Home  |  Galerie  |  Forum  Registrieren  |  Anmelden  

Sie sind nicht angemeldet.

#1 2006-02-23 11:02:52

Andy1971
Neues Forenmitglied
Registriert: 2006-02-23
Beiträge: 1

Mollige Fotografie und Probleme mit 2 Kameras

Hallo,
vielleicht mag mein Problem für den einen oder anderen ungewöhnlich klingen, aber ich hoffe trotzdem eine Antwort zu bekommen.

Ich fotografiere für eine Internetseite regelmäßig ein molliges Model, zum einen mit eroitschen "typischen" Fotos, aber auch Schnappschüsse in Alltagssituationen. Die "Kunst" hierin liegt nicht in perfekt schönen Fotos á la Playboy, sondern in der Darstellung ihrer Pfunde, die sich seit Beginn unserer Arbeit ständig vermehrt haben.

Ich habe dazu immer die Olympus E-10 benutzt, zusammen mit einer Filmleuchte. Mit den Ergebnissen war ich meistens sehr zufrieden, denn dieses Modell hat das wiedergegeben, was ich darstellen wollte. Der Nachteil, der vorallem das Model sehr belastet hat, ist aber, daß die Kamera sehr langsam ist. Nach 4 Bildern, die man relativ schnell hintereinander machen kann, dauert es eine gute Zeit, bis die Cam wieder für 4 neue Bilder bereit ist.

Also habe ich mir die Canon EOS 20 D angeschafft und sie ist tatsächlich sehr schnell. Allerdings traue ich meinen Augen oftmals nicht, wenn ich mir die Bilder nach einem Photoshoot ansehe. Es mag sich vielleicht schräg anhören, aber das Model wirkt in ihren Außmaßen schlanker, als mit der E-10. Dies betrifft vorallem Ganzkörperbilder im Stehen, gerade bei diesen Schnappschuß-Sets. Wirkte sie bei der E-10, bei gleicher Fotografie und Licht und Kleidung, noch ziemlich massig und wuchtig, habe ich bei der Canon den Eindruck, als "klaue" sie dem Model Pfunde. Ich weiß, daß das Model gerade aktuelle zugenommen hat, aber das Gegenteil zeigt sich auf den Bildern mit der Canon. Werden die Bilder in einem weiteren Abstand zum Model gemacht, verstärkt sich dieser Effekt noch.

Wie ist das zu erklären? Liegt es daran, daß die E-10 eine Spiegelreflex ist? Hat jemand eine Idee, wie ich mit der Canon das auf´s Bild bekomme, was ich mit meinen eigenen Augen beim Fotografieren sehe?

Eine ungewöhnliche Frage, aber ich hoffe sehr auf Antworten und Vorschläge - vielen Dank!

Gruß

Andy

Offline

#2 2006-02-25 23:10:49

franky
Forenmitglied
Ort: 67251 Freinsheim
Registriert: 2004-05-11
Beiträge: 66
Website

Re: Mollige Fotografie und Probleme mit 2 Kameras

Hallo Lieber Andy.
So, daß mit Deinem Ergebnis auf den Bildern ist an sich - so vermute ich einmal - recht einfach zu erklären:
Zugegeben - ich kenne beide Kameras nicht - das muß ich gleich vorweg schicken.
In 8 von 10 Fällen hat Dein Ergebnis mit dem Objektiv, und absolut nichts mit der Kamera zu tun. Wie gesagt, daß ist meine Vermutung:
Also:
Jedes Objektiv hat eine mehr oder weniger gewölbte Frontlinse. Arbeitest Du in Bereichen unter 55 mm Brennweite, so arbeitest Du im Weitwinkel-Bereich. Dabei wird das Bild durch die Linsenkrümmung der Frontlinse etwas breiter gezogen. Das wiederum verzieht die Proportionen Deines Models - ergo wirkt Dein Model im Bild etwas breiter und kräftiger - und auch etwas gedrungener, als sie in Wirklichkeit ist. Dadurch wirkt sie etwas fülliger.

Nun - auf der neuen Kamera - da stehst Du bei den Aufnahmen etwas weiter weg wie Du selbst sagst. Dann - so vermute ich - hast Du ein Objektiv mit einer Brennweite von über 55 mmm, denn Du zoomst Dein Model sicher etwas heran. Dann stimmen die Proportionen wieder und Dein Model wirkt schlanker.

