Home  |  Galerie  |  Forum  Registrieren  |  Anmelden  

Sie sind nicht angemeldet.

#1 2009-12-17 23:10:04

AttilaNyakas
Neues Forenmitglied
Ort: Budapest
Registriert: 2009-12-17
Beiträge: 3
Website

Meine erste Schritte auf dem Weg zur Selbstentwicklung

Liebe Forenmitglieder!

Ich bin Ungar, in erster Reihe muss ich um Entschuldigen bitten, weil Eure magische und filosopfische Kultursprache nicht literarisch genug spreche.

Ich arbeite schon seit Jahrzenten als Kunstmaler. Bisher habe ich nur Auftragsbilder und Kopien von Gemälde von Klassikern gemalt. Ich interresierte mich immer für Religionsgeschichte, und die Gnostizismus war die Inspiration, die mich endlich mal drängte, ein Paar Bilder nach eigener Vorstellung zu malen. Als ich das Buch von Giacomo Filoramo gelesen habe, schien die - vor mir schon seit langem bekannten - Emanationen, Personifikationen, Hypostasen und alles, was Teile dieser gnostischen Universum sind, viel klarer auf. Und noch eines, was für mich wichtig war:  ich hatte so auch die tolle Möglichkeit, auf fast allen Bilder einen weiblichen Akt als Hauptfigur darzustellen, nämlich Sophia, oder Pistis, wie sie damals in der Schriften erwähnt wurde.

Es befreute mich sehr, wenn Ihr eure Gedanken über meinen Bilder mir mitteilen würdet!


Hochgeladene Bilder

Beitrag geändert von AttilaNyakas (2009-12-17 23:12:00)

Offline

#2 2009-12-18 07:35:24

meierhelmbrecht
Gast

Re: Meine erste Schritte auf dem Weg zur Selbstentwicklung

Ich für mein Teil, will mir die magische Jacke nicht anziehen, ich habe keine künstlerische Akademie besucht und halte mich sehr bewusst von irgendwelchen Zirkeln, Szenen, "Zeitgeist", Strömungen oder Vereinigungen fern. Dazu würde ich nur bemerken, auch ein Buch kann zum Symbol einer solchen Szene werden, die Bibel ist das beste Beispiel. Warum die Gnostik vieles klarer macht, verstehe ich nicht. Am Ende ist es wieder nur ein System, das sich selbst erklärt. Ich finde es viel vernünftiger zu sagen, "Ich weiss es nicht". Daran ist nichts ungeheuerliches und unheimliches. Nicht Wissen ist alltägliche Routine im Leben eines Menschen und schon Demokrit ist vor über 2000 Jahren darauf gekommen.
Ich brauche keinen Grund, Frauen darzustellen, das Bestreben ist mir sozusagen angeboren. Warum in unseren modernen Zeiten Frauen immer nur als Akt gemalt werden, kann ich nur mit religiösen oder esoterischen Vorurteilen erklären, die Frau hat doch in allen Lebensbereichen bedeutende Positionen erobert und demgemäss, sollten wir sie auch darstellen(die katholische Kirche ist, Ausnahmen bestätigen die Regel, mit der Jungfrau Maria sogar ein Vorbild und präsentiert uns die Frau statt als Lustobejekt, als Mutter).

Du experimentiesrt mit Materialkombinationen in Deinen Bildern, sehe ich da in Bild 1 Silberpapier durchscheinen? Warum nicht, Ikonen sind ja auch manchmal aus Gold, Silber wäre eine Abwechslung. Aber was ist mit Bild 2? Sind die Würmer gewollt? Kann ich kaum glauben, denn sie beschränken sich nicht auf begrenzte Flächen. Es sieht aus wie ein Materialfehler, lackiert bevor die Farbe getrocknet war? Fehler wird auch ein Professioneller Künstler machen, aber der Öffentlichkiet präsentieren, würde ich das nicht mal als Amateurmaler.

#3 2009-12-18 11:31:05

AttilaNyakas
Neues Forenmitglied
Ort: Budapest
Registriert: 2009-12-17
Beiträge: 3
Website

Re: Meine erste Schritte auf dem Weg zur Selbstentwicklung

Was die zerrissene Grundierung betrifft, es ist kein Materialfehler, ich habe gezielt, auch mit den Fakturen zu spielen. Wenn ein Gemälde nicht auf gewöhnlicherweise einfach aufgebaut ist, nur die ebenen, glatten Farbenschichte übereinander aufgetragen, kann viel mehr sagen, kann eine mehrfachige Wirkung übermitteln. Das ist schon eine ganz alltägige Methode in der modernen Kunst, mit dichten, sogar "unregelmässigen" Oberflächen zu experimentieren. Ich haltete es früher eigentlich für Unsinn, damals malte ich nach der lasurierenden Malweise, aber bis heute änderte sich meine Meinung. Wenn ich zeichnerisch und technisch mich schon gut auskenne, dann finden diese ungewöhnliche Mittel auch ihr Gebrauch. Natürlich male ich auch heutzutage auf "normalen" Weise Gemälde.

