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#1 2004-05-24 22:05:21

nähmaschine
Forenmitglied
Registriert: 2004-05-04
Beiträge: 21

analog- versus digitalfotografie

hallo
seid ihr eigentlich alle schon umgestiegen auf digitalkameras oder haltet ihr euch lieber weiterhin an den guten alten film? ich könnte mir vorstellen, dass viele beide systeme gleichzeitig benutzen, ich selbst hänge immer noch an meiner spiegelreflex, mich schrecken die übertrieben bearbeiteten digitalfotos immer noch ab.
wo seht ihr vor- und nachteile der neuen technik. ich würde gern abseits technischer fragen (wobei diese nat. auch eine rolle spielen dürfen) den einfluss der digitaltechnik auf den entstehungsprozess und den ausdruck fotografischer arbeiten erfahren.

viele grüsse
steffen

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#2 2004-05-25 08:58:59

franky
Forenmitglied
Ort: 67251 Freinsheim
Registriert: 2004-05-11
Beiträge: 66
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Re: analog- versus digitalfotografie

Hallo Steffen.
Ja, auch ich bin noch ehr der analoge Typ (Nikon F4S). Die digitale Fotografie hat zweifelsohne seine Vorteile. Fotografiert man viel, so ist es digital wesentlich billiger und lange nicht so aufwändig wie die analoge Fotografie. Jede Auslösung mit einem analogen Film kostet rund 25 ct. Außerdem hat man bei der digitalen Fotografie eine sofortige Kontrolle des Ergebnisses - insbesondere bei experimenteller, künstlerischer Fotografie - während man bei der analogen Fotografie schon sehr genau wissen muß, was man macht und wie man sein Licht setzt. Für mich persönlich stellt sich das Problem einfach so, daß ich mich in der Flut der Angebote nicht auskenne. Das Equipment in der digitalen Fotografie ist in der Anschaffung genau so teuer wie die Anschaffungskoten meiner Nikon. Hinzu kommt, daß es lichtstarke Objektive (f2,8 / f1,4) noch nicht für digitale Fotografie gibt. Der Eine sagt, man benötigt diese Objektive nicht mehr, weil selbst ein Foto entsprechend eine ISO 1600 nicht körnig ist. Ich sage jedoch, daß auch eine Linsenkrümmung der Frontlinse eines Objektives, gerade in der Personenfotografie, (closeup Portraits) für gute Aufnahmen maßgebend ist - und das das Objektiv fast noch wichtiger ist als das Gehäuse selbst. Ich arbeite mit 3 Objektiven: 25 / f1,4 / 35-70 f2,8 / 70-200 f2,8. Diese Objektive waren einmal schon recht teuer - und sind es heute noch. Man sagt, daß die Nikkore für Digitalkameras zu verwenden sind - jedoch nicht alle. Meine Unsicherheit beruht einfach auf der Tatsache, daß ich - wie gelernt - sehr viel Wert auf ein gutes Objektiv lege. Ein Digitalgehäuse kostet zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Damit habe ich aber nicht die absolute Sicherheit, daß ich meine Objektive weiterhin verwenden kann. Der eine sagt ja, der Andere sagt nein - es würden die Ecken der Aufnahmen dunkel werden und sich verziehen. Einige Objektive sollen funktionieren, andere wieder nicht. Hinzu kommt, daß die digitale Fotografie sich derzeit rasend schnell entwickelt, so daß eine Kamera, die man heute kauft, in ca. einem Jahr schon wieder überholt ist. - Genau wie heute mit Computern. Diese 3 Faktoren, Entwicklung, Preis und Objektivhandhabung verunsichern mich derzeit - darum bleibe ich vorerst einmal noch bei meiner guten alten F4S.
VG Franky


Es ist nicht gesagt daß es besser wird, wenn es anders wird.
Wenn es aber besser werden soll, dann muß es anders werden. (Curt Goetz)

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#3 2004-05-25 09:36:06

franky
Forenmitglied
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Re: analog- versus digitalfotografie

