Home  |  Galerie  |  Forum  Registrieren  |  Anmelden  

Sie sind nicht angemeldet.

#1 2010-09-27 20:58:31

Armageddon
Gebannt
Registriert: 2010-02-18
Beiträge: 816

Reden wir über Kunst !

Kunst und Ästhetik vom Feinsten.

Dass die Völker der westlichen Hemisphäre trotz Endzeitstimmung und Anti-Kunst noch nicht verblödet sind,
beweisen die anderen Kunstbranchen.
Sah gestern nochmal den Film Dirty dancing im Fernsehen. Es ist unfassbar mit welch genialen Fähigkeiten
und höchster Ästhetik, Menschen in den anderen Kunstbereichen wie Film, Musik oder Tanz usw. unbehindert
hochgradige Kunst schaffen und ihr Name und Werk unsterblich werden, während die Bildende Kunst brutal
niedergeknüppelt im Schlamm unter den Knien der Folterknechte einer Filz- und Fettsekte um ihr Leben röchelt.

Nur einige Auszüge aus dem Film:

http://www.youtube.com/watch?v=HpBdkoE2 … re=related                                        Part 1
http://www.youtube.com/watch?v=UlRS9Drr … n-2r-19-HM                                        Part 2
http://www.youtube.com/watch?v=64FlVcdc … re=related                                         Part 3
http://www.youtube.com/watch?v=WpmILPAc … re=related finale            46 mill. X angeklickt
http://www.youtube.com/watch?v=sqWaIlXd … re=related                 Best Songs and Scenes

Reden wir über Kunst! Welche Kunst fasziniert euch am meisten? Welches Werk, Szene usw.
Wer ist für euch der größte Künstler? Ich weiß, ein endloses Thema.
Lasst eurer Begeisterung freien Lauf!
Links nicht vergessen!

Gruss  Armageddon

Anhang: Patrick Swayze und seine Frau bei der Oscarverleihung 1989 für Fackeln im Sturm   Quelle : Wikipedia


Hochgeladene Bilder

Beitrag geändert von Armageddon (2010-09-27 21:02:06)


--- Allein die Ästhetik ist der Weg, das Ziel und der Schlüssel zum Geist und zum Herzen des wahren Kunstliebhabers!  Armageddon

Offline

#2 2010-09-28 14:02:52

niwatoriah
Gast

Re: Reden wir über Kunst !

Na, mein Juta,

dett Pulva iss vaschossen! Neben soviel Titanentum macht sich die persönliche Vorliebe doch recht laienhaft und mikrig aus. Was mich am meisten verblüfft hat, ist, dass du Dirty Dancing hier aufführst. Nee watt denn, ehrlich? Das kommt mir ja wie´n vaklemmta Teenytraum vor, denn meine Tochter hat mit 12 High-School-Musical gediggt.

Nun bin ich weit davon entfernt, mich über etwas lächerlich machen zu wollen. Aber das ist nun doch ne absolut andere Seite, wo ich die Parallele zur großen Kunst nicht verstehe. Gut, die amerikanischen Tänzer und Musiker haben nen enormen Drill, was die machen, das sitzt. Aber wo ist die große Kunst?

Ich selbst habe immer etwas Schwierigkeiten mit großer Kunst, weil sie so vorgeprägt ist wie ne Hitler-Autobahn. Damit meine ich, dass - so meine persönliche Beobachtung - die Leute auf der vorgetretenen, vorgekauten und vorinterpretierten Spur in ihrer Wahrnehmung genau das sehen, was ihnen die Kunstkuratoren zuvor erzählt haben. Wer sieht denn, was wirklich dahinter steckt. Ich denke dabei an van Gogh, der sich elendig gequält hat oder an Tulouse Loutrec. Und da stehen die Leute nun davor, ohne auch nur den geringsten Gedanken an den Menschen, der sich das aus dem Kreuz geleiert hat, und dröhnen, was sich immer gut macht, über den gekonnten Strich oder das Sujet daher, möglichst noch´n Sektglas in der Hand und ne tiefausgeschnittene Dame anner Seite.

Die Seite der Kunst, die das Streben und Empfinden des Menschen betrifft, rührt mich an, der ganze Rummel drumherum stößt mich ab. So hat sich mir eine automatische Bremse eingebaut, die mich Namen etc. immer vergessen lässt, so dass ich gar nicht mitreden kann, wenn die "Kenner" damit um sich schmeißen. Und doch, Caravaggio, da Vinci, Cranach etc., datt klingelt natürlich auch bei mir, mehr aber nicht.

Wichtig finde ich, selbst auch praktisch was in Richtung Kunst zu machen, wobei die Beschäftigung fast wichtiger ist als das Produkt. Man sollte vielleicht auch bedenken, wie viele Menschen nicht singen mögen, nur weil der Lehrer inner Schule sie deswegen mal lächerlich gemacht hat.

Und da schließt sich der Kreis zu deinem Traum vom "Dirty Dancing", denn das ist eine gewisse Lockerheit, Losgelöstheit, Besessenheit, die sich mancher aus Peinlichkeit vor möglicher Verunglimpfung verkneift und dann lieber auf das sichere Terrain der "Großen Kunst" latscht.

Grüße,

Andreas

#3 2010-09-28 15:53:12

arte60
Forenmitglied
Registriert: 2006-12-30
Beiträge: 91

Re: Reden wir über Kunst !

