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#1 2006-10-03 18:49:41

Dela
Forenmitglied
Registriert: 2006-10-01
Beiträge: 144

mein 1. richtiger Akt....

Hallo,

ich habe mich an meinem 1. Akt versucht, d.h. es gab schon mal einen Versuch vorher aber da habe ich alles so ungenau und dunkel wie möglich gemalt, mich irgendwie noch nicht richtig getraut. Ach was, den häng ich auch mit ran...

Beides Acryl auf Keilrahmen, in beiden Fällen hatte ich ein Farbfoto als Vorlage.

Bild 1) 80 x 60 cm (der Lichtschein in der Bildmitte kommt vom Blitz, krieg ich auch nicht weg weil ich es mit Acryllack überzogen habe)
Bild 2) 50 x 100 cm

Ich bitte um Eure Meinungen und Kritik.

Viele Grüsse
Dela


Hochgeladene Bilder

Beitrag geändert von Dela (2006-10-03 18:56:20)

Offline

#2 2006-10-03 19:14:38

new_art_style
Gast

Re: mein 1. richtiger Akt....

Hallo Dela
Will nur was zum zweiten Bild sagen, beim ersten sieht man nicht sehr viel.

Es hat Präsenz - so auf die Art  P O W da bin ich - ich nehme an sie hat die Hände in die Seiten gestemmt, vermute ich mal, rein von der Körperhaltung her , doch im Widerspruch dazu stehen die blassen Farben.
Der Kopf, falls du ihn noch dazu malst, könnte etwas großer sein.

Sie könnte aber auch am Strand stehen, das blaue Meer im Hintergrund ein sehnsuchtsvoller Blick in die Ferne und der laue Wind weht ihr in den Nacken, von dieser Sicht aus würden die blassen Farben meiner Meinung nach durchaus passen.

Eine Frage - Wielange malst du schon?

Lg.Erika

Beitrag geändert von new_art_style (2006-10-03 19:31:06)

#3 2006-10-03 20:24:10

Dela
Forenmitglied
Registriert: 2006-10-01
Beiträge: 144

Re: mein 1. richtiger Akt....

Hallo Erika,

Danke für deine Antwort. Ich male jetzt seit einem Jahr.

Auf meiner Foto-Vorlage war die Frau unter Wasser fotografiert, also nur die obere Hälfte des Kopfes kuckte raus. Ich dachte mir schon, dass man das nicht erkennt wenn man es nicht weiss  :-)

An dem Wasser bzw. vor allem dem Übergang zur Wasseroberfläche bin ich fast verzweifelt.... Hab schon überlegt ob ich sie nicht lieber "unter Wasser" (was man ja offenbar auch nicht erkennen kann...) zuende malen soll, naja dass sie sich zumindest komplett in einem Element befindet, in welchem auch immer. Auf der Fotovorlage fand ich dieses "teils unten, teils oben" faszinierend aber leider konnte ich das so nicht umsetzen.

Zu der Körperhaltung des Modells kann ich auch nicht mehr sagen weil auf dem Foto auch nicht mehr zusehen war, ich hatte angenommen dass sie die Arme nach hinten gestreckt hat. Die langen Haare habe ich dazu erfunden, die sollten im Wasser schweben....

Viele Grüsse
Dela

Offline

#4 2006-10-03 21:12:59

Jule
Forenmitglied
Ort: Jena
Registriert: 2006-09-04
Beiträge: 58

Re: mein 1. richtiger Akt....

Die Erklärung von dir ist ne echte Hilfe.

Da hast du dir ein nicht unbedingt einfaches Motiv gewählt.

Da die Frau sich unter Wasser befindet, ist die eher kühlere Farbwahl ganz gut und auch so finde ich die Schattierungen recht gut gelungen.

An dem Übergang solltest du vielleicht versuchen, dass der Verlauf insgesamt gerade ist. Auf deinem Bild erscheint die Wasseroberfläche gekrümmt und ist dadurch etwas schwer ohne Erklärung als diese zu erkennen.
Kleine Wellen sind natülich nicht verkehrt.

Die Haare finde ich recht gut gelungen. Im Wasser schweben sie allerdings einzeln, feinverteilt herum.

Jetzt mal noch ne Frage zu deiner Vorlage:
Ist das Gesicht auf dem Bild klar und deutlich zu sehen?


MfG Jule

Offline

#5 2006-10-03 22:30:46

prenzlmaler
Gast

Re: mein 1. richtiger Akt....