Hallo Stellfen.
Nun laß mich noch einmal kurz meine Meinung zu der Bedeutung und die fotografischen Arbeiten geben. Durch den Einzug der digitalen Fotografie hat das Handwerk der Fotografie seine Bedeutung verloren. Allein die Möglichkeit der digitalen Bearbeitung eines Bildes hat mit dem Handwerk der Fotografie nicht mehr viel zu tun. Noch vor einigen Jahren war ein Bild eben noch das Ergebnis fundierter fotografischer Fachkenntnis, das bereits in der Entstehung sehr viel Basiswissen voraussetzte. Lichtführung, Effekte (Nylonstrumpf für Weichzeichnungen, Sternfilter u. Ä.), Aufnahmewinkel, Ausschnitt, Filmwahl und Einschätzung der Lichtverhältnisse wie Tageslicht, Kunstlicht oder Mischlicht. Die Dunkelkammer hat einem nur sehr begrenzte Korrekturen offen gelassen. Aber ein Foto war immer nur so gut, wie sein Fotograf und ob und in wieweit sich ein Fotograf mit seinem Equipment und der Bildgestaltung auskennt - denn nach der Auslösung ist das Bild "im Kasten" - fertig. Erst wenn der Film entwickelt wurde, kam das Ergebnis zum vorschein. Heute ist das im Prinip egal. Man kann halt solange probieren bis es paßt. Und wenn es nicht paßt - Fotoshop macht es passend. Fotografie ist heute kein Handwerk mehr. Das Bild entsteht nicht mehr alleine in der Kamera, sondern am PC. Das handwerkliche der Fotografie (Entwicklungsverfahren, Dia-Effekte wie Sandwich, solarisationen in der Dunkelkammer) gibt es heute nicht mehr. Ein Foto ist heute ein Rohling und erst am PC entsteht dann das Bild. Dieses Bild ist dann zweifelsohne immernoch ein Kunstwerk. Jede Aufnahme, egal wie sie entstanden ist, ist immer noch ein Kunstwerk, denn es entstammt der Phantasie, Creation und der Idee des Fotografen. Nur ich glaube heute, daß Fotografie mit dem Einzug der digitalisierung nicht mehr viel mit dem Handwerk im ursprünglichen Sinn zu tun hat - was nichts mit dem Ergebnis selbst - der Fotokunst also - zu tun hat. Nur die künstlerische Gestaltung hat sich von der Kamera an den PC verlagert. Ich weiß nicht, wenn man heute einem Fotografen, der mit digitalem Equipment begonnen hat, eine analoge Kamera in die Hand drücken würde und ihm die Möglichkeit der digitalen Bearbeitung wegnimmt, die gleichen Ergebnisse erzielen würde, als ein Fotograf, der es von der Pike auf gelernt hat. Das wäre für mich persönlich einmal ein interessantes Experiment.
VG Franky


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#4 2004-05-26 00:00:44

nähmaschine
Forenmitglied
Registriert: 2004-05-04
Beiträge: 21

Re: analog- versus digitalfotografie

hallo franky
deiner ersten mail, betreffs der technischen aspekte kann ich nur zustimmen. auch ich werde durch diese undurchsichtigkeit des angebots sowie die inkompatibilität zum teuer erworbenen altequipment abgeschreckt.
dein 2. beitrag, in dem du auf die verloren gehenden handwerklichen fähigkeiten eingehst erinnert mich an den übergang von der malerei zur (analog-)fotografie. auch damals gingen handwerkliche fähigkeiten über bord, mussten sich die, die weiterhin malen wollten, auf dinge beschränken, die man mit der fotografie nicht darstellen kann (oder die keine konkurrenz bedeuteten). und es entstand abstrakte malerei. (sehr verkürzt beschrieben)
deshalb hab ich da keine sorgen, es wird die kunst nicht auslöschen. eigentlich wird dem künstler wieder ein gerät mehr in die hand gedrückt mit dem er arbeiten kann, wenn er denn kann.
ich bin allerdings erstmal zu faul mich hinzusetzen und das neue zu erlernen.
steffen