Für Modeaufnahmen solltest Du ein Objektiv mit einer Brennweite von 70 bis 110 mm wählen und dazu dann eine Lichtstärke von Blende 2,8 (die größtmögliche Blendenöffnung). Das hat zwei Gründe:
1. Objektive mit hoher Lichtstärke haben eine größere Frontlinse, die dann auch dementsprechend nicht so stark gewölbt ist - ergo werden die Bilder nicht verzogen.
2. In einer Brennweite von 70 bis 110 mm und einer Blende 8 bis 11 hast Du die optimale Leistung eines jeden Objektives ausgenutzt.
3. Objektive mit Lichtstärken von Blende 2,8 oder mehr (1,4 ist unbezahlbar) haben den zusätzlichen Effekt, daß sie nur eine geringe Tiefenschärfe aufweisen. D. h. Objekte, die etwa 15 - 20 cm hinter Deinem Model sind, werden bereits unscharf dargestellt. Dadurch arbeitest Du Dein Model im Vordergrund besser heraus und das Auge des Betrachters kann sich besser auf Dein Model (im Vordergrund) konzentrieren und wird nicht durch gleichscharfen Hintergrund (Hintergrundschärfe) abgelenkt.

Offensichtlich hat Deine neue Cam ein Objektiv (egal ob Kompaktkamera oder Spiegelreflex) mit einer Brennweite von mehr als 55 mm. Dann werden Deine Bilder nicht mehr im sog. Weitwinkelbereich fotografiert und die Proportionen stimmen wieder.

Und noch ein Tipp: Fotografiere Dein Model stehts aus Bauchnabelhöhe. Das macht es dann erhabener und etwas größer, als wenn Du aus Augenhöhe fotografierst.

Für Portraits solltest Du eine Brennweite von mehr als 100 mm wählen. Ideal ist ein Objektiv mit 105 bist 125 mm Brennweite und einer Lichtstärke von ebenfalls Blende 2,8 (größtmögliche Blendenöffnung).
Vorne auf Deinem Objektiv stehen die Werte Deines Objektives (Wenn nicht, dann zumindest in den Papieren):
z. B. 35 - 70 mm f4,5 - 5,6. D. H. die Brennweite (Abstand von der Frontlinse bis zur hinteren Linse des Objektives) reicht von 35 - 70 mm wobei die größtmöglichen Blendenöffnungen zwischen Blende 4,5 (bei 35 mm) und 5,6 (bei 70 mm) liegen.

Ideal sind hier Werte einer durchgehend gleichen Blendenstufe von Blende 2,8. Diese Objektive sind gebraucht schon ab 600 Euro zu erhalten. (schlecht wenn Du eine Kompaktkamera besitzt).

So, ich hoffe, ich konnte Dir eine mögliche Erklärung liefern.
mfg und weiterhin gut Licht an Dich
Franky

Beitrag geändert von franky (2006-02-25 23:19:06)


Es ist nicht gesagt daß es besser wird, wenn es anders wird.
Wenn es aber besser werden soll, dann muß es anders werden. (Curt Goetz)

Offline

#3 2006-05-05 21:30:15

Dennis
Forenmitglied
Registriert: 2006-05-05
Beiträge: 11

Re: Mollige Fotografie und Probleme mit 2 Kameras

franky schrieb:

Jedes Objektiv hat eine mehr oder weniger gewölbte Frontlinse. Arbeitest Du in Bereichen unter 55 mm Brennweite, so arbeitest Du im Weitwinkel-Bereich. Dabei wird das Bild durch die Linsenkrümmung der Frontlinse etwas breiter gezogen.

Bitte? Diese Theorie ist so obskur, dass sie schon wieder gut ist - signaturwürdig.

Das ist natürlich völliger Unsinn. Schau Dir mal Deine Frontlinsen genau an. Sind sie nur in horizontaler Richtung gewölbt? Nein, es sind nämlich "Kugellinsen", also Ausschnitte aus einer Kugel, und somit wölben sie sich in alle Richtungen gleich. Nach Deiner Theorie würde nun also das Bild nicht nur in die Breite gezogen, sondern auch in die Höhe - und damit der Effekt wieder neutralisiert.