Dirty dancing:

Allein der Titel der Klischee-Romanze zwischen einer naiven Arzttochter und einem Ferien-Ressort-Animateur lässt einen sofort an zeittypische Föhnfrisuren, überchoreografierte Tanzszenen und legendäre Oneliner denken ("Ich habe eine Wassermelone getragen").
Spiegel

„Der Überraschungserfolg der Kinosaison 1987/88 entpuppt sich als inhaltlich und formal gleichermaßen biederer Unterhaltungsfilm, der leichte Anrüchigkeit mit sentimentaler Moral zu kombinieren versucht, in der Präsentation von Tanzszenen und Liebesromanze mit Happy-End aber ganz offensichtlich einen ‚zeitgeistlichen Nerv‘ getroffen hat.“
Lexikon des Internationalen Films

Ich empfehle für die Unverbesserlichen folgenden Link:
http://www.rp-online.de/gesellschaft/le … 61831.html

Offline

#4 2010-09-28 19:07:14

Armageddon
Gebannt
Registriert: 2010-02-18
Beiträge: 816

Re: Reden wir über Kunst !

Hallo Andreas,

niwatoriah schrieb:

dett Pulva iss vaschossen!

Von welchem Pulver redest du? Wenn du meinst, mir fällt zu meinem Lieblingsthema nichts mehr ein, hast du leicht daneben gegriffen.
Nur habe ich die Verfechter der A-K leider zu früh verschlissen und eine Pause tut den Mitlesern auch mal gut, zumal sich Alex nach einer
Diskussion über Kunst sehnte.

niwatoriah schrieb:

Aber das ist nun doch ne absolut andere Seite, wo ich die Parallele zur großen Kunst nicht verstehe. Gut, die amerikanischen Tänzer
und Musiker haben nen enormen Drill, was die machen, das sitzt. Aber wo ist die große Kunst?

Vielleicht hättest du deine Aufmerksamkeit mehr auf die Hauptaussage meines Beitrags gelegt, denn die war:
„Es ist unfassbar mit welch genialen Fähigkeiten und höchster Ästhetik, Menschen in den anderen Kunstbereichen wie Film, Musik oder
Tanz usw. unbehindert hochgradige Kunst schaffen und ihr Name und Werk unsterblich werden, während die Bildende Kunst brutal
niedergeknüppelt im Schlamm unter den Knien der Folterknechte einer Filz- und Fettsekte um ihr Leben röchelt.“

Die Aussage und Botschaft war; dass hier „ungehindert“, freie und hochgradige Kunst geschaffen werden kann, während dort die Dik-
tatur der Kunstvereitelung herrscht. Das betrifft nicht nur diesen Film, der nicht jedermanns Geschmack sein muss und in dem ich in er-
ster Linie die tänzerische und musikalische Leistung als Kunst betrachte, sondern alle übrigen freien Künste. Wenn du glaubst selbst
Kunst zu schaffen, dann vergleiche diese Leistung mal mit deinen bescheidenen Fähigkeiten. In wie weit ein ganzer Film Kunst ist, dass
dürfte um Einiges schwieriger zu beurteilen sein als die Beurteilung eines 2 dimensionalen Gemäldes alter oder neuer Meister.
Es lässt sich aber sagen, dass der schlechteste Film, Tanz, Musik, Buch oder Sonstige um ein Vielfaches besser ist, als ihr am lautesten
bejubelter Geistesabfall. Nix mit Puver verschossen.


Du tratest hier mit dem Anspruch an, dich über Kunst auszutauschen. Ich bin hier nicht der Einzige. Kannst ja mal ein eigenes Thema
eröffnen! Nur nicht grad so flach wie „Watt iss denn hier los“!

niwatoriah schrieb:

Damit meine ich, dass - so meine persönliche Beobachtung - die Leute auf der vorgetretenen, vorgekauten und vorinterpretierten
Spur in ihrer Wahrnehmung genau das sehen, was ihnen die Kunstkuratoren zuvor erzählt haben.

Wer nicht selber denkt, wird gegängelt, verschaukelt und übervorteilt.
Mein Reden seit 14/18:     http://forum.artring.net/viewtopic.php?id=2324    gilt auch für viele andere Lebenssituationen.

Gruss Armageddon


--- Allein die Ästhetik ist der Weg, das Ziel und der Schlüssel zum Geist und zum Herzen des wahren Kunstliebhabers!  Armageddon

Offline

#5 2010-09-28 21:50:53

Armageddon
Gebannt
Registriert: 2010-02-18
Beiträge: 816

Re: Reden wir über Kunst !

Werter Herr arte60

Danke für ihren Link. Er zeigt, dass Kritik ein Teil der Kunst ist. Diese Kritik fehlt der Anti-Kunst gänzlich, weil sie vernichtend
ausfallen würde. Also wurde sie schon lange abgeschafft und durch Lobhudeleien der zensierten Medien ersetzt. Außer bla
bla und Verwässerung des Kunstbegriffes hat es nie einen Verriss der Objekte von Beuys, Warhol, Pollok und den vielen an-
deren Kunstbanausen gegeben. 

Gruss Armageddon


--- Allein die Ästhetik ist der Weg, das Ziel und der Schlüssel zum Geist und zum Herzen des wahren Kunstliebhabers!  Armageddon

Offline

#6 2010-09-29 13:33:12

arte60
Forenmitglied
Registriert: 2006-12-30
Beiträge: 91

Re: Reden wir über Kunst !

Zum Thema Kunstkritik und der Angst der Kritiker vor der Kritik:

http://www.zeit.de/2004/05/Kunstkritik

Zur aktuellen Kunst und ihrer Problematiken:

http://www.zeit.de/2002/24/200224_kunstfrage_xml

Zum Künstler und Dilettantismus:

http://www.zeit.de/2004/07/Kunstdilettantismus

Empfehlenswerte Literatur von Kunstkritikern und Experten über Kunst:

Werner Schmalenbach: “Über die Liebe zur Kunst und die Wahrheit der Bilder” oder auch “Bilder des 20. Jahrhunderts”

Werner Spies: “Kunstgeschichten: von Bildern und Künstlern im 20. Jahrhundert“ oder auch „Das Auge am Tatort, 80 Begegnungen mit Kunst und Künstlern“

Empfehlenswerte Kunstphilosophen unserer Zeit:

Michel Foucault, McLuhan, Jean Baudrillard

Und zum Schluss noch ein schönes Bildbeispiel zum Thema Kunstkritiker:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c … ,_1889.jpg


Grüsse

Offline

#7 2010-09-29 19:02:56

niwatoriah
Gast

Re: Reden wir über Kunst !