Beitrag geändert von nähmaschine (2004-05-26 00:03:22)

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#5 2004-06-02 03:20:49

franky
Forenmitglied
Ort: 67251 Freinsheim
Registriert: 2004-05-11
Beiträge: 66
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Re: analog- versus digitalfotografie

Hallo Steffen.
Ja - muß Dir Recht geben bezüglich der Kunst. Egal ob digital oder analog - die Kunst in der Fotografie bleibt. Auch ein digitales Foto ist und bleibt ein Kunstwerk, das vom Künstler geschaffen wurde.
Als handwerklich meine ich mehr das althergebrachte Handwerk der Fotografie, das etwas auf der Strecke bleibt. Im Wandel der Zeit wird sich aber meiner Meinung nach ein vollkommen neues Handwerk - in neuer Struktur - auftun. Nimmt man es genau, so ist natürlich im gewissen Sinne auch die digitale Bearbeitung einer Fotografie ein Handwerk. In sofern sehe ich da mehr eine Verlagerung auf die Fotografie zukommen.
VG Franky


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#6 2004-08-19 20:42:03

tipp-ex
Neues Forenmitglied
Registriert: 2004-08-19
Beiträge: 2

Re: analog- versus digitalfotografie

hallo steffen und franky
ich muss franky auch im ersten punkt zustimmen.
aber ich finde sowohl digitale wie auch herkömmliche fotografie sind ein handwerk (das man erst einmahl erlernen muss) - mehr nicht.
erst wenn ein künstler kommt und sich des mediums fotografie bedient kann kunst entstehen. und ein künstler kann sowohl digitale als auch analoge (oder beide) systeme verwenden.

ich persönlich bin gerade von digitaler auf analoge fotografie umgestiegen, nicht zuletzt weil ich die arbeit von hand (nicht handwerk)
lieber mag als das sitzen vor der kiste und weil ich filmkörner ästhetisch ansprechender finde als pixel
jakob

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#7 2004-09-05 23:37:10

tristan
Gast

Re: analog- versus digitalfotografie

Ich möchte dazu nur sagen, dass meiner Meinung nach auch bei der analogen Fotografie Bildbearbeitung notwendig ist. Ichselbst scanne meine Negative und bearbeite sie in Photoshop - ziemlich aufwendig, ich weiss, aber mir ist die Entwicklung in der Digitalfotografie im Moment auch nicht geheuer... Um nicht von anderen Laboren abhängig zu sein und volle künstlerische Gestaltungsfreiheit zu haben, ist ja auch nichts anderes möglich - ausser man entwickelt eben das Bild in der eigenen analogen Dunkelkammer, was nun aber definitiv out ist.

Gescanne Negative sind in der Regel sehr blass, so dass eine Bildbearbeitung so oder so unabdinglich ist... Dabei kann man nun aber das Bild in einer Weise - in Sachen Sättigung, Kontrast, Farbnuancen - optimieren, die vielleicht noch über dem liegt, was man bisher konnte. In einer "natürlichen" Weise natürlich... Dennoch bietet die Bildbearbeitung ganz automatisch auch kreative Freiräume, auf die man z.b. auch ganz zufällig kommen kann.

Grüsse
Tristan

#8 2004-09-06 08:00:32

teecee
Forenmitglied
Ort: Frankfurt/Main
Registriert: 2004-05-10
Beiträge: 24

Re: analog- versus digitalfotografie

Tach zusammen,

bei den technischen Parametern und Problemen der Digitaltechnik sind wir uns ja alle einige. Nur hier eine kleine Korrektur zu der Problematik Objektive und Digitaltechnik. Es gibt tatsächlich Probleme mit hervorragenden Objektiven, die aus "Analog-Zeiten" stammen in Verbindung mit Digital-Gehäusen. Diese wirken sich aber nicht in den klassischen Fehlern, Vignettierung oder Verzerrung aus, sondern darin, dass im Gegensatz zum Film der Chip die eintreffenden Lichtstrahlen möglichst senkrecht benötigt. Dies kann zu Farbsäumen führen, da die Lichtwellen der verschiedenen Farben nicht deckungsgleich auf dem Chip auftreffen.

