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#1 2010-01-25 08:01:56

meierhelmbrecht
Gast

Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

Nachdem wir uns zuletzt ausführlich, hauptsächlich Sabine und meine Person, über das Verhältnis zwischen Berufs- und Laienmalern ausgesprochen haben, möchte ich ein Thema zur Diskussion, das mir selbst unter den Nägeln brennt: Wie ist das mit der Kunst, kann sie selbst genügsam sein oder sollte ich mich immer anstrengen, Adressaten, sprich Käufer zu finden, aber wo und wen?

In der Kriegskunst gab eine Regel: Der Krieg ernährt den Krieg, lässt sich das auf das bildnerische Schaffen übertragen und in welcher Form?

Ich hoffe  auf zahlreiche gemeinnützige Beiträge, zu unserer aller Wohl und Unterhaltung, egal ob von Profis, Sonntagsmalern oder Nichtmalern(die Endkunden).

#2 2010-01-25 12:33:13

harlekin
Forenmitglied
Registriert: 2010-01-12
Beiträge: 10

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

@meierhelmbrecht:

Meinst Du, dass sowohl Laien-, als auch Berufsmaler versuchen sollten ihr Portfolio an Mann/die Frau zu bringen? Ich denke, bei den Profis wird es da wohl kaum Alternativen geben. Sie müssen ihr Netzwerke ausschöpfen, um weitere Kontakte zu bekommen, damit sie neue Aufträge bekommen können.
Bei den Laienkünstlern ist es, meiner Meinung nach, nicht so zwingend notwendig, dass sie ihre Sachen verkaufen, da bei ihnen die Malerei ja nicht als Broterwerb dient sondern als kreativer Zeitvertreib.

Zu dem Motto "Kunst ernährt Kunst", möchte ich sagen, dass es durchaus passend ist, da die Möglichkeit Kunst zu präsentieren(wo auch immer) einem die Gelegenheit gibt gesehen, kritisiert und entdeckt zu werden. Erst dieser Umstand, welcher in der heutigen Zeit vielleicht sogar noch schwieriger geworden ist durch Darstellungen im Onlinebereich, befähigt die schaffenden Künstler weiterzuarbeiten und dafür auch entlohnt zu werden.

Gruß,

harlekin

Offline

#3 2010-01-26 03:38:09

Sabine J.
Gast

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

Was stimmt ist, dass Kunst aus Kunst entsteht und sich oft selbst genug. Ob sie Baueche fuellen kann, steht auf einem anderen Blatt. Sie ist sprichwoertlich, meist brotlos.

#4 2010-01-26 05:00:42

meierhelmbrecht
Gast

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

Im engeren Sinne, was das Schaffen aneht, ist Kunst vielleicht selbst genügsam. Im weiteren Sinne würde dies bedeuten, ein Tagebuch zu schreiben, das die Welt nie sieht, oder jedenfalls vor meinem Ableben nicht. Aber bin ich dabei noch oder schon Künstler? Ist das Ziel künstlerischer Tätigkeit nicht immer die Öffentlichkeit
Zur Kunst, die im Kreise schafft zähle ich zb. die ständigen oder vorübergehenden Kunstausstellungen. Wird man dafür eigentlich bezahlt, angenommen man lädt mich zur Dokumenta ein, bekomme ich dafür Geld?

Ob individuelle Kunstwerke je ihren Durchbruch im Online Bereich schaffen, wage ich zu bezweifeln. Der Rahmen, die Homepage, lebt von der Kopie und verdrängt regelmässig die eigentliche Austellung. Je kunstvoller programmiert der WEB-Auftritt daherkommt, um so mehr verschwinden dahinter die Werke, um die es eigentlich geht. Für die Kommunikation über die Kunst ist Internet sicher ein Fortschritt, dem Bildenden Künstler tut es grossen Schaden.

#5 2010-01-26 11:47:20

harlekin
Forenmitglied
Registriert: 2010-01-12
Beiträge: 10

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

@meierhelmbrecht:

Die Sphären in denen man Kunst antreffen kann, öffentlich/privat, sind Gegensätze, die, meiner Meinung nach, notwendig, sich quasi bedingen, um sich einerseits voneinander abzugrenzen und andererseits sich in ihrem Zusammenspiel ergänzen bzw. erweitern. Ich will damit sagen, jeder Bereich wirkt verschiedene Einflüsse auf den anderen aus und spiegelt auch in gewisser Weise Teile unseres inneren wider.
Ich denke schon, dass Du Geld dafür bekommen würdest, wenn man Deine Werke z.B. bei der Dokumenta ausstellen würde. Die Frage bliebe wieviel? Das ist dann doch sehr stark von Deinem Bekanntheitsgrad abhängig, vermute ich! Aber selbst wenn dieser noch nicht sehr besonders hoch wäre, hättest Du einen Schritt in Richtung Selbstvermarktung gemacht, der über die Veröffentlichung hin zur neuen Auftragsvergabe beitragen kann. Zudem kannst Du natürlich, abgesehen von dem "einfachen" Betrachten der Werke anderer Künstler_innen, neue persönliche Beziehungen knüpfen, die Dir dann sowohl für finanzielle als auch, was vielleicht etwas wichtiger ist, für ideentechnische Belange von Nutzen sein können.

