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#1 2006-06-01 08:39:00

rastu
Forenmitglied
Ort: schweiz
Registriert: 2006-05-18
Beiträge: 414

Kameraeinstellung. Suche Rat.

Ich bin leider kein Profi,was das photographieren anbelangt.Aber ich mache es sehr gerne.Ich habe auch mal einen Photographiekurs gemacht.Die meisste zeit sasenwir im Klassenzimmer und haben jeden Knopf auf der Kamer durchgenommen.Ich habe eine Canon Eos-keine Digitalkamera.Ich habe 2 Kinder die ich sehr gerne Fotografiere aber ich weiss nie genau wie ich die Blende und die Brennweite einstellen muss.Ich kann mir einfach die Zahlen nicht merken.Und mit dem AF werden die Bilder einfach nur langweilig.Ich möchte schöne Portraifotos machen aber sie wirken immer ähnlich.ich wechsle natürlich schon die entfernung, den Hintergrund,aber dadurch das die Kameraeinstellung immer die selbe ist...Wie kann ich mir die einstellungen merken, und wie schafft man es von einem zum anderen Bild richtig einzustellen.Fèr euch Profis ist das ja kein Problem aber ich hab schon Mühe damit.


Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden

Offline

#2 2006-06-02 19:21:10

franky
Forenmitglied
Ort: 67251 Freinsheim
Registriert: 2004-05-11
Beiträge: 66
Website

Re: Kameraeinstellung. Suche Rat.

Hallo.
Dieses Thema hier im Forum zu besprechen, würde den Rahmen doch etwas sprengen. Es gibt jedoch im Fachbuchhandel sehr viele Bücher, die das Fotografieren (Portaits und Personen) für Newcomer sehr verständlich und praxisnah zum Ausprobieren und zur Selbstschulung anbieten. Auch im Internet findest Du unter online Fotokurs sehr viel nützliche Tips dazu.

Um die Wirkung und das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und Filmenpfindlichkeit zu erlernen, gibt es einen ganz einfachen Trick:

Nimm Deine Kamera und einen Blitz. Lege in  Deine Kamera einen 200er Farbnegativfilm mit 36 Bilder ein. Stelle die Kamera auf Blende 8 (das Rad am Objektiv nahe dem Gehäuse auf 8 stellen) und Deine Belichtungszeit (Einstellrad auf der Kopfseite des Gehäuses mit Zahlen von 2 bis 1000) auf 125 (125stel Sec). Dann legst Du Dir einen Zettel mit Stift bereit. Nummerierst senkrecht eine Zahlenreihe von 1 bis 36. Dann gehst Du ins Freie und suchst Dir einen ein freistehendes Objekt, das von allen Seiten zugänglich ist. Dein Objekt sollte rechteckig und nicht durchsichtig und nicht reflektierend sein. Wegen der Reichweite Deines Blitzes sollte es nicht höher als 2 m und breiter als 1 m sein. (Firmenschild od. Ä.) Die Sonne darf nicht senkrecht von oben scheinen, sondern von der Seite, damit Du unterschiedliche Lichtverhältnisse auf Deinem Objekt hast (Licht und Schatten).

Nun beginnst Du:
Das Erste Bild mit Deiner bekannten Automatic-Einstellung - ohne Blitz.
Das 2. Bild mit Deiner Automatic-Einstellung mit Blitz.
Dann schaltest Du die Automatic aus und beginnst eine sog. Belichtungsreihe zu fotografieren. Beginnend mit Blende 8 und 125stel sec.
3. Foto mit Sonne im Rücken (Blende 8)
Auf Deinen Zettel unter Nr. 3 notierst Du f8 / 125
4., 5. und 6. Foto mit Sonne im Rücken immer eine Stufe rauf (Blende 11, dann 16 und 22) - notiere f11 125 - f16 / 125 - f22 / 125
5., 6. und 7. Foto mit Sonne im Rücken jeweils von Blende 8 eine Stufe runter (Blende 5,6, 4, 2,8) wieder jeweils notieren

Dann montierst Du Deinen Blitz auf Deine Kamera. Wenn Du nur einen Kamerablitz hast sollte das auch gehen. Nun stellst Du Dich so zum Objekt, daß Du gegen die Sonne fotografierst.
Beginnst wieder mit der Grundeinstellung Blende 8 und 125 und wiederholst das Spielchen erneut. Erst 2 Stufen rauf, dann 2 Stufen runter.