@Dela

Akt ist schwer, sehr schwer. Ich fange mal mit dem zweiten Bild an.

Dieses Bild legt Zeugnis vom Wollen der Anfängerin in diesem Genre

ab. Das Gesicht, einzeln betrachtet, sehr interessant gearbeitet.Der

Hals, einzeln betrachtet, schlank und geschwungen. Der Busen, ein-

zeln betrachtet, üppig und verführerisch. Doch passen die drei Teile

im Sinne proportionaler Harmonie gar nicht zueinander. Der Brust-

korb ist auch viel zu groß. Hier könnte dir die fotografische Verzer-

rung ein Schnippchen geschlagen haben.


Nun zu dem anderen Bild. Aus meiner Sicht ist diese Arbeit ge -

lungen - auch ohne Kopf. Hier scheinen die Proportionen zu stim-

men und das etwas Undeutliche stört mich keineswegs, da Was-

ser bekanntlich interessante Verschiebungen verursacht. Siehst

du,so unterschiedlich können Betrachtungen ausfallen. Aber ich

finde es gut,dich mit dem Akt zu befassen. Du kannst dich doch

auch einmal vorm Spiegel als Halbakt versuchen ? Da wirst du

erstaunliche Erfahrungen sammeln können.


Mit netten Grüßen Dieter.


P.S. zu Bild 1 : Ich schrieb "kopflos". Ich habe mir noch einmal ganz

genau den Akt im Wasser betrachtet. Es ist durchaus möglich, dass

die Dame den Kopf stark nach rechts wendet .

Ich finde diese Arbeit künstlerisch gelungen !

Beitrag geändert von prenzlmaler (2006-10-03 22:36:09)

#6 2006-10-04 09:30:15

Dela
Forenmitglied
Registriert: 2006-10-01
Beiträge: 144

Re: mein 1. richtiger Akt....

Hallo Jule,
Danke für deine Antwort. Auf der Vorlage ist der Teil des Gesichts, der sich oberhalb der Wasseroberfläche befindet, nur unklar zu sehen, insgesamt etwas verzerrt und in lauter kleine verschobene Teilchen aufgeteilt. Das konnte ich überhaupt nicht darstellen. Hab's versucht, aber das was mein Auge gesehen hat konnte die Hand einfach nicht abbilden... so wurde es auf meinem Bild dann nur verschwommen. Das ist eigentlich auch der Teil des Bildes, mit dem ich am unzufriedensten, weil ich anders wollte und nicht konnte.... Ist schon klar, dass das superschwer ist, aber auch frustrierend.

Mit den Haaren hast Du natürlich Recht. Ich wusste nur nicht, wie ich das so fein darstellen soll. Jeder noch so feine Pinselstrich mit Acryl ist ja dicker als ein Haar je sein kann. So sieht es natürlich mehr nach dicken Strähnen oder Borsten aus...

Malst Du auch mit Acryl? Sorry das ich so frage, aber ich bin noch nicht so lange hier und kann noch lange nicht alle die hier schreiben mit Bildern in Verbindung bringen.

Dela

Offline

#7 2006-10-04 09:45:29

Dela
Forenmitglied
Registriert: 2006-10-01
Beiträge: 144

Re: mein 1. richtiger Akt....

Hallo Prenzmaler,

Danke für deine Kritik. Auf die Idee vor dem Spiegel wäre ich garnicht gekommen. Puuh, das ist schon in mehrfacher Sicht eine Herausforderung.

Das mit den Proportionen liegt vermutlich daran, dass mir noch der Blick für's Ganze fehlt, bzw. den Blick auf's Ganze dann in ein Konzept auf dem Papier umzusetzen. Ich fange mit der Person sozusagen an einer Ecke an und arbeite mich dann von Körperteil zu Körperteil voran. Wenn ich dann hin und wieder zurücktrete sehe ich schon dass irgendwas nicht stimmt.

Kann man sich das überhaupt selbst beibringen? Ich bin ein eher undisziplinierter Mensch und habe bisher immer einfach nur so vor mich hin gemalt und nix "geübt". Bücher und Anleitungen zum Malen und Zeichnen sind fast ungelesen vorhanden.... Wenn ich gemalt habe, sollte es auch immer gleich ein "richtiges Bild" werden, ich habe zwar Skizzenblöcke und Stifte und Kreide und alles, aber bisher so gut wie nicht benutzt. Na mal kucken. Irgendwie packt mich ja jetzt doch der Ehrgeiz das besser hinzukriegen als bisher.