Dazu kann ich nichts sagen, dass man zur Darstellung eines Aktes unbedingt einen Grund haben solle. Ich malte immer Aktbilder, an der Akademie habe ich mir alles beigebracht, was Anatomie und die Tradizionelle Darstellung angeht, nur diese Motiv verwandelte sich im Laufe der Jahren so, dass ich auch mehr damit ausdrücken will.
Natürlich übermittelt ein Frauenakt ohne irgendeiner raffinierten, absichtlichen Komposition Emotionen, Attitüde, sogar könnte man daraus Folgerungen auf die allgemeine und diskrete Einstellung des Künstlers machen, aber wie ich es heute sehe, könnte das ein viel nützlicher Mittel sein, Frauenakte darzustellen, nicht nur wegen der ästetischen Werte.
Ich glaube nicht, dass man irgendetwas sicher behaupten könnte, was der Grundstruktur der Welt angeht, besonders nicht, wenn man an die Fassung Gottes strebt. Ich will mit meiner Bildern keine intellektuelle Struktur aufbauen, nur mir meine Ahnungen zusammenfassen. So sind mir, kann man sagen, meine Bilder wie Meditationsverfahren - von dem "Nicht-wissen" und "Unerkennbaren" endlich etwas zu verfassen.
Ich muss ja irgend etwas zu ahnen behaupten, sonst könnte ich nicht auch meinen Finger bewegen, nicht? Es hätte doch in jedem Fall gar keinen Zweck mehr!


Hochgeladene Bilder

Beitrag geändert von AttilaNyakas (2009-12-18 11:36:14)

Offline

#4 2009-12-18 20:00:28

meierhelmbrecht
Gast

Re: Meine erste Schritte auf dem Weg zur Selbstentwicklung

Vermutlich geht es über meinen beschränkten Horizont, entweder ist Deine Herangehensweise schlicht sentimental, oder eben genial, ich kann allein hoffen, hier aus den Urteilen verständigerer Leute zu lernen....herbei, herbei ihr Geister, die ich rief...

Beitrag geändert von meierhelmbrecht (2009-12-18 20:18:27)

#5 2009-12-19 10:44:55

AttilaNyakas
Neues Forenmitglied
Ort: Budapest
Registriert: 2009-12-17
Beiträge: 3
Website

Re: Meine erste Schritte auf dem Weg zur Selbstentwicklung

MHB! Ich habe wirklich gut gelacht! Ich las deine anderen Beiträge, betrachtete deine Skizze - du bist ein gelesener Mensch mit intellektueller Denkweise, ich geniesse es, mich aus deinem Aspekt sehen zu können.
Unsere Atitude sind vielleicht verschiedene, aber, weil ich schon seit langem daran angewöhnt bin, das ich meistens "komisch" bezeichnet wurde, macht das keine Problemen.
Ich erzähle immer, wenn meine Frau mich darüber fragt, warum ich diese Kompositionen male, dass ich keine intellektuelle Wahl an Themen, Farbenschemen usw. aufwenden will, die vielleicht "einfacher","normaler" zu sein scheinen würden. ("Siehst du, das ist endlich wieder gute, schöne Kunst!"). Ich bin auch gelesen, also weiss ich, dass es kaum zu wehren ist, zu sagen: "ich will mich mit der Würze beschäftigen". Sicher, teoretisch gesehen ist es nichts. Aber, wenn man den Last der Positivismus verwirft, und die gut gemeinte Intuition wirken lässt, viellecht findet man was. Vielleicht! Ich bin nicht davon überzeugt, das meine Malerei nicht Naivität zum Opfer fallt.

Offline

#6 2009-12-19 19:48:02

meierhelmbrecht
Gast

Re: Meine erste Schritte auf dem Weg zur Selbstentwicklung

Unsere Weltanschauungen sind ganz gewiss diametral und über Kunst und dürfte ich weitaus weniger gelesen haben, als Du, ich bin ein Ingenieur.
Über den Inhalt Deiner Bilder würde ich auch ungern diskutieren, den der Künstler soll malen, was ihm zu malen einfällt. Leider sind in Deinen Bildern etliche Details versteckt, die sich in der abgebildetn Grösse schlecht erkennen lassen. Ich muss deswegen auf Deine nächste Austellung in meiner Nähe hoffen.
Was mir in Deinen Bildern auffällt, ist ein Phänomen, wie ich es auch bei anderen Künstlern sah, die sich auf mehr oder weniger ungewohnte Pfade begeben. Dabei handelt es sich um technische Schwierigkeiten, die mit der ansonsten angedeuteten malerischen Sicherheit nicht übereinstimmen.
In Bild 1 ist es das nicht sehr schlüssige Silberpapier, in Bild 2 die Gänsehaut ausserhalb des Frauenkörpers, in Bild 3 ist der linke Arm verzeichnet und in Bild 4 scheint mir in der Komposition nicht ausbalanciert. Warum wählst Du nicht einfachere Ausdruckformen, wenn Du Themen "ausser der Reihe" anfasst oder doch wenigstens am Anfang nicht? Ich will nicht sagen überfordert, aber es ist zu sehen, dass es jeweils schierig wurde, den Überblick zu behalten.

Beitrag geändert von meierhelmbrecht (2009-12-19 19:49:41)

Fußzeile des Forums

 
Artring.com | Artring.de