Lieber arte 60,

vielen Dank für die Informationen, das war wohltuend.

Andreas

#8 2010-09-29 21:15:12

Armageddon
Gebannt
Registriert: 2010-02-18
Beiträge: 816

Re: Reden wir über Kunst !

Werter Herr arte60

Ich hatte gedacht in diesem Thread über Kunst zu reden. Somit verlege ich diese Diskussion nach
http://forum.artring.net/viewtopic.php?id=2313  in Beitrag  52

Gruß Armageddon


--- Allein die Ästhetik ist der Weg, das Ziel und der Schlüssel zum Geist und zum Herzen des wahren Kunstliebhabers!  Armageddon

Offline

#9 2010-09-29 21:51:03

niwatoriah
Gast

Re: Reden wir über Kunst !

Lieber Amargeddon,

du benimmst dich wie der Seitenbetreiber. Ich fand es jedoch sehr hilfreich, einige Hintergrundinformation zu unserer Zeit und unserer Kunst zu erhalten. In vielen Punkten deckt sich das mit meiner Vormeinung, jedoch hat´s noch etwas mehr Differenzierung gebracht. Auf jeden Fall stützt es meine Meinung, dass es eher die Entwicklung der Rezeption durch die Medien und der Verlust allgemeingültiger Maßstäbe ist, der zu den Irrungen und Wirrungen unserer Zeit führt und nicht eine Kunstmafia.

Mich hatte - wie wohl auch arte60 - die seitliche Pirouette zu "Dirty Dancing" etwas verwirrt. Nicht zu Unrecht wird in dem einen Zeitartikel darauf verwiesen, dass Musikkonzerte nach Stil getrennt bewertet werden, während in der bildenden Kunst alles in einen Topf geworfen wird. Und in dieses Potpouri wirfst du nun wie ein Lorrbeerblatt "Dirty Dancing" hinein.

Kunst hat - darauf habe ich schon hingewiesen - für mich viel mit menschlichem Empfinden zu tun Darüber könnte man ja mal was verlauten lassen z.B.. Es wäre ja schade, hier n Ding anzureißen und es abzuwürgen, bevor es überhaupt in Gang gekommen ist!

Andreas

135511-andreas-hahn:der-rote-hahn

#10 2010-09-30 12:32:06

arte60
Forenmitglied
Registriert: 2006-12-30
Beiträge: 91

Re: Reden wir über Kunst !

Sehr geehrter Herr Andreas,

es freut mich zu hören das wenigstens einer diese Artikel gelesen hat, bevor man sich zur Thematik äussert.
Mich hat die seitliche Pirouette zu Dirty dancing nicht verwirrt, sonder sie hat meine Meinung über die Art und Weise der Kunstrezeption des Herrn Amargeddon bestätigt.
Davon abgesehen das die Problematiken der Kunstszene nicht in einer existierenden Kunstmafia (Verschwörungstheorien und das dazu gehörige Ohmachtsgefühl gibt es in jedem Bereich und sie bewirken letztendlich das das Leben derjenigen die sich unterdrückt fühlen erträglicher scheint) zu sehen sind, wäre es wesentlich lohnenswerter sich bei passender Gelegenheit selbst und die eigenen Sichtweisen in Frage zu stellen. Dieser Mangel an Selbstüberprüfung führte letztendlich auch zum Desaster in der Kunstszene wie auch im Allgemeinen. So gesehen ist Herr Amargeddon ein sehr schönes Beispiel für eine Mehrheit die sich ihr Leben sehr einfach und ohne sich selbst jemals zu hinterfragen gestalten. Der verbale oder schriftliche Meinungsaustausch mit diesen Personen langweilt mich, da leider keine neuen Ansichten vertreten werden. In ihrer stetigen Wiederholung von abgegriffenen Thesen und Theorien unterscheiden sie sich nur noch in ihrer Radikalität oder ihrem Fanatismus.
Interesanter wäre es dann schon sich über eigene, persönliche Kunstdefinitionen zu unterhalten ohne in Klischees abzugleiten. Überhaupt gibt es eine Menge von Themen die man zur allgemeinen Bereicherung erörtern könnte, wie z.B. die eigene Motivation zur Kreativität angesichts der Tatsache einer nie dagewesenen Bilderflut oder wie verarbeitet man die digitalen Medienwelten um dann doch auf eigene, archaische Stilmittel zurückzukommen ect, ect…

Grüsse

Offline

#11 2010-09-30 14:08:01

Ferich
Forenmitglied
Registriert: 2010-05-29
Beiträge: 433

Re: Reden wir über Kunst !

Ein Gespräch über Kunst ...

...für mich hat jede Kunstform  (Musik,Bild,Film,Literatur,Lyrik etc) einen therapeutischen Hintergrund, etwas selbst zu erschaffen setzt Botenstoffe frei, die sich positiv auf dem Menschen auswirken. Und dabei ist es sekundär - ob es anderen gefällt, gerade in der heutigen Gesellschaft wird der Narzissmus, auch durch die Medien, immer stärker gefördert. Und der Narzissmus zeigt besonders die Seite des Egozentrikers, auffallen um jeden Preis - auch um den Preis die eigene Würde und Achtung zu verlieren. Ich finde es sollte sich jeder in der Kunst austoben dürfen - als ein Mittel die unterdrückten und verdrängten Aggressionen zu kompensieren. Sich darstellen ohne Gewalt, aber Gewalt ausdrücken dürfen, aller Gewalt die psychischen sowohl auch die physischen. Im pädagogischen Erfahrungsaustausch eine wertvolle Hilfe, weil Kindern und Jugendlichen oftmals die Worte fehlen, wenn ihnen im Elternhaus die natürlichen Bedürfnisse versagt werden.