Mit meinem Beitrag zum Onlinebereich meinte ich eigentlich "nur", dass es mittlerweile verstärkt auch um die Internetpräsenz von Künstler_innen geht, was nicht bedeuten soll, dass diese die "tatsächliche" Präsentation und Umgebung für Kunstwerke ersetzen soll!

Gruß,

harlekin

Offline

#6 2010-01-28 07:23:50

meierhelmbrecht
Gast

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

Mit dem Ernährt-Ernährt, meine ich unter anderem auch, dass Kunst für die Kunst, als Betriebstoff, produziert wird, mithin den Bezug zur Gesellschaft im weiteren Sinne verliert und damit eigentlich auch ihre Existenzberechtigung.

#7 2010-02-03 03:54:01

Slartibartfaß
Forenmitglied
Ort: Ein Golfplatz
Registriert: 2006-06-03
Beiträge: 269

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

Ihr langweilt mich.


Wo halten sie den Untergang, Fräulein Zeweçkasul ?

Offline

#8 2010-02-03 06:29:16

meierhelmbrecht
Gast

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

an Hochedlen Slartibartfaß vom Goldplatz
Arroganz liefert  regelmäßig die langweiligste Vorstellung. Bin ich etwa auf der Welt, um Dich zu unterhalten? Verfass das nächste Mal eine nützliche Bemerkung zur Sache, oder lass es bleiben, die Zeit der Aristokraten, einschliesslich Geistesadel, war Gestern.

#9 2010-02-03 15:22:35

Slartibartfaß
Forenmitglied
Ort: Ein Golfplatz
Registriert: 2006-06-03
Beiträge: 269

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

Lieber meierhelmbrecht,

mit Arroganz hat mein Beitrag nur sehr wenig gemein - entstamme ich doch einer Zeit, in der es hier und an anderen verschiedenen Orten des Universums sehr viel zu lachen gab.
Gemessen an dem regen Treiben aus längst vergessenen Tagen und der beinahe postapokalyptischen Stimmung, die sich hier eingenistet hat, muss ich betonen, dass es unter neueren Beiträgen so gut wie nichts interessantes zu lesen gibt.
So möchte ich Dir wärmstens empfehlen, Dir einmal das Archiv durchzulesen, damit Du feststellen wirst, dass es einige Energie erfordern wird, um dieses Kunstforum sich weiterentwickeln zu lassen - wobei ich selbsverständlich sehr gern behilflich wäre.

Und ja, Du bist auf der Welt, um mich zu unterhalten, sofern Du dich als Künstler verstehst.
[So wie es meine Aufgabe ist, Dich zu unterhalten, wenn ich ein Künstler bin.]


Wo halten sie den Untergang, Fräulein Zeweçkasul ?

Offline

#10 2010-02-03 16:21:09

meierhelmbrecht
Gast

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

Lieber Slartibartfaß,
es tut mir sehr leid, ein anderer, der so lange wie Du in diesem Forum auftritt, hätte vielleicht gewusst, wie es gemeint ist, ich hingegen habe mich erst vor wenigen Monaten entschlossen, überhaupt an einem Forum teilzunehmen - und muss Dir in fast allem recht geben. Freilich kann uns die Vergangenheit manches lehren, ich durfte in dieser Deine Vorliebe für das Absurde entdecken. Abgesehen von Lehren hilft uns die Vergangenheit allerdings nicht vorwärts, sie ist ja längst tot. Was solls, zum Glück existiert ausser den Foren noch das richtige Leben und ist kaum totzukriegen.
Deinen Schlussatz habe ich ich bereits geahnt, jedoch meinte ich, das Forum wäre der Raum hinter der Bühne, die Galerien und so weiter sind schliesslich anderswo?

Beitrag geändert von meierhelmbrecht (2010-02-03 16:33:05)

#11 2010-02-19 21:49:01

Armageddon
Gebannt
Registriert: 2010-02-18
Beiträge: 816

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

Kunst ernährt die Künstler. Anti-Kunst nicht.

In der Renaisance gingen in Florenz, Venedig und Rom mehr als das halbe Stadteinkommen für Kunst drauf. Sie konnten es allerdings nur schultern, weil sie sagenhafte Gewinne aus ihren Monopolen erzielten. Heute ist 1000 x mehr Geld im Umlauf und die Anti-Künstler leben überwiegend von Hartz 4.