Viele Grüsse

Dela

Offline

#8 2006-10-04 11:16:12

prenzlmaler
Gast

Re: mein 1. richtiger Akt....

@Dela

Zu deinem Beitrag werde ich noch ein bisschen mehr schreiben,
sobald ich mehr Zeit habe.Wenn du mal nicht möchtest,von mir
etwas zu lesen,kann ich das auch sein lassen,da ich in keinster
Weise jemanden bevormunden möchte.Hier möchte ich dich nur
darum bitten,die Fotos,die als Vorlagen für dich dienen,wirklich
ganz genau anzusehn.Besonders Nahaufnahmen sind oft ganz
stark verzerrt.Oder Ganzkörperaufnahmen zeigen im Vordergrund
ein außergewöhnlich überzogenes Teil,während die kleineren Zo -
nen zu sehr verkleinert sind.So entsteht der Eindruck von stark
verzerrten Menschen.Schlimm ist,dass diese ekelhaften Verzer -
rungen uns auf Schritt und Tritt bei der Werbung begegnen und
sich der Mensch an diese furchtbaren Fotos bereits gewöhnt hat.
Das führt mit der Zeit zu einer falschen Sichtweise,da das Gehirn
durch die laufende falsche Informationsflut urteilsbeeinträchtigt
wird.Diese Reduzierung der Urteilsfähigkeit überträgt sich auf die
eigene Sichtweise mit fatalen Folgen.Wenn du als Fotovorlagen-
abmalerin plötzlich die wirkliche Kunstmalerei völlig frei vor dem
Motiv machen willst,spielt dir dein Gehirn einen gewaltigen Streich.
Obwohl du ganz genau die richtigen Proportionen siehst,gibt dir
das Gehirn falsche Signale zur Ausführung und alles wird unrea-
listisch.Hingegen haben die Künstler einen riesigen Vorteil,die erst
gar nicht das Gehirn mit falschen Bildsignalen konfrontierten.Die
Malerinnen und Maler,die nicht hauptsächlich vom Foto abmalen,
fühlen sich durch die verzerrten Fotos in der Öffentlichkeit unan-
genehm berührt.Werden diese Fotos als etwas ganz Normales
akzeptiert,hat das Gehirn bereits Schaden in der Betrachtungs -
weise genommen.Du kannst auch die Bilder klassischer Malerei
betrachten und diese genau studieren,um zu erfahren,wie die
großen alten Meister auf wunderbare Weise das Problem in den
meisten Fällen gar nicht aufkommen ließen.So kannst du dein Auge
schulen und dem Gehirn eine neue Chance einräumen.

Gruß Dieter.

#9 2006-10-04 11:36:43

Dela
Forenmitglied
Registriert: 2006-10-01
Beiträge: 144

Re: mein 1. richtiger Akt....

Hallo Prenzmaler,

Danke für deine Antwort, und ich fühle mich keineswegs bevormundet. Ich will ja was lernen.

Was Du zu den Verzerrungen auf Fotos sagst, ist für mich ganz neu, leuchtet mir aber durchaus ein, auch wenn ich es noch nicht "sehe". Ich will mal sehen dass ich wen dazu bekomme für mich still zu sitzen oder setze mich selbst vor den Spiegel.

Viele Grüsse
Dela

Offline

#10 2006-10-05 06:03:38

prenzlmaler
Gast

Re: mein 1. richtiger Akt....

@Dela

Dein Vorhaben, dich über den Spiegel sehend zu malen, ist ein
richtiger und wichtiger Schritt. Nur würde ich dir empfehlen, auf
jeden Fall mit dem Zeichnen zu beginnen, die Studien zu verglei-
chen und dich über jeden Fortschritt zu freuen. Sobald du merkst,
dass aus deiner Sicht eine Zeichnung deinen Wünschen entspricht,
kannst du dich mit der Malerei befassen.Beginnst du sofort mit der
Malerei,könnte es eine Enttäuschung geben,die dich in Sachen freier
künstlerischer Malerei nicht gerade weiterbringt. Vor dem Motiv oder
aus freier Fantasie malen, sind hochstehende Parameter in der Kunst.

L e r n e, dich über  k l e i n e  Fortschritte freuen zu können.


Gruß Prenzl.


P.S.: Solltest du dich innerhalb der freien Zeichnung oder Malerei
jedoch zu sehr ärgern, so bleibe beim Abzeichnen oder Abmalen
von Fotos, denn die Freude am künstlerischen Gestalten muss auf
jeden Fall erhalten bleiben und hat Vorrang.

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