Offline

#12 2010-10-01 08:04:35

niwatoriah
Gast

Re: Reden wir über Kunst !

Halloh Ferich,

genau der therapeutische Ansatz ist es, der mich Bilder machen lässt. Ich habe bis vor zwei Jahren nix mit "Kunst" am Hut gehabt. Durch Zufall kaufte ich günstig einen Malkasten, dachte dabei an die Kinder, war dann aber selbst sehr erstaunt über die Auswirkungen auf mich.

Nun hab ich ne Menge Bilder im Internet und natürlich auch ne Menge anderer gesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass in der Regel Bilder, die unbequeme (politische) Tatsachen darstellen, geschnitten werden. Nur jene Darstellungen, die sozusagen Misstände auf eine individualpsychologische oder überpersönliche globale bzw begriffliche Ebene schieben, werden angenommen. Ich habe noch kein Gemälde mit einem ölverschmierten Kormoran gesehen, obwahl die Gelegenheit solche zu malen im Golf von Mexiko und im Chinesischen Meer gerade gegeben ist.

arte60 wie auch die Zeitartikel sprachen die fehlende Selbstbegschränkung an. Marshal McLuhan hat gesagt: "Das Medium ist die Botschaft.". Das Medium unserer Tage ist der ständig wachsende Konsum und nichts anderes. Die Medien übertönen mit ihrer Bilderflut diesen einfachen Grundtatbestand. Als ich Kind war, gab´s Mehl noch aus ner Schublade in ne braune Tüte, die Milch wurde in die Kanne geschöpft. Heute gibt es 80 g Packungen z.B. Wurst mit nem Kilopreis über 30 Euro. Heute gibt´s im Discounter nur noch Beuteltee, und dieser ist noch 3 Mal so teuer, wie der Noname-Beutel-Tee zuvor. Mir kommt es so vor, als wenn diese Generation total verblödet und auch nicht mehr in der Lage ist, irgendetwas im Kopf umzurechnen bzw. die Folgen von etwas zu bedenken. Und sie ist zu faul und zu blöde, Kaffe innen Filter zu tun, sondern haut sich für eine Tasse lieber n Pad inne Maschine. Als "Ausgleich" sozusagen flüchtet man  in eine Art von Ablenkung, und dazu gehört auch die Kunst in ihrer passiven wie aktiven Behandlung.

Bei aller Bewunderung für handwerkliche Fertigkeiten, die mir etwas abgehen, fehlt mir bei vielen Bildern irgendeine Form von Anteilnahme, von Empathie. Stattdessen werden immer die gleichen Klischees produziert, häufig auch noch genauso, wie sie in den Hochglanz-Werbezeitschriften abgebildet sind. Und so wie Benetton seinerzeit mit blutiger Kleidung geworben hat, so bildet die Kunst spektakuläres im Sinne einer Sensation ab, so wie die Medien immer spektakulärere Bilder zeigen.

So glaube ich, dass über Jahrzehnte der Steigerung der Darstellung von Gewalt aus diversen Kriegen etc. - denken wir an die sterbende Lady Di - die Empathiefähigkeit abgestumpft ist. Die Dinge werden nur noch als "Dosis" wahrgenommen, nicht mehr als Bedeutung. Ich glaube deshalb, dass die Kunst, statt voll in diesem Trend mitzuschwimmen, die Aufgabe hat, sich dagegen aufzulehnen. Und so versuche ich mit meinen Bildern einen Gegentrend zu vertreten. Zwar würde ich gern auch mehr können, aber dann liege ich genau in dem blinden Fleck, den die Kunstszene heute darstellt. Und was ich auf den Tod nicht ausstehen kann, ist die sogenannte "Bewusstseinsbildung". Das ist ein dämliches Label. In der Schule meiner Kinder hat man nicht etwa den Dreck weggefegt, sondern ne Fotoecke zur Bewusstseinsbildung gemacht, der Dreck bleibt liegen.

Kunst soll die Menschen in ihrem Herzen bewegen zu mehr Verständnis, zu mehr Gefühl, zu Tatendrang, letztendlich zu mehr Lebensfreude. Davon kann ich häufig nichts erkennen. Und der individualtherapeutische Gedanke ist nicht schlecht, aber er führt nicht zu einer übergreifenden Sicht.

Die Frage der gesellschaftlichen Verantwortung und des gemeinsamen Urgrundes unseres menschlichen Zusammenlebens sollte im Mittelpunkt künstlerischen Schaffens stehen. Das ist meine Auffassung, obwohl ich weiß, dass das praktisch total verpönt ist.

#13 2010-10-01 11:25:09

Ferich
Forenmitglied
Registriert: 2010-05-29
Beiträge: 433

Re: Reden wir über Kunst !

Hallo Niwatoriah,
Ich male schon immer, früher als ich noch in die Grundschule ging und nicht schlafen konnte, saß ich nachts in der Küche und malte, ich glaube, das hat mir das Überleben gesichert.
Sicher sind brutale Bilder nicht gern gesehen, wer will denn die Wirklichkeit sehen? Wer kann sie verkraften? Alle Bilder in den Medien werden gesellschaftsfähig zerstückelt, poliert und hergerichtet. In der Politik ist es nicht anders, alles wird in Form geredet, die Wirklichkeit wie zb. Buchschreibene Politiker  soll verschwiegen werden, auch wenn die Wahrheit überall sichtbar ist. Verdrängen, verfälschen wie das bekannte Bild der drei Affen.
Das Fatale daran ist, dass sich dieses Verhalten durch alle gesellschaftlichen Klassen (Schichten als abgemilderte Ausdrucksweise) zieht. Und wer steht am Pranger die Jugend, dabei sind sie doch nur das Produkt unser Gesellschaft, wie krank unsere Gesellschaft ist, zeigt sich immer an den Kindern. Wie es den Kindern geht, geht es der Gesellschaft. Die Armut ist nicht nur materieller Natur, sondern das Fehlverhalten liegt in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Und die fängt bei den Kindern an, wenn Kinder als störendes Nebenprodukt unserer Gesellschaft angesehen werden oder nur als Kostenfaktor, wo soll ein Kind Empathie, Herzenswärme, Menschenwürde und Respekt lernen?
Empathie muss vor gelebt werden,  Kunst kann als Ventil  für Kinder und Jugendliche nützlich sein, aber natürlich auch für ältere Menschen als ein Weg seine Welt - seine Wirklichkeit anderen mitzuteilen ohne notwendige  störendes Beiwerk oder Dekorationen.