Andy, lass dich nicht beirren, Deine Frontlinse zieht überhauptnix in die Breite (es sei denn, Du drehst in Cinemascope für's Kino und hast einen Anamorphoten von der Linse). Es gibt keine technische Erklärung für den von Dir beobachteten Effekt, Du solltest mal eher nachprüfen, ob Du Dir das nur einbildest, oder ob Du das auch im Bild nachmessen kannst.

franky schrieb:

Für Modeaufnahmen solltest Du ein Objektiv mit einer Brennweite von 70 bis 110 mm wählen und dazu dann eine Lichtstärke von Blende 2,8 (die größtmögliche Blendenöffnung).

Für Modeaufnahmen solltest Du die Brennweite benutzen, die Dir beim verwendeten Bildformat die gewünschte Perspektive bietet. Das kann bei KB ein 24er sein oder ein 300er.

franky schrieb:

1. Objektive mit hoher Lichtstärke haben eine größere Frontlinse, die dann auch dementsprechend nicht so stark gewölbt ist - ergo werden die Bilder nicht verzogen.

Franky, da hat Dich jemand ganz schön verladen, als er Dir das erzählt hat. Vergiss diesen Unsinn von wegen Verzerrung durch die Wölbung der Frontlinse ganz schnell.

franky schrieb:

2. In einer Brennweite von 70 bis 110 mm und einer Blende 8 bis 11 hast Du die optimale Leistung eines jeden Objektives ausgenutzt.

Das stimmt auch nicht. Ein Objektiv der Brennweite 70-110mm, das erst ab f/8 seine maximale Leistung bringt, darf man getrost als Scherbe bezeichnen. Weiterhin gibt es vor allem im Telebereich hochkorrigierte Objektive, die bereits ab Anfangsöffnung ihre volle Leistung bringen. Weiter zeigen gerade kleinformatige Digitalkameras bei f/8 und sicher bei f/11 deutliche Beugungsunschärfe (daher geht die Blende bei den meisten Kompakt-Digis nur bis f/8). Meine Minolta A2 hat zB in fast allen Brennweiten ihr Optimum zwischen f/4 und f/5.6.

franky schrieb:

3. Objektive mit Lichtstärken von Blende 2,8 oder mehr (1,4 ist unbezahlbar) haben den zusätzlichen Effekt, daß sie nur eine geringe Tiefenschärfe aufweisen.

Und genau DAS ist der Grund, warum so gerne lange Brennweiten in der Modefotografie verwendet werden. Allerdings deutlich länger, als 110mm. Zudem kommt noch der Effekt, dass durch die gestauchte und "enge" Perspektive störender Hintergrund gut ausgeblendet weredn kann.

franky schrieb:

Offensichtlich hat Deine neue Cam ein Objektiv (egal ob Kompaktkamera oder Spiegelreflex) mit einer Brennweite von mehr als 55 mm.Dann werden Deine Bilder nicht mehr im sog. Weitwinkelbereich fotografiert ...

Soll das etwa heißen, Brennweiten unter 55mm sind Weitwinkel? Na gut, das ist nicht sooo falsch, schließlich habe ich für meine RB 67 ein 50mm Objektiv, das als starkes Weitwinkel gilt. Aber das ist eine Mittelformatkamera, und Brennweitenangaben sind - wenn sie ohne Formatangabe gemacht werden - eigentlich generell auf KB-Format bezogen. Und da gilt alles zwischen 40 und 60mm als Normal- oder Standardbrennweite. Weitwinkel beginnt dann ab 35mm abwärts.

franky schrieb:

... und die Proportionen stimmen wieder.

Das wiederum stimmt schon: Weitwinkel verzerrt. Je kürzer die Brennweite, je stärker. Außerdem "übertreibt" es die Darstellung von nahen und fernen Objekten. Aber das hat nichts mit der Krümmung der Frontlinse zu tun.

franky schrieb:

Für Portraits solltest Du eine Brennweite von mehr als 100 mm wählen. Ideal ist ein Objektiv mit 105 bist 125 mm Brennweite und einer Lichtstärke von ebenfalls Blende 2,8 (größtmögliche Blendenöffnung).