Ich fotografiere mittlerweile ausschliesschlich digital, da dies schlicht und ergreifend den Workflow in Zusammenarbeit mit Agenturen und Druckereien wesentlich vereinfacht und beschleunigt und (vorausgesetzt, man hat sich mit der Materie und Ihren Feinheiten ausreichend auseinandergesetzt) habe ich als Fotograf gleich im Ansatz eine wesentlich höhere Kontrolle über das Ergebnis. Das in der (professionellen) Fotografie durch die Digitaltechnik mehr manipuliert wird als früher ist ein Trugschluss. Nur weil jetzt jeder Anfänger durch irgendwelche "geilen" Effekt-Filter in den Bildbearbeitungsprogrammen dazu verleitet wird, selbige zur Verschandelung seiner Bilder zu nutzen hat nichts mit Anspruchsvoller Fotografie zu tun. Und in jener wurde schon immer kräftigst in der Dunkelkammer manipuliert. Das fängt bei Feininger an und hört in der Modefotografie noch lange nicht auf.
Der gestalterische Anspruch schwindet durch die Digitaltechnik ja nicht und ich muss beim Lichtaufbau genauso viel Sorgfalt walten lassen, da die grundlegenden Dinge nicht oder nur durch unverhältnismässigen Aufwand im Nachhinein zu verändern sind.

Gruss
teecee

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#9 2004-09-06 11:47:04

tristan
Forenmitglied
Registriert: 2004-09-06
Beiträge: 39

Re: analog- versus digitalfotografie

Teecee, wie würdest du den unterschiedlichen Charakter deiner Digitalbilder im Vergleich zu den analogen von vorher beschreiben? Gibt's da einen Unterschied oder sind sie völlig ident?

Wie machst du es mit Vergrösserungen für Ausstellungen? Digital-Fotos sind ja ziemlich pixlig, wenn man sie über A4 aufzieht...

Wie erzielst du Übereinstimmungen im Colour Management-Flow in Bezug auf Agenturen und Druckereien? Sehen - bzw. printen - diese die Bilder genau so, wie du sie siehst? Was sind die Übereinkünfte und Massnahmen diesbezüglich?

Gruss
Tristan

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#10 2004-09-06 20:52:11

teecee
Forenmitglied
Ort: Frankfurt/Main
Registriert: 2004-05-10
Beiträge: 24

Re: analog- versus digitalfotografie

Hi Tristan,

der Charakter meiner Bilder hat sich durch die digitale Arbeitsweise nicht verändert. Lediglich das Medium hat sich geändert.
Ich weiss nicht, wie Du zu der Aussage kommst, dass Digital-Fotos über A4 pixelig sind? Ich kann wohl schon voraussetzen. das wir davon sprechen, dass auch im digitalen Bereich mit professionellem Werkzeug gearbeitet wird? Ein Foto digital mit ISO 50 aufgenommen, rauscht nicht  mehr als die Körnung von einem 50er Film.
Wenns ganz pingelig werden soll, gibt es ja auch noch Digibacks fürs Mittelformat.
Beim Colour-Management muss durchgängig mit kalibriertem Werkzeug und ICC-Profilen gearbeitet werden. Hierzu bemühe mal Tante Google, dann hast Du die nächsten Wochen reichlich Lesestoff  :-)
Wenn dies gewährleistet ist, dann kommt auch hinten das raus, was du auf deinem Bildschirm siehst.

Gruss
teecee

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#11 2004-09-07 21:49:32

tristan
Forenmitglied
Registriert: 2004-09-06
Beiträge: 39

Re: analog- versus digitalfotografie

Habe gerade folgendes in einem Forum aufgeschnappt:

"Nach wie vor ist Analogtechnik wenn's um das letzte Quantum Qualtität geht, der digitalen weit voraus. Wirtschaftlich betrachtet, mag das aber oft der reine Overkill sein. Da ist das Stichwort "Gut genug".