„Das Medium unserer Tage ist der ständig wachsende Konsum und nichts anderes.“

Früher wurde die Religion oder Gott, Jesus und Maria verehrt, anstelle dessen ist der Konsum getreten. Wie sagte Erich Fromm so treffend:“ In einer Gesellschaft in der es das oberste Ziel ist, zu haben und immer mehr zu haben, wie kann es da eine Alternative zwischen Haben und Sein geben? Es scheint im Gegenteil so, als bestehen das eigentliche Wesen des Seins im Haben, so dass nichts ist, wer nichts hat.“

Und dennoch so schön wie es früher einmal war, war es nie gewesen. Wir erinnern uns oftmals nur an die positiven Ereignisse und blenden das Negative aus. Der Verpackungswahn, könnte auch mit unserer Scheinwelt zusammenhängen, sogar der Tee muss aufgemotzt werden, Natürlichkeit die Schönheitsideale stellen eine Verklärung der Wirklichkeit dar. Was nicht passt wird passend gemacht, auch die Kunst wird da nicht verschont.

Aber es gibt überall auch Ausnahmen Menschen die Hinweise aufzeigen, die die Finger in die Wunde legen, da sollte man hinschauen und eventuell selbst seinen Beitrag dazu leisten. Herman van Veen ist so ein Mensch.

Die Frage der gesellschaftlichen Verantwortung und des gemeinsamen Urgrundes unseres menschlichen Zusammenlebens sollte im Mittelpunkt künstlerischen Schaffens stehen. Das ist meine Auffassung, obwohl ich weiß, dass das praktisch total verpönt ist.

Jeder darf den Anfang machen und andere mitziehen und begeistern ... jeder kann aufstehen und etwas tun, gegen so viel Unrecht dort und da in unsere Gesellschaft. Kunst könnte und kann da ein gutes Podium sein.

Allen einen guten Tag ...

Offline

#14 2010-10-01 19:49:52

arte60
Forenmitglied
Registriert: 2006-12-30
Beiträge: 91

Re: Reden wir über Kunst !

Ferich,
für einen Anfänger mag Ihre Aussage das jede Kunstform einen therapeutischen Hintergrund hat sicherlich zutreffen, wenn Sie damit das Glücksgefühl meinen etwas mit eigenen Händen erschaffen zu haben. Bleibt man jedoch auf diesem Status ist die ausgeübte Kreativität nichts weiter als ein Akt der Selbstbefriedigung und die dabei entstehende Sucht nach mehr. Insofern wäre es für manch einen Anfänger leichter stetig und reichlich Schokolade zu essen.

Kunst zu erschaffen ist jedoch ein wesentlich komplexerer Prozess. Mit steigender Erfahrung und der intensiven Auseinandersetzung mit der Kunst und damit meine ich nicht nur die eigenen Werke, verändert sich auch die eigene Einstellung zu dem was man erschafft. Man formt sich und seine Werke und das nicht in einem Zeitraum von wenigen Jahren, sondern sein ganzes Leben lang. So wie die Beherrschung von Techniken ihre Zeit fordert, ist die geistige Weiterbildung auch eine Frage der Zeit. Dabei gibt es natürlich auch zahlreiche Rückschläge und die wahren Glücksmomente werden immer seltener. Ersetzt wird dieses Glücksmoment von dem Bestreben im nächsten Werk besser zu werden oder das Thema noch einmal vielleicht schlüssiger in eine Bildsprache zu übersetzen. Nur der unzufriedene Künstler besitzt genügend Motivation zum Weiterarbeiten. Das man dabei unwillkürlich zu einem Egozentriker wird finde ich dabei nur natürlich. Wer sonst geht den dornigen Weg zum Künstlerdasein mit allen damit verbundenen Unsicherheiten, wenn man nicht über ein gehöriges egozentrisches und egoistisches Potenzial verfügt? Das bedeutet aber nicht zwangsläufig das man bei jeder sich bietenden Gelegenheit nackt auf dem Tisch tanzt, aber es erfordert ein gesundes Selbstbewusstsein und Überzeugungskraft. Nach wie vor ist der Künstler in jeder Gesellschaft ein Außenseiter und zwar nicht nur aus eigenem Antrieb heraus, sonder auch weil immer noch viele Leute zwar gerne „richtige Künstler“ kennen lernen wollen, aber wenn es dann ernst wird bleibt es doch bei dem typischen „na ja, diese Künstler...“

Sich in der Kunst auszutoben um seine verdrängten Aggressionen loszuwerden kann sicherlich für manch einen heilsam sein, das hat aber wenn es dabei bleiben sollte recht wenig mit der Erschaffung von Kunst zu tun. Die Erschaffung von Kunstwerken beginnt in den meisten Fällen erst dann, wenn man die Fähigkeit erwirbt sich selbst in allen seinen Facetten zu reflektieren und das Kunstwerk seinerseits die Persönlichkeit des Erschaffers widerspiegelt. Dabei sind die Möglichkeiten einen eigenen Stil zu finden so zahlreich wie es die eigene Persönlichkeit erlaubt. Die Beschränkung oder Erweiterung im Ausdruck liegt dabei nur bei einem selbst.