Die klassische Portraitbrennweite ist 80 oder 85mm. Gerne wird aber auch das 135er genommen. Diese Brennweiten gibt es mit Anfangsöffnungen ab f/1,2. Standards wären zB 1.2/1.4/1.7 bei 80mm und 2.0/2.8 bei 135mm.

Übrigens ist die Canon 20D auch eine Spiegelreflex, und sie genießt sogar einen ausgezeichneten Ruf! Mit ihr bekommt man auch das auf den Chip, was man im Sucher sieht. Sollte das nicht der Fall sein, tippe ich auf eine Fehlbedienung. Vielleicht solltest Du Dich mal mit einem Fotografen treffen, der Dir Deine Kamera erklärt und dich ein wenig einweist.

Viele Grüße,
Dennis.

Offline

#4 2006-05-10 13:59:36

franky
Forenmitglied
Ort: 67251 Freinsheim
Registriert: 2004-05-11
Beiträge: 66
Website

Re: Mollige Fotografie und Probleme mit 2 Kameras

Dennis schrieb:
franky schrieb:

Jedes Objektiv hat eine mehr oder weniger gewölbte Frontlinse. Arbeitest Du in Bereichen unter 55 mm Brennweite, so arbeitest Du im Weitwinkel-Bereich. Dabei wird das Bild durch die Linsenkrümmung der Frontlinse etwas breiter gezogen.

Bitte? Diese Theorie ist so obskur, dass sie schon wieder gut ist - signaturwürdig.

Das ist natürlich völliger Unsinn. Schau Dir mal Deine Frontlinsen genau an. Sind sie nur in horizontaler Richtung gewölbt? Nein, es sind nämlich "Kugellinsen", also Ausschnitte aus einer Kugel, und somit wölben sie sich in alle Richtungen gleich. Nach Deiner Theorie würde nun also das Bild nicht nur in die Breite gezogen, sondern auch in die Höhe - und damit der Effekt wieder neutralisiert.

Andy, lass dich nicht beirren, Deine Frontlinse zieht überhauptnix in die Breite (es sei denn, Du drehst in Cinemascope für's Kino und hast einen Anamorphoten von der Linse). Es gibt keine technische Erklärung für den von Dir beobachteten Effekt, Du solltest mal eher nachprüfen, ob Du Dir das nur einbildest, oder ob Du das auch im Bild nachmessen kannst.

@ Dennis: Irgendwie habe ich das Gefühl, daß ich mich falsch ausgedrückt habe. Kann natürlich sein. Ein (z. B.) 70 - 200 mm Objektiv ab f/5,6 (bei Quelle schon ab 350 Euro erhältlich) hat eine wesentlich mehr gebogene (kugelförmige) Frontlinse als ein baugleiches Objektiv mit f/2,8 - nur das kostet halt 1.900 Euro. Außerdem ist die Frontlinse bei der Objektiv mit f/2,8 wesentlich größer als die des Objektives mit f/5,6. Was bitte schön ist daran falsch?
Aber ich bin ja gerne bereit noch zu lernen. Bekanntlich lernt man ja grundsätzlich nie aus: Wie ist es denn dann möglich, das das Objektiv meines Sohnes (70 - 200 mm Minolta f/4 - 5,6 auf Dynax 7Si) bei einer Brennweite von ca. 130 mm die Tür seines Autos (leicht) verzogen hat, und ich die gleiche Aufnahme mit meinem Nikkor 70 - 200 mm f/2,8 auf Nikon F4s mit gleicher Brennweite und Standort gemacht habe, und da stimmten die Proportionen wieder? Nimm einmal (ich habe selbst so angefangen) ein Portrait mit einem 70 - 200 mm f/5,6 und 140 mm auf und dann das gleiche Protrait mit 70 - 200 mm und f/2,8. Warum hat die Person mit dem f/5,6 immer (oder vorsichtig ausgedrückt: in den meisten Fällen) eine z. B. größere Nase als das Portrait mit f/2,8? Bitte, Dennis, ich bin gerne bereit, Fehler oder falsch gelerntes oder falsch verstandenes zu zu geben. Da habe ich absolut kein Problem mit, wenn man es mir dann richtig erklärt.
Außerdem habe ich gemeint, daß der Weitwinkelbereich ab 55 mm BEGINNT!