Was Qualität angeht, kann die Digitaltechnik aber oft in Kategorien Punkten, die es im analogen so gar nicht gibt. Sei es die Zeit bis zum fertigen Bild, die Koordination bei der Produktion, wieviel ist Bild und wieviel ist Bildbearbeitung, oder die Möglichkeit einer Vorschau, die jedes Polaroid in den Schatten stellt."

Ich denke, im Moment ist "hohe Qualität" in der Digitaltechnik einfach noch zu teuer...

Ich habe ein professionelles Monitorkalibrierungs-Tool (Gretag Eye-One) und bin einigermassen im Colour Management vertraut. Aber ich habe Bilder noch nie wirklich weiter gesendet, bzw. drucken lassen, darum hat mich das interessiert (ob's da nicht doch Probleme gibt, bzw. ob das so reibungslos funktioniert).

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#12 2004-09-08 07:34:48

teecee
Forenmitglied
Ort: Frankfurt/Main
Registriert: 2004-05-10
Beiträge: 24

Re: analog- versus digitalfotografie

Hi,

die Aussage, das die analoge Technik der digitalen weit voraus ist, kann ich so nicht unterschreiben. Allerdings muss man zur Zeit erheblich mehr investieren um digital die gleichen Ergebnisse zu erzielen. Die digtale Technik hat aber tatsächlich im Produktionsprozess erhebliche Vorteile, wie bereits angesprochen.

Beim Colour-Management gibt es (vorausgesetzt auf Deiner Seite läuft alles richtig),
nur das Problem der Unwissenheit. Sprich beim Drucker, Labor läuft das Colour-Management nicht richtig, bzw. die Leute haben keine Ahnung. Es ist erschreckend, wieviel unwissenheit über digitale Bildtechnik in Agenturen und Labors herrscht.

Gruss
teecee

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#13 2004-09-11 00:04:20

tristan
Forenmitglied
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Beiträge: 39

Re: analog- versus digitalfotografie

Es scheint zwei Nachteile der Digitaltechnik zu geben:

- geringerer Tonwertumfang - = weniger Subtilität bei der Darstellung kontrastreicher Aufnahmen (den Höchstwert erreicht hier der Negativ-Film)?

- relativ lange Auslöseverzögerung

Gerade diese beiden Punkte finde ich in der anspruchsvollen Fotografie sehr wichtig, vor allem, wenn es darum geht, den "einen" Moment zu fassen.

In diesem Sinn wartet man wohl am besten noch ein paar Jahre - dann hat man perfekte Qualität zu einem niederen Preis - so wie im Analog-Bereich...

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#14 2004-09-11 00:23:00

tristan
Forenmitglied
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Beiträge: 39

Re: analog- versus digitalfotografie

In Modebibeln wie "Italian Vogue" findet man im Moment bereits Bildstrecken von ganz anderem Charakter als früher: irgendwie ein wenig "surreal" in Sachen Kontrast, Schärfe etc. (ich rede nicht von Bildbearbeitung!)

Ich bin nicht so ein Fan davon - ich finde, digitale Bilder haben (bisher) leider etwas Künstliches...

Noch ein Nachtrag zu vorher: Selbst die Olympus E-1 (eine Profi-Kamera) hat nur einen Kontrastumfang von 8 Blenden, im Vergleich zu den 12 des Negativfilms...