Jugendliche und Kinder sind also in diesem Sinn keine „kleinen Künstler“. Ihre Ausdrucksfähigkeit bezieht sich ganz auf das Intuitive aber ihr Entwicklungsstatus lässt eine differenziertere Betrachtung ihres Egos nicht zu.
Ein anderes Beispiel wäre die „Sammlung Prinzhorn“ (http://prinzhorn.uni-hd.de/)  mit Werken von „geistig kranken“ Menschen. Die Sammlung macht glauben das die Kunsttherapie ein gesichertes Mittel ist um „Geisteskranke“ aus ihrer Isolation oder gar ihrer Krankheit zu leiten, dem ist natürlich nicht so. Kunsttherapie ist kein Allheilmittel und die dabei entstehenden Werke sind nicht automatisch Kunstwerke nur weil wir ihren Inhalt und die darauf dargestellten anderen Welten nicht verstehen. Außerdem ist es bemerkenswert das auch einige dieser „geistig Kranken“ wie z.b. Adolf Wölfli (http://www.adolfwoelfli.ch/) in ihren Werken Entwicklungsphasen aufzeigen, das also eine Weiterbildung im Ausdruck statt gefunden hat, also kann man von archaisch, reinen und unbeeinflussten Kunstwerken nicht reden, aber man kann Ansätze zu wirklichen Kunstwerken finden.

Grüsse

Offline

#15 2010-10-01 19:53:05

arte60
Forenmitglied
Registriert: 2006-12-30
Beiträge: 91

Re: Reden wir über Kunst !

Niwatoriah,
da Sie offensichtlich McLuhan kennen wird Ihnen Baudrillard auch ein Begriff sein. Ich finde seine Theorien das sich die Grundwerte unserer Gesellschaft auflösen, weil das Überangebot von jeder sich nur denkbaren Sichtweise nur eine absolute Leere hinterläst und eigene Erfahrungswerte unmöglich macht, sehr überzeugend und gleichzeitig beruhigend. Natürlich können wir nicht mehr zurück in die 60iger, aber wir haben die Möglichkeit diese allumfassende Leere mit anderen Dingen aufzufüllen. Hier ist wieder Kreativität gefragt und nicht ein stures Wiederkäuen.

Ich glaube nicht das die Gewaltdarstellungen in Bildern dazu führt das der Betrachter abstumpft oder seine Empathiefähigkeit verliert, sondern der Kontext indem Gewalt präsentiert wird ist entscheidend. Extreme Gewaltdarstellungen in der Kunst hat es schon immer gegeben, wie z.b. von Goya:
http://www.artrenewal.org/pages/artwork … size=large oder auch http://www.kommunicare.de/01_themen/014 … rieges.htm
Repin: http://www.artrenewal.org/pages/artwork … size=large
bis hin zu David Nebreda: http://obviousmag.org/archives/2005/11/ … eda_1.html
Des weiteren gibt es keine wirklich ernst zu nehmende wissenschaftliche Studie die diese These unterstütz. Zu diesem Thema kann ich den Aufsatz von Manfred Riepe “Das Gespenst der Gewalt. Was Sie schon immer über Gewaltdarstellungen wissen wollten, sich aber bisher nicht zusammenzureimen trauten“ (erschienen in „Das Böse“ Schriftenreihe Forum Bd 3) empfehlen der genau aufzeigt unter welchen falschen Vorbedingungen in Deutschland die These der Gewaltdarstellungen in den Medien und ihre angebliche Beeinflussung gerade auf Kinder und Jugendliche angegangen wurde. Als hauptsächlichen Tatsachenverdreher in diesem Bereich muss man vor allen Dingen die Zeitschrift “der Spiegel” nennen.   

Gesellschaftliche Verpflichtung oder Verantwortung gibt es in der Kunst nicht. Zum einen weil der Künstler sich nicht in der Gesellschaft integriert und es auch nicht nötig hat (siehe Antwort auf Ferich). Nur aus der Distanz heraus ist ein wahres Urteilen über Zustände oder Misstände möglich aber entscheidender ist eher, das der Künstler sich selbst in den Mittelpunkt seiner Kreativität setzt und nur deshalb ist es möglich dem Kunstwerk einen persönlichen, unverwechselbaren Charakter zu geben und nicht in plakative Bilddarstellungen abzurutschen. Dafür gibt es den Designer oder Werbestrategen.

Zum Schluss noch einen gutgemeinten Rat: wenn Sie schreiben das Sie auf Techniken keinen Wert legen oder gar das die Technik Sie in Ihren Ausdrucksmöglichkeiten behindern würde, dann empfinde ich das als Ausrede. Gerade in Ihren eigenen Arbeiten zeigt der ständiger Wechsel von verschiedenen Techniken, das Sie auf der Suche nach einer optimalen Technik sind. Techniken die man beherrscht behindern nicht, sondern erweitern die eigenen Darstellungsmöglichkeiten. Dabei beziehe ich mich nicht auf den üblichen Spruch “Kunst kommt von Können”  mit dem jeder Nichtkünstler seinen Missbrauch treibt, sondern auf meine Überzeugung das die Technik nur ein Hilfsmittel oder Erfüllungsgehilfe ist. Erst wenn man die notwendigen Techniken beherrscht um über optimale Ausdrucksmöglichkeiten zu verfügen, befreit man sich gleichzeitig von der Technik, da nun die Auswahl der Möglichkeiten zur Bildfindung automatisch ihre beste Ausdrucksform findet. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg, aber man muss auch nicht 20ig sein um diesen Status zu erreichen.

