einigen Jahren und das war sozusagen mein Wiedereintritt in die Kunst. Dank der hervorragenden Farbdrucker kann ich kleine Bücher im A5 Format herstellen, A4 wirkt zwar besser, ist aber für meine Verhältnisse zu aufwendig und auch zu teuer. Bisher waren es eher Märchen für Erwachsene, abwohl ich meine, echte Märchen unterliegen keiner Altersbeschränkung. Ich lese auch heute hin und wieder zur Erbauung, anstatt in der Bibel, in Grimms Märchen, die Originalausgabe, nicht eine der "entschärften" Fassungen. Das neue Märchenbuch ist übrigen bereits für meine Enkel, 1 Junge, 2 Mädchen. Ausserdem male ich an einer Geschichte über einen Kaiser-Adler und Du würdest Dir wahrscheinlich über meine Adler die Haare raufen.

Ich hab noch mal über Deine "Maechen" nachgedacht, da ist zum Einen das Korsett, das irgendwie Bestandteil westlicher Ideologie zu sein scheint.
Mich erinnern Korsetts immer an Beate Uhse und die hat mit Erotik ungefähr so viel zu tun, wie ein Salzhering mit einem Zebrafinken.
Zum Zweiten habe ich das Gefühl, Du hast die Mädchen nicht wirklich gerne gemalt, wenigstens nicht so. Ich war immer der Meinung, wenn Männer immer Frauen malen, dann müssten doch Frauen immer Männer malen, aber irgendwie funktioniert das nicht. Meine eigene, ganz persönliche Haltung ist die von Walter von der Vogelweide "...möge keiner was getrieben Wir, erfahren je, nur Er und Ich...". Hier liegt meine ideologische Grenze der erotischen Darstellungen.

Auf
http://www.clausrohde.de/Schwalbenkoenigin.org/
kannst Du sehen, was mir jüngst eingefallen ist, ausserdem, dass ich weite Landschaften nach wie vor nicht beherrsche, falls Du eine Idee zum Bild von den 4 Burgen hast, wäre mir sehr willkommen, ich will es auf jeden Fall noch einmal malen... und irgenwo da einen Raben fliegen lassen... ein Gruss nach Kanada..

Ps. mir wird ganz unheimlich, wenn ich hier die ganzen Klicks sehe, alle schauen zu, aber keiner hat was zu sagen...

Beitrag geändert von meierhelmbrecht (2009-12-08 07:02:17)

#40 2009-12-08 14:40:11

Sabine J.
Gast

Re: Amateure oder Profis

Kommissionen sind "Brot und Butterbilder", etwas was ich manchmal tue, um nicht irgendeinen schlecht bezahlten Job machen zu muessen. Der Aftraggeber hat meist klare Vorstellungen, denen ich mich fuegen muss. Es ist eine gute technische Uebung, die auch noch bezahlt wird - frueher als junger Kuenstler, habe ich soetwas vehement abgelehnt und befuerchtet, ich koennte meine "Seele damit verkaufen" oder die Kunst verraten. Heute sehe ich das flexibler- vielleicht ist meine Seele auch mit den Jahren gefestigter.
Nicht weniges der Werke, die in der Vergangenheit entstanden und die wir als grosse Kunst begreifen, waren nichts Anderes. Inwieweit der Kuenstler sich damit verbog, laesst sich kaum noch feststellen. Es ist bekannt, dass Leonardo die Malerei oft laestig fand.Abgesehen davon wurde damals das Individuum nich so sehr wichtig genommen und mehr Aufmerksamkeit dem "grossem Ganzen" gewidmet.
Raben male ich haeufig, auch wenn meine schwarzen Freunde auf "frei" gemalten Bildern etwas anders ausehen. Sie haben eine starke Symbolkraft, die Indianer, nicht nur in unserem Tal, haben grossen Respekt vor ihnen.Mich beeindruckt ihre Intelligenz - ausserdem haben sie Gesichter - in anderen Voegeln sehe ich das seltener.
Alexis Sorbas ist ein Film ueber das Fremde, das sich Anwaermen damit, Freundschaft und Liebe,hinreissendes Dialoge und schmerzhaft, herzzerreissende Szenen. Hervorragende Schauspieler. Ausserdem enthaelt dieser Film die fuer mich erotischste Szene, die ich bisher gesehen habe, eine  Frau, die sich vor einem jungen Fremden entkleidet, eine einfache Situation, ohne Aufwand, die unterschwellige Spannung eine wirre Mischung aus Furcht, zaghaftem Vertrauen, Neugier und tiefen Wissen - nur Augen und Bewegung machen das deutlich.
Das Korsett ist nicht nur ein Gegenstand der westlichen Ideologie - Diejenige die es traegt, ist sich ihrer Rolle bewusst -es ist ein gleichzeitiges sich Anbieten, die Erfuellung einer Erwartung, Unterwerfung - es ist aber auch ein Panzer- ein Schild und das ermoeglicht ein gleichzeitiges sich Entziehen.Der Zwiespalt, in dem sich Frauen befinden und wie sie sich verstanden fuehlen, bekommt damit eine Uniform.
Marchen faszinieren mich ebenfalls - ich mag ihre klare Struktur, das Gute und Boese in Klarheit darin.
Deine Schwalbenkoenigin hat mich begeistert - Du bist ein sehr guter Kuenstler! Respekt!
Es ist seltsam, dass unser Ausstausch so viele Klicks einbringt - ich glaube aber kaum, dass sich jemand die Muehe macht, ihn genau zu verfolgen. Vielleicht ist er auch schon zu intensiv geworden. Vielleicht ist es pure Hoeflichkeit, dass sich weiter niemand eimischen will. Es wuerde mich freuen. Die Idee war doch, die Gegensaetze aufzuzeigen und vielleicht wenn nicht aufzuheben, sie doch zu mildern. Das durchaus gegenseitiger Respekt und Anerkennung moeglich ist, zeigt unser Austausch doch.

ANMERKUNG VOM ADMIN: Bild auf Wunsch von Sabine J. entfernt.

Beitrag geändert von Sabine Jaspert (2009-12-08 14:43:20)

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