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#15 2004-09-11 19:03:45

Cayne
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Re: analog- versus digitalfotografie

Dann schau dir mal die Kameras von Fuji an, die besitzen nämlich Bildsensoren, die pro Pixel zwei physikalische Lichtsensoren mit unterschiedlicher Lichtempfuindlichkeit besitzen und so den Kontrastumfang nochmals erhöhen. Gerade jetzt zur Photokina erscheint auch die neue Fuji S3 Pro mit dieser Technik; da gibt's dann nix mehr zu meckern.
Und deine Anmerkung zur Auslöseverzögerung klingt so, als wärst du auf dem digitalen Stand von vor zwei bis drei Jahren! Die aktuellen Modelle bei den digitalen Spiegelreflexkameras stehen ihren analogen AF-Kollegen in nichts mehr nach. Man darf eben nicht eine digitale 200 €-Supermarkt-Fernost-Knipse mit hochentwickelten analogen Modellen vergleichen.

Beitrag geändert von Cayne (2004-09-11 19:04:37)

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#16 2004-09-11 20:15:13

tristan
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Beiträge: 39

Re: analog- versus digitalfotografie

ok, habe mich wohl ein wenig vom neuesten c't-beitrag beeinflussen lassen...

aber aufklärung tut gut. :-)

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#17 2004-09-12 17:19:24

franky
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Re: analog- versus digitalfotografie

Hallo Leute
Ich glaube, man sollte hier einmal trennen: KB und Digital oder Mittelformat (6 X 4,5 / 6 X 7) und Digital. Wie mir nun von mehreren hochrangigen Fotografen bestätigt wurde scheint folgende Situation zu Grunde zu liegen: In den allgemeinen Kunst-, Mode-, gestellten Situationsfotografie und Portraitbereichen ist die digitale Fotografie was Wirtschaftlichkeit, Qualität und Handling der shootings an geht, die der Analogfotografie in vielen Punkten überlegen (oder zumindest vorteilhafter). In der Sport-, Action- und der reinen on-Spot-Situationsfotografie dürfte es in der Digitalfotografie noch einiges zu tun geben. Obwohl: Heute war bei meinem shooting eine Kollegin von der Presse dabei, die mit der Nikon D 100 und dem gleichen, aber moderneren 70 - 200 f/2,8er AF Nikon wie ich arbeitet. Sie bestätigte mir, daß Sie auch für Presseaufnahmen und Action keine Probleme mit dem neuen Nikon AF-Objektiv hat.
Anders hingegen soll es im Vergleich Mittelformat zu Digigal doch noch ganz gravierende Unterschiede geben, wobei die Digitalfotografie ganz klar schwächer abschneidet. Ich arbeite momentan noch mit meiner Nikon F4S und überwiegend Dias. Die Frage, die sich mir momentan sehr viel mehr stellt ist, ist folgende: Ich arbeite überwiegend in der Pelzfotografie / Pelzmode. Dort werden enorme Kontraste und Feinauflösungen in den Bildern benötigt, sonst ist auf der Abbildung kein Pelz sondern ein Ledermantel zu sehen. Das versuche ich derzeit noch mit der Lichtführung aus zu gleichen. Es ist aber eine ganz schmale Gratwanderung und wenn das Streiflicht nicht sauber gesetzt ist, dann nützt auch kein Fotoshop - dann ist und bleibt der Pelz ein Ledermantel. Ich habe von Kollegen Pelzaufnahmen gesehen, die ausschließlich mit Mittelformat gemacht wurden. Ein ISO 50 und 100 Mittelformat-Film aus einer z. B. Mamya 645 Super oder 67 Super, 80er Festbrennweite mit Blende 11, 16 oder 22 - da kannste sogar die Haarspitzen des Pelzes auf dem Foto zählen. In Kontrast, Farbabstufungen und Auflösung einer Digi aber um Meter überlegen. So was soll ich nun tun? Vom Preis her (gut gebrauchte MF Mamya 645 Super mit 3 Objektiven 55, 80 und 120er und etwas Zubehör bei EBay oder Fachhändlern aus 1. Hand für 2.500 bis 3.000 Euro) macht es keine sooo großen Unterschiede zur D70 oder D100 Nikon Digital SR. Sehr wohl jedoch in der Qualität. Aber in der allgemeinen Mode-, Portrait- und gestellten Situationsfotografie ist auch eine Mamya absolut geeignet. Anders jedoch bei der Action-, Sport- und on-Spot-Situationsfotografie. Dort ist die Mittelformat absolut ungeeignet, weil zu langsam. Was also tun?
VG Frank