Grüsse

Offline

#16 2010-10-02 00:26:46

niwatoriah
Gast

Re: Reden wir über Kunst !

arte60,
für so viel Sorgfalt muss man danken. Baudrillard ist mir nicht bekannt. Jedoch - ich bin ein praktischer Mensch mit Beobachtungsgabe - kann ich dessen Theorie bestätigen. Ich habe eine Zeit lang n Haufen esoterische Literatur verschlungen und das Gefühl gehabt, langsam alles zu verstehen. Jedoch ist das ähnlich, wie eine Blende mit den Farben Rot, Blau und Gelb, die sich mit nem Affenzahn vor einer Glühbirne dreht. Das Ergebnis ist "Weiß" oder die Leere. Interessanterweise ist im Japanischen Gedankengut "Mu", das sich Leermachen, die Voraussetzung für eine Eingebung. Solange ich aber noch an der Dreifarbscheibe drehe, kann sich dieser Zustand nicht einstellen.

Ein Wesenszug des deutschen Menschen ist die Freude an der Widerlegung von gewissen Erkenntnissen, sobald diese eine Einschränkung in die eine oder andere Richtung erfordern. Dafür erwartet er, dass eine - wenn auch noch so unsinnige - getroffene Regelung eingehalten werden muss, tendenziell von allen anderen. Da ich selbst einige Gewalt erfahren habe, kann ich auch beurteilen, wie die diese Ausübenden damit umgegangen sind. In der Regel haben sie sich daran gewöhnt und verbrämen diese noch als Helden- oder Wohltat. Und so haben der gute Goya oder Picasso mir "Guernica" Gewalt nicht als Genre oder Masche dargestellt, sondern als Protest, als Aufrüttelung. Ich bin ganz gewiss, und diese Erfahrung können die Berichte von Kindersoldaten in Afrika bestätigen, dass Gewaltberieselung die meisten abstumpft. So hab ich´s auch von meinem Großvater, der in beiden Weltkriegen den gesamten Krieg an der Front war. Er war sehr sensibel und hat oft darüber geweint, was seine Kameraden angerichtet haben. Insofern lehne ich derlei Sophisterei ab, dass nämlich ein eindeutiger funktionaler Zusammenhang zwischen dem Konsum und Ausübung von Gewalthandlungen linear nicht gegeben sei. Das gehört in die gleiche Ecke, wie die jahrzehntelangen wiss. Studien, die belegten, dass es keinen eindeutigen Zusammenhang von Rauchen und Krebs gebe.

Gesellschaftliche Verpflichtung und Verantwortung gibt es in der Gesellschaft wenig, so auch nicht in der Kunst. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht auch anders sein könnte. Sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen ist nur dann erfolgreich (aus meiner Sicht), wenn dieses Selbst mit den morphogenetischen Feldern  höheren Menschseins verknüpft, also überpersonal ist. Das mit dem Plakativen stimmt allerdings.

Damit sind wir beim letzten Punkt, der Handwerklichkeit. Sie haben Recht: das ist eine zweischneidige Frage. Richtig ist, dass eine größere Fähigkeit einem mehr Spielraum gibt. Allerdings lehne ich es ab, dass die Perzeption des Inhaltes aus formalen Gründen (mangelndes Niveau genannt) abgelehnt wird. Ich suche auch nicht nach Technik, sondern je nach Idee und Gegebenheiten fällt mir immer wieder etwas neues ein. Interessant ist, dass Leute, die ein Kunstdiplom und ne nachgewiesene Ausbildung bei namhaften Leuten sowie Ausstellungen hatten, praktisch n Hundehaufen auf´s Papier setzen können, weil man davon ausgeht, dass sie´s können, es akzeptiert und sogar noch ne tife Bedeutung darein legt. Ich muss aber zugeben, dass ich folgende Einlassung nicht mag: eine sehr penible Malerin sagte mir, dass z.B. mein Bild "Herbstlaub" für sie gerade mal der Rohzustand sei. Nun sie macht derlei Bilder mindestens vier Mal so groß und pixelgenau, so ca. 4 Stück p.a. Da verstehe ich den Sinn nicht. Mir geht´s so, dass ich mich freue, wenn ich Form, Farbe und Ausdruck so "angerissen" bekomme, dass mein Herz die Stimmung empfinden kann. Der Sinn der weiteren Stufen erschleißt sich mir nicht ganz, außer dass die Menschen eine solche Erwartung haben, Und ist die erfüllt, können sie sich auf die Machart statt auf die Bedeutung kaprizieren.

Grüße,

Andreas

#17 2010-10-02 00:59:24

Max
Forenmitglied
Registriert: 2010-03-24
Beiträge: 88

Re: Reden wir über Kunst !

-

Beitrag geändert von Max (2011-01-16 21:21:42)


Habe mich entschieden, das Forum zu verlassen

Offline

#18 2010-10-02 19:55:31

niwatoriah
Gast

Re: Reden wir über Kunst !

Halloh,

das Unterstreichen von Wörtern ist die Arbeit eines Lehreres, Lektors oder Literaten. Zudem handelt es sich um die Schallplatte der absoluten Freiheit der Künste, die nach dem Ende des 2. Weltkrieges unablässig genudelt wurde, dass ein Normalgehirn gar nichts anderes mehr denken kann. Häufig ist es nun allerdings so, dass eine Ideologie genau das Gegenteil von dem postuliert - das nennt man eine Subkimation, was die Realität zeigt, und das sagt Klein Fritzchen so: "Die Kunst geht nach dem Brote!".

Nun habe ich das Pech/Glück, im "Sozialismus" der DDR aufgewachsen zu sein, wo bekanntermaßen die Kunst eine gesellschaftliche Rolle hatte. Gut, das ist alles vom US-Kapitalismus überrollt, der wiederum auf dem absoluten Egoismus, genannt Keynsianismus, aufbaut und behauptet, dass die Menschheit umso glücklicher würde, je konsequenter ein jeder sein Glück konsequent verfolge. Dass das stimmt, sieht man an Hungerberufen wie Krakenschwester, Pfleger etc., die konsequenterweise für ihre Verirrung in den Altruismus durch geringe gesellschaftliche Achtung und schlechte Bezahlung bestraft werden. Dagegen können diejenigen, die die Volkswitschaften mit ihren Zockerspielen an den Abgrund manövriert haben, Millionenboni kassieren, weil sie so konsequent egoistisch sind und damit das Gesamtglück so fördern.