Dennis schrieb:

Für Modeaufnahmen solltest Du die Brennweite benutzen, die Dir beim verwendeten Bildformat die gewünschte Perspektive bietet. Das kann bei KB ein 24er sein oder ein 300er.

Ich persönlich kenne keinen Modefotografen, der eine Brennweite von 24 mm verwendet. Richtig ist, daß meistens Brennweiten von 180 bis 300 mm verwendet werden. (wegen der Tiefenschärfe -oder hieß das Schärfentiefe?)

Dennis schrieb:
franky schrieb:

2. In einer Brennweite von 70 bis 110 mm und einer Blende 8 bis 11 hast Du die optimale Leistung eines jeden Objektives ausgenutzt.

Das stimmt auch nicht. Ein Objektiv der Brennweite 70-110mm, das erst ab f/8 seine maximale Leistung bringt, darf man getrost als Scherbe bezeichnen. Weiterhin gibt es vor allem im Telebereich hochkorrigierte Objektive, die bereits ab Anfangsöffnung ihre volle Leistung bringen. Weiter zeigen gerade kleinformatige Digitalkameras bei f/8 und sicher bei f/11 deutliche Beugungsunschärfe (daher geht die Blende bei den meisten Kompakt-Digis nur bis f/8). Meine Minolta A2 hat zB in fast allen Brennweiten ihr Optimum zwischen f/4 und f/5.6.

@ Dennis: Ich bin einmal davon ausgegangen, daß der Kollege weder eine  Profiausrüstung noch eine "Schrott"-Ausrüstung hat. Standardobjektive und Durchschnitts-Spiegelreflexkameras im normalen Preisbereich (keine Cannon Mark II oder Nikon F6 oder Nikon D2x bzw. Fuji S3Pro) und ganz durchschnittliche, handelsübliche Objektive (mit f/4 bzw f/5,6) haben im REGELFALL! (Ausnahmen bestätigen immer, daß es Ausnahmen gibt) die beste Leistung bei f/8. Bessere oder schlechtere Objektive habe ich hier einmal ausgeschlossen. Artikel darüber füllen ganze Bücher und Testreihen. In Deinen Augen kann man vielleicht solche Objektive "als Scherbe" bezeichnen. Aber bitte, welcher "Hobby"-Fotograf kann und will sich eine Ausrüstung für 15.000 Euro und mehr kaufen? Für  Kollegen kann eine Ausrüstung schon für 1.000 Euro viel, viel Geld sein. Dafür bekommt man noch nicht einmal ansatzweise ein (in Profiaugen) vernünftiges Objektiv - geschweige dann ein Gehäuse. Somit - so denke ich mal - sollte man hier doch eine Empfehlung auf Augenhöhe geben, und nicht von Profiausrüstungen sprechen und was diese im Vergleich zu "handelsüblichen" bieten.

Ich bin persönlich der Meinung, daß man in einem Forum keine wissenschaftlich ausgearbeitete und belegte Testberichte veröffentlichen sollte, wenn ein Kollege eine allgemeine Frage stellt. Ich denke einmal, (ich kann damit natürlich falsch liegen) daß man einem Kollegen eine einfache Frage dadurch beantworten sollte, daß man ihm einen "allgemeinen Mittelwert" vorgibt. Einfach, kurz, knapp und verständlich. Wenn Du, lieber Dennis, fachlich so top qualifiziert bist, dann ist das super. Nur bitte bedenke auch, daß weitere Ausnahmen und Optionen einen "Anfänger" (so wie ich es auch war und noch bin) nur noch mehr verwirren und neue Fragen aufwerfen. Ich wollte mich nicht hier als fachlich qualifizierter Ausrüstungsprofi und Berater profilieren, sondern einem Kollegen einen Tip, einen Rat, eine Empfehlung oder nur einfach einen Anhaltspukt geben.

Sorry dafür, wenn das in Deinen Augen stümperhaft, falsch und unqualifiziert angekommen ist. Auch in muß und werde noch viel lernen.

In diesem Sinn
immer gut Lich an Dich
lg
Franky


Es ist nicht gesagt daß es besser wird, wenn es anders wird.
Wenn es aber besser werden soll, dann muß es anders werden. (Curt Goetz)

Offline

#5 2006-05-20 16:32:54

Dennis
Forenmitglied
Registriert: 2006-05-05
Beiträge: 11

Re: Mollige Fotografie und Probleme mit 2 Kameras

Hallo Franky!