Das Ganze dann noch einmal, wobei wir nun die Blende auf 8 belassen. Nun drehst Du bei jedem Foto Dein Einstellrad um nur eine Stufe runter auf 60stel sec. Bei Freihand-Aufnahmen nicht weiter runter gehen, weil das Bild sonst verwackelt (es sei denn, Du hast ein Stativ). Dann das Ganze weiter bis Belichtungszeit von 125 auf 500, und 1000. Das Ganze dann jeweils noch einmal mit Blitz.
Und die Einstellungen jedes Fotos auf Deinem Blatt dokumentieren.

Fertig ist die Belichtungsreihe. Nun das Ganze entwickeln lassen. Bestell dann bitte jeweils vom Die 1 Abzug. Sage dazu, daß der Film nicht korregiert werden soll. Alternativ kannst Du dir auch einen sogenannten "Kontaktabzug" (der Film wird auf einem Din A 4 Blatt ausbelichtet).

Nun nimmst Du Dir Deine Aufzeichnungen und vergleichst, wie sich die Aufnahme bei Änderungen von Belichtungszeiten und Blendeneinstellungen mit und ohne Blitz gegen und mit der Sonne auswirken und verändern.

Du wirst sehen, daß Dein Objekt mit der Sonne fotografiert am anfang gleichmäßig ausgeleuctet ist. Mit den Blenden nach oben (11,16 und 22) wird es dunkler bis schwarz. Bei den Blenden nach unten (5,6 - 4 und 2,8) wird Dein Objekt heller bis überbelichtet.

Bei den Gegenlichtaufnahmen ohne Blitz wirst Du feststellen, daß alles rundherum korrekt belichtet ist, nur Dein Objekt ist schwarz bis gar nicht mehr zu erkennen. Oder (bei Blende 2,8) ist Dein Objekt gut zu erkennen, aber alles Andere ist überbelichtet.

Bei den Blitzaufnahmen stimmt es dann wieder. Dein Objekt ist gut und gleichmäßit sichtbar und die Umgebung ist auch noch gut ausgeleuchtet. (sog. Aufhellblitztechnik bei Gegenlicht).

So - nun weißt Du schon eine ganze menge. Du wirst aber auch feststellen, daß sich die Bilderreihen mit Blende weiter zu (also höhere Zahl 11 - 22) den Bildern mit der kürzeren Belichtungszeit (125 bis 1000stel sec) in Helligkeit und Ausleuchtung recht ähnlich sind. Des Gleichen die Bilder von Blende 8 bis 2,8 und den längeren Belichtungszeiten 60stel, 30stel, 15stel usw.

Nun hast Du nach genauem Studium und Vergleich Deiner Bilder eine ganze Menge über die Wirkung von Blende, Belichtungszeit und Blitz gelernt.
Ausgehend von diesen Erkenntnissen kannst Du nun schon einmal beginnen, bewußter mit Blende und Belichtungszeit zu experimentieren.

Versuche immer neue Einstellungskombinationen, mit und ohne Blitz, gegen die Sonne, mit der Sonne und ganz ohne Sonne - und immer schon dokumentieren, damit Du dann eine Kontrolle auf dem entwickelten Film hast.

Und nun gehts frisch ans Werk - Viel Spaß und immer gut Licht an Dich.
lg
Franky


Es ist nicht gesagt daß es besser wird, wenn es anders wird.
Wenn es aber besser werden soll, dann muß es anders werden. (Curt Goetz)

Offline

#3 2006-06-04 00:18:25

Dennis
Forenmitglied
Registriert: 2006-05-05
Beiträge: 11

Re: Kameraeinstellung. Suche Rat.

Mit der Blende steuerst Du die Schärfentiefe. Eine große Blendenöffnung bedeutet eine geringe Schärfentiefe, eine kleine Blendenöffnung eine große Schäfentiefe. Die Zahlen verhalten sich allerdings genau umgekehrt: Eine kleine Blendenzahl beudeutet ein große Blendenöffnung und umgekehrt. Du hast also bei Blende 2.8 eine kleine Schärfentiefe und bei Blende 22 eine große Schärfentiefe.