@ Lieber meierhelmbrecht,
sei mal ganz ehrlich und tapfer zu dir selbst. Wenn du den alten Schinken eines großen Meisters der Renaicance oder später, neben den Unrat eines Beuys oder anderen hochgehievten "Genies" des 20. oder 21. Jahrhunderts legst, was glaubst du auf welcher Kunst-Stufe zwischen 1 bis 100 solltest du diese beiden einsortieren?

MfG

Beitrag geändert von Armageddon (2010-02-20 22:09:22)


--- Allein die Ästhetik ist der Weg, das Ziel und der Schlüssel zum Geist und zum Herzen des wahren Kunstliebhabers!  Armageddon

Offline

#12 2010-02-20 06:02:23

meierhelmbrecht
Gast

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

Lieber Armageddon, ich muss weder ehrlicher noch tapferer werden, um die Überlegenheit eines x-beliebigen Renaissancekünstlers im Vergleich zu einem Beuys anzuerkennen. Mir ist nicht ganz klar, wie Du etwas anderes denken kannst, die nächste Verwechslung?
Am Geld allein kann es nicht liegen, da stimme ich Dir zu, allerdings geben unsere Neureichen wahrscheinlich nicht weniger Geld für Anti-Kunst aus, als die Gewerkschaften, wie Du behauptest(ich steh da nicht drin, ich bin Wiedervereinigungsbundesbürger, ich erinnere mich, die "Staatskunst" war für mich ein Grund, Maschinenbauer und nicht Künstler zu werden ). Vielleicht liegt es daran, dass in der Renaissance Aufbruchstimmung und permanente Revolution herrschte und die Politiker Kunstkenner waren? Heute haben wir spätrömische Dekandenz, wie Herr Westerwelle so treffend bemerkte und die Politiker, die ich in meinem Leben kennenlernte, können einen Gartenzwerg nicht von einem David Michelangelos unterscheiden.  Welche Künstler fördert eigentlich der aktuelle deutsche Papst?

Beitrag geändert von meierhelmbrecht (2010-02-20 06:21:44)

#13 2010-02-21 15:33:03

Armageddon
Gebannt
Registriert: 2010-02-18
Beiträge: 816

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

@ meierhelmbrecht
lieber meierhelmbrecht. Ich habe nicht geschrieben, dass du „ehrlicher und tapferer“ sein sollst, sondern „ehrlich und tapfer“  Mit "ehrlicher" unterstelle ich einen Lügner. Mit "ehrlich" die Aufforderung zur Vorurteilsfreiheit.

                  meierhelmbrecht schrieb:                                 Wie ist das mit der Kunst, kann sie selbst genügsam sein

Dem Hobby- und Spaßmaler, der seine Grenzen kennt, genügt seine Kunst zur Erbauung und Befriedigung.

                  meierhelmbrecht schrieb: oder sollte ich mich immer anstrengen, Adressaten, sprich Käufer zu finden, aber wo und wen?

Will ein Künstler von seiner Kunst leben, ist er den knallharten Marktgesetzen ausgeliefert. Wenngleich die Beuys-Fraktion dies mit viel unsinnigem Palaver betreitet. Der Mensch kauft in der Regel nur Dinge, von denen er sich einen handfesten Vorteil verspricht. Auf dem Markt tritt der Künstler in Konkurrenz mit allen übrigen Marktteilnehmern. Seine besondere Leistung muss er, wie alle anderen auch, so wettbewerbsfähig gestalten, dass sie Interesse, Bedarf und Verlangen schaffen. Nur in einem besonderen Umfeld kann der Künstler evtl. vom Künstlerbonus profitieren. Doch in der heutigen Anti-Kunstepoche hat es selbst ein Kunstgenie schwer. Hätte Salvador Dali sich nicht aggressiv selbst vermarktet, würden ihn heute kaum jemand kennen.

                                                       meierhelmbrecht schrieb: Welche Künstler fördert eigentlich der aktuelle deutsche Papst?

Man hat den Papst jetzt im Ernst von der sogenannten "Gegenwartskunst" überzeugt. Daraufhin hat man ihm gleich einen Schutthaufen in eine seiner Kirche geschüttet. Im Ernst, das Bild war in Internet.

mMfG
Ps: weiss nicht warum das taggen bei mir nicht funktioniert. Vielleicht hat da jemand einen Rat. Es läßt sich einfach nicht einfügen.


--- Allein die Ästhetik ist der Weg, das Ziel und der Schlüssel zum Geist und zum Herzen des wahren Kunstliebhabers!  Armageddon

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#14 2010-02-21 15:48:42

Armageddon
Gebannt
Registriert: 2010-02-18
Beiträge: 816

Re: Kann die Kunst die Kunst ernäheren?

Ps: heute im Zeitalter der Anti-Kunst reagieren die Leute allergisch auf die Worte "Kunst" und nochmehr  auf "Künstler"


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