Doch kehren wir zur Kunst zurück: auch hier ist es so, dass wer Egozentrik und Sensationslust konsequent verfolgt, gut kassiert, wer sich um gesellschaftliche Belange kümmert, wird geschnitten. Für mich ist dieser Amerikaner, der einen Totenschädel mit Diamanten im Wert von 24 Millionen Dollar bestückt hat, einer dieser "hach so freien" Künstler, denn ihm geht es wirklich um die Kunst, oder? Oder ist´s vielleicht ein egomanischer Narziss, dem jedes Mittel recht ist, sich ins Rampenlicht zu drängen? So weit ich weiß hat er auch ne Kuh in Acryl gegossen, welches ich für eine absolute Kunst halte, und insofern müsste man jenen Herrn Doktor, der Leichen plastiniert und das ganze Körperwelten nennt, auch unter die ganz großen Künstler einreichen, oder?

Die traditionelle asiatische Kunst, welche allerdings nun gerade durch den sozialistischen Raubtierkapitalismus in China, nachdem die "Kultur" (müsste eigentlich Unkultur heißen) - Revolution alles zerstört hatte, völlig aufgelöst wird, hatte noch einen ganz anderen Ansatz, bei dem jeder Künstler in einer Tradition des Handwerkes stand, wo man z.B. 10 Jahre lang nur vorgegebene Muster auf´s Porzellan pinseln durfte, bis man selbst neue Muster erschaffen durfte.

Wenn wir nun die Gesamtlage der Welt betrachten, wo 1/6 der Menschheit in Armut und/oder ohne sauberes Trinkwasser lebt, wo weder ein einziger Klimarichtwert eingehalten wird noch auch nur im geringsten daran gedacht wird, Mittel für die Bekämpfung der Armmut bereitzustellen (siehe den Abschnitt zuvor über die konsequente Entfaltung des Egoismus), sollte der Mensch, welcher angeblich über die Gabe der Ratio verfügt, vielleicht ein einziges Mal wirklich nachdenken, statt die Schallplatte zu spielen, die der Kapitalismus ihm nun über 90 Jahre lang vorgenudelt hat, denn in den 20ger Jahren hatte das ja schon angefangen.

Es ist mir bis zum Erbrechen bekannt - schon weil ich noch zwei schulpflichtige Kinder habe, dass Begriffe wie "Verantwortung" und "Selbstdisziplin" heute der absoluten Lächerlichkeit preisgegeben sind, denn Eogisten sind ja so entsetzlich empfindlich, wenn jemand ihnen eine Vorhaltung macht, dass sie fast ausrasten. Und da bekommen die meisten Angst und kneifen liueber den Schwanz ein, um Ärger zu vermeiden, den meist haben diese auch entsprechend krakehlende Eltern.

Zurück zur Kunst: die Kunst sollte sich dem allgemeinen Trend entgegen stellen, denn man behauptet schließlich, dass Künstler visionär, sensibel und alternativ seien. oder ist das eine blinde Lüge?

Andreas


PS Es würde mich außerordentlich freuen, wenn der eine oder andere diesem komplexen Gedankengang folgen und sich dazu äußern könnte! Wenn wir nicht umkehren, wer sollte es dann tun?

#19 2010-10-02 20:27:26

Max
Forenmitglied
Registriert: 2010-03-24
Beiträge: 88

Re: Reden wir über Kunst !

-

Beitrag geändert von Max (2011-01-16 21:22:02)


Habe mich entschieden, das Forum zu verlassen

Offline

#20 2010-10-02 22:20:36

Armageddon
Gebannt
Registriert: 2010-02-18
Beiträge: 816

Re: Reden wir über Kunst !

Den Götzen macht nicht der Vergolder sondern der Anbeter. Übertragen auf die heutige Unkultur heißt dies:
hochgejubelte Anti-Kunst macht nicht ein armes menschliches Irrlicht, sondern die Medien. Totenschädel mit
Diamanten und Kuh in Acryl ist Handwerk, Beuys und Konsorten A-K.  Es sind die falschen Medien die uns be-
lügen. Deshalb postete ich schon einmal: Bestelle die Zeitung ab, die dich täglich mit Anti-Kunst auf den Arm
nehmen will.
Bildende Kunst hat von Niemandem den Auftrag bekommen politisch, gesellschaftlich, moralisch, religiös, oder
sonst wie, auf alle möglichen Missstände hinzuweisen. Das sind alles nur Unterstellungen und Forderungen
der Anti-Kunst, die seit über 100 Jahren anti-ästhetische Kunst dogmatisiert um die Kunst zu vernichten. Bil-
dende Kunst soll einfach nur schön und interessant sein, wie alle anderen Künste Musik, Film, Literatur, Tanz
und andere auch.

arte60 schrieb:

Gesellschaftliche Verpflichtung oder Verantwortung gibt es in der Kunst nicht.

Richtig und ich werde sie erinnern!

arte60 schrieb:

Zum einen weil der Künstler sich nicht in der Gesellschaft integriert und es auch nicht nötig hat

Ein Künstler ist Einer unter Gleichen und hat keine Sonderrechte. Aber klar, als einziger aller Künstler wird der
der Keiner ist, nämlich der Anti-Künstler, von Pappa Staat über Wasser gehalten.

Gruß Armageddon


--- Allein die Ästhetik ist der Weg, das Ziel und der Schlüssel zum Geist und zum Herzen des wahren Kunstliebhabers!  Armageddon

Offline

Fußzeile des Forums

 
Artring.com | Artring.de