Bei Protraits ist oft eine kleine Schärfentiefe (kleine Blendenzahl) nützlich, um das Gesicht hervorzuheben, und den Hintergrund in Unschärfe verschwimmen zu lassen. Willst Du dagegen eine ganze Szene erfassen, ist eine große Schärfentiefe (große Blendenzahl) erforderlich, wenn alles scharf sein soll.

Um diesen Effekt zu steuern, darfst Du Du nicht in der Programmautomatik (P) fotografieren, da die Kamera die Blende dann nach eigenem Ermessen steuert. Dazu ist die A-Automatik da, die Zeitautomatik mit Blendenvorwahl. Das heißt, Du wählst die Blende vor, und Kamera bestimmt die dazu passende Belichtungszeit. Im Falle eines Portraits würdest Du also die Blende ganz öffnen (kleine Blendenzahl), um eine kleine Schärfentiefe zu erhalten.

Mit der Belichtungszeit steuerst Du die Bewegungsunschärfe im Bild. Mit einer kurzen Zeit frierst Du eine Bewegung ein, mit einer langen Zeit verwischt das Bild zunehmend. Für Kinder-action dürfte eine Zeit von 1/250s zum Einfrieren der Bewegung ausreichen, das kann dann aber sehr undynamisch wirken. Versuche mal längere Belichtungszeiten wenn die Kleinen rumtollen, zB 1/30s oder 1/15s. Am besten nimmst Du eine lange Brennweiteneinstellung, und versuchst die Kamera mitzuziehen, in dem Du im Sucher zB das Gesicht immer in dem Kreis in der Mitte zu halten versuchst. Bei diesen Bildern hast Du eine sehr große Ausschussquote, aber wenn dann mal ein gelingt, ist es meistens sehr schön.

Für diese Art der Fotografie ist die S-Automatik sinnvoll, die Blendenautomatik mit Zeitvorwahl. Sie ist das Gegenstück zur A-Automatik: Bei ihr wählst Du die Zeit vor, und Kamera bestimmt dann die passende Blende.

Das mit der Brennweite ist auch ganz einfach: Eine kurze Brennweite bedeutet einen großen Bildwinkel, eine lange einen kleinen Bildwinkel, also einen Ausschnitt. Um eine Szenerie zu erfassen ist eine kurze Brennweite nötig, wenn Du das Bild auf etwas konzentrieren möchtest, ist eine lange Brennweite hilfreich. Für Portraits nimmt man klassischerweise Brennweiten von 80mm oder länger. Die Brennweite hat nämlich auch einen Einfluss auf die Schärfentiefe: eine lange Brennweite hat eine kleine Schärfentiefe, und eine kurze eine große. Bei einem Portrait solltest Du also mal eine Brennweite zwischen 80mm und 200mm ausprobieren, und dabei die Blende ganz öffnen.

Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, der Rest ist üben, üben, üben...

Googel mal nach "Tom Striewitsch Fotokurs", nach Lektüre dieser Seite sollten eigentlich alle Grundlagen klar sein.

Viel Erfolg,
Dennis.

Beitrag geändert von Dennis (2006-06-04 00:22:11)

Offline

#4 2006-08-15 17:15:34

Henk van Stenk
Neues Forenmitglied
Registriert: 2006-08-15
Beiträge: 6

Re: Kameraeinstellung. Suche Rat.

Welche EOS Kamera ist es denn genau?
Viele neuere Modelle haben einen sog. "Portrait"-Modus. Einzustellen ist der mit dem Drehrad links oben auf dem Gehäuse.
Dieser Modus macht im Prinzip, was weiter oben schon beschrieben wurde: es wird eine möglichst große Blende (kleine Blendenzahl) gewählt und somit der Hintergrund relativ unscharf.

Vermutlich hast du ein Zoomobjektiv auf der Kamera (oder vielleicht sogar mehrere Objektive zum Wechseln?). Für Portraits sind Brennweiten zwischen 70mm und 200mm nicht übel.

Viel Erfolg!

Henk

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