Sorry, dass ich erst jetzt antworte, aber ich schaue hier nicht so regelmäßig rein.

franky schrieb:

Ein (z. B.) 70 - 200 mm Objektiv ab f/5,6 (bei Quelle schon ab 350 Euro erhältlich) hat eine wesentlich mehr gebogene (kugelförmige) Frontlinse als ein baugleiches Objektiv mit f/2,8 - nur das kostet halt 1.900 Euro. Außerdem ist die Frontlinse bei der Objektiv mit f/2,8 wesentlich größer als die des Objektives mit f/5,6. Was bitte schön ist daran falsch?

Nichts, aber das ist für die Fotografie völlig irrelevant. Die Größe und Form oder Wölbung der Frontlinse hat nichts mit irgendwelchen Verzerrungen zu tun. Die ist einfach so groß oder gewölbt, wie technisch notwendig. Und je nach Güte des Objektives, sind Verzerrungen auskorrigiert. Aber aus einer gewölbten Frontlinse auf eine starke Verzerrung zu schließen, ist Unsinn. Nur bei Fisheye-Objektiven wird eine besondere Art der Abbildung erzeugt, bei der die Verzerrung "absichtlich" übertrieben wird.

franky schrieb:

Wie ist es denn dann möglich, das das Objektiv meines Sohnes (70 - 200 mm Minolta f/4 - 5,6 auf Dynax 7Si) bei einer Brennweite von ca. 130 mm die Tür seines Autos (leicht) verzogen hat, und ich die gleiche Aufnahme mit meinem Nikkor 70 - 200 mm f/2,8 auf Nikon F4s mit gleicher Brennweite und Standort gemacht habe, und da stimmten die Proportionen wieder?

Da ist offensichtlich Dein Objektiv besser korrigiert (bzgl. Verzeichnung), als das Deines Sohnes. Dafür war Deines auch ein vielfaches teurer. Kann es sein, dass Du das Nikkor 80-200/2.8 meinst? Das genießt nämlich - egal, ob das alte Schiebe- oder das neuere Dreh-Zoom - einen hervorragenden Ruf. Und kann es ferner sein, dass das Minolta das 70-210/4-5.6 ist? Das genießt nämlich gar keinen guten Ruf. Da hast Du also ein sehr gutes mit einem höchstens mittelmäßigen Objektiv verglichen - und gleich den Unterschied bemerkt.

franky schrieb:

Nimm einmal (ich habe selbst so angefangen) ein Portrait mit einem 70 - 200 mm f/5,6 und 140 mm auf und dann das gleiche Protrait mit 70 - 200 mm und f/2,8. Warum hat die Person mit dem f/5,6 immer (oder vorsichtig ausgedrückt: in den meisten Fällen) eine z. B. größere Nase als das Portrait mit f/2,8?

Die Blende ändert einiges an der Abbildung, wenn man sie schließt. Allerdings wäre es mir neu, das die Nase länger wird. Bei gleichem Abbildungsmaßstab wird das Gesicht bei kurzen Brennweiten verzerrter (lange Nase), und bei langen Brennweiten platter. Aber dieser Effekt passiert nicht, wenn man ein Objektiv auf- oder abblendet. Das wäre auch völlig unakzeptabel. (MIST! Jetzt ist mir doch vor lauter schreiben bei eBay ein Novoflex BALUNI für läppische 11 Euro durch die Lappen gegengen...)

franky schrieb:

Außerdem habe ich gemeint, daß der Weitwinkelbereich ab 55 mm BEGINNT!

Ja, und das ist falsch. Eine Standard- oder Normalbrennweite wird an der Formatdiagonalen bemessen, somit wäre das bei Kleinbild 43mm. Die "genormte" Normalbrennweite bei allen Herstellern ist 50mm, in den 60er Jahren nahm man auch gerne 55mm oder 58mm. Von einigen Herstellern gibt es auch Objektive mit 40mm oder 45mm Brennweite, die auch noch als Normalobjektive gelten. Weitwinkel beginnt unterhalb davon. Der klassische Vertreter ist das 35mm-Objektiv.

franky schrieb:

Ich persönlich kenne keinen Modefotografen, der eine Brennweite von 24 mm verwendet.