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Wenn es aber besser werden soll, dann muß es anders werden. (Curt Goetz)

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#18 2004-09-12 18:57:47

Cayne
Forenmitglied
Registriert: 2004-09-10
Beiträge: 13

Re: analog- versus digitalfotografie

Die nun neu erscheinende Canon 20D bietet mit 8 MPix eine (auch physikalisch!) höhere Auflösung als Nikon D70 & Co. Für Sport- und Actionfotografie ist sie mit einer Bildfolgezeit von 5 Bildern/s bei bis zu 23 Bildern in höchster Auflösung und sehr gutem Rauschverhalten bis ISO 1600 sicherlich sehr gut geeignet. Sie wird ohne Objektiv Ende September für ca. 1300 € zu haben sein. Von Nikon gibt's da momentan noch keine wirkliche Alternative. Für das letzte Quäntchen Qualität auf deinem Fachgebiet bist du allerdings mit einer Mamiya und gutem Filmmaterial defintiv besser bedient. Was ich mich dabei allerdings frage, weshalb steigst du erst jetzt auf das Mittelformat um, und hast das nicht schon längst getan?

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#19 2004-09-12 21:43:49

tristan
Forenmitglied
Registriert: 2004-09-06
Beiträge: 39

Re: analog- versus digitalfotografie

Ich habe woanders gerade folgenden Erfahrungsbericht gelesen:

"Es ist klar, dass der Film durch den physikalischen Träger (Korn) einen anderen Look hat, digitale Bilder, besonders wenn sie rauschfrei sind, haben dagegen etwas Steriles. Ich habe in den letzten 2 Jahren nur noch digital fotografiert, seit letztem Jahr mit einer Fuji DSLR, ich wandle zu 98% in schwarzweiß um und drucke bis DIN A3 aus. Mit etwas Erfahrung sehen die Bilder wie richtige SW Aufnahmen aus, allerdings fehlt meiner Meinung nach immer noch der Detailreichtum, bei Portraits geht es gut, bei Landschaftsaufnahmen fällt es auf. Auch der Kontrastumfang ist bei digital schlechter als bei Film - dadurch wirkt digital oft härter. Aus all diesen Gründen habe ich mir nun eine Mittelformatkamera gekauft und schaffe mir einen Filmscanner dafür an."

Ob Digitalfotografie für Mode, Portrait und Kunst wirklich geeignet ist, ist wohl eine Geschmacksfrage... Ich bin mir sicher, dass nicht alle - aus bewussten Gründen - umgestellt haben. Wirtschaftlichkeit ist ja nicht das einzige Kriterium.

"gestellte Situationsfotografie" - wenn ich das nur höre... *schnaub*

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#20 2004-09-13 07:58:27

teecee
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Registriert: 2004-05-10
Beiträge: 24

Re: analog- versus digitalfotografie

Tach,

zusammenfassend lässt sich vielleicht das Ganze auf den Punkt bringen:
Analoge und digitale Fotografie hat systembedingt bestimmte Eigenschaften
denen je nach Einsatzbereich und persönlichem Empfinden der Vorzug gegeben wird.
Aber ein Pauschalurteil, dass digital schlecht und die guten, alten Zeiten viel besser sind, lässt sich nach dem aktuellen Stand der Dinge sicher nicht mehr rechtfertigen.
Und mit jeder Neuerscheinung verschiebt sich der Zeiger Richtung analog.

@franky: du vergleichst Äpfel und Birnen. Mittelformat war noch nie mit KB zu vergleichen. Wenn Du einen Vergleich analog/digital machst solltest Du auch Mittelformat mit Mittelformat vergleichen und nicht eine Analog-Mamiya mit einer Digi-Nikon. Setze an Deine Mamiya ein Digi-Back und vergleiche dann. Nun sieht der Vergleich doch völlig anders aus.

Gruss
teecee

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