Dann schau Dir einfach mal moderne Werbungen an, da muss es poppig sein, ausgeflippt. Also werden da auch durchaus mal extreme Brennweiten eingesetzt. Mode ist ja nicht gleich langweilige Katalogfotografie. Die Modefotografie ist mitunter sehr kreativ, und da ist erlaubt, was gefällt.

franky schrieb:

Richtig ist, daß meistens Brennweiten von 180 bis 300 mm verwendet werden. (wegen der Tiefenschärfe -oder hieß das Schärfentiefe?)

Ja, in der klassischen Modefotografie schon. Das hat einfach Vorteile wegen Arbeitsabstand und Perspektive - und natürlich Schärfentiefe.

franky schrieb:

Ich bin persönlich der Meinung, daß man in einem Forum keine wissenschaftlich ausgearbeitete und belegte Testberichte veröffentlichen sollte,

Aber man sollte trotzdem fachlich Korrekt bleiben. Und daher habe ich erlaubt, ein Paar Korrekturen anzubringen.

franky schrieb:

Einfach, kurz, knapp und verständlich... Nur bitte bedenke auch, daß weitere Ausnahmen und Optionen einen "Anfänger" ... nur noch mehr verwirren und neue Fragen aufwerfen.

Ja, aber noch mehr Verwirrung stiften falsche Antworten. Ich weiß nicht, wie Du auf diese Idee mit der Frontlinsenwölbung und Verzerrungen im Bild gekommen bist, aber das ist nun mal nichts weiter, als eine phantastische Geschichte. Auch mit Deiner Annahme, Weitwinkel beginne bei 55mm, bist Du schief gewickelt. Daher ist es nicht ratsam, dass Du einem Anfänger so ein Zeugs erzählst.

franky schrieb:

Sorry dafür, wenn das in Deinen Augen stümperhaft, falsch und unqualifiziert angekommen ist.

Ja, nun mach mal langsam. Ich habe einfach ein paar Dinge richtig gestellt oder den Blick ein wenig erweitert. Nicht mehr. Wenn Du selber in Sachen Fotografie noch Fragen hast, gibt es doch bestimmt ein gutes Nikon-Forum, oder? Ich bin hauptsächlich im Minolta-Forum.de unterwegs, auch da bist Du als Nikon-Fotograf gerne gesehen. Außerdem gibt es noch Google Groups de.rec.fotografie, dort weht zwar manchmal ein rauhes Lüftchen, aber dafür bekommst Du auch sehr kompetente Hilfe.

Viele Grüße,
Dennis.

Beitrag geändert von Dennis (2006-05-20 16:33:32)

Offline

#6 2006-05-27 11:57:00

franky
Forenmitglied
Ort: 67251 Freinsheim
Registriert: 2004-05-11
Beiträge: 66
Website

Re: Mollige Fotografie und Probleme mit 2 Kameras

Hallo Dennis.
Da siehste mal, daß man immer mal wieder was Neues lernen kann. Da hat man mich vor einigen Jahren verdammt falsch informiert, oder ich habe das Ganze falsch verstanden. Auf jeden Fall - so muß ich zugeben - habe ich da etwas gehörig durcheinander gebracht. Ich bin es gewohnt, daß ich Fehler gerne auch zugebe. Allwissend bin ich nicht.
Danke für die Korrektur - auch wenn sie etwas grob war. Aber man lernt ja bekanntlich nie aus. Und ich bin nicht so vermessen, alles zu wissen.
In diesem Sinn
immer gut Licht an Dich.
mfg
Franky


Es ist nicht gesagt daß es besser wird, wenn es anders wird.
Wenn es aber besser werden soll, dann muß es anders werden. (Curt Goetz)

Offline

#7 2006-05-28 16:13:19

Dennis
Forenmitglied
Registriert: 2006-05-05
Beiträge: 11

Re: Mollige Fotografie und Probleme mit 2 Kameras

Hallo Franky,

Dann is ja alles in Ordnung. Sorry, war nicht grob gemeint.

Viele Grüße,
Dennis.

Offline

Fußzeile des Forums

 
Artring.com | Artring.de