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#1 2006-12-26 22:10:11

prenzlmaler
Gast

Prenzlmaler:Max Beckmann,27.12.2006

Dieter Raedel:Max Beckmann,deutscher Maler, 56. Todestag

27. Dezember 2006


Max  B e c k m a n n         M. B.


geboren am 12. 12. 1884 in Leipzig

gestorben am 27. 12. 1950 in New York

bedeutender deutscher Maler und Radierer


Max Beckmann an seine erste Frau ( 1915 ) :
" Ich habe niemals, bei Gott oder so etwas, mich gebückt, um Erfolg zu
haben, aber ich würde mich durch sämtliche Kloaken der Welt , durch sämt-
liche Erniedrigungen und Schändungen hindurchwinden, um zu malen.
Ich muss das. Bis auf den letzten Tropfen muss alles, was an Formvorstel-
lungen in mir lebt raus aus mir, dann wird es mir ein Genuss sein, diese ver-
fluchte Quälerei loszuwerden. "


studierte in Weimar und Berlin

1907 Berliner Sezession

die Nüchternheit und kalte Großzügigkeit der Großstadt Berlin war jahrzehntelang
        bestimmend für sein Leben

nach Sanitätsdienst im 1. WK nach Frankfurt / M. und Übernahme der Meister-
        klasse an der Städelschule

früher Erfolge - Kunsthändler und Sammler umschwärmtem den Künstler
        ein Absatz in der fünfbändigen Kunstgeschichte von Lübke-Haack :
        " Der Bedeutendste der ganzen Gruppe scheint Max Beckmann zu sein, ein
        echter und edler Künstler. Er greift kühn große Stoffe auf. Als echter Deutscher
        nicht ohne Hinneigung zum Gedanklichen, sucht er diese Stoffe auch inner -
        lich-menschlich wie melodisch-rhythmisch zu durchdringen. "


Max Beckmann an seine erste Frau :
" Bin hier intensiv an der Arbeit und an dem letzten, großen Triptych, das wird
eine dolle Geschichte und gibt mir wieder weiter intensives Leben und Lebens-
steigerung ... O mon Dieu , es lohnt zu leben. "

Obwohl er sich mit seiner ersten Frau Minna gut vertrug, stand die Ehe unter
        keinem günstigen Stern,zumal auch die Frau ihre eigene Karriere als
        Opernsängerin verfolgte ( Graz )

nach dem 1. WK kamen für M.B. die sieben mageren Jahre


1917 erste große Grafikausstellung durch Israel Ber Neumann in Berlin
        mit lakonischem Vorwort Max Beckmanns :
        " Der Herausgeber dieses Katalogs hat mich gebeten, etwas über meine
        Arbeiten zu berichten Ich habe nicht viel zu schreiben :
        Kind seiner Zeit sein.
        Naturalismus gegen das eigene Ich.
        Sachlichkeit den inneren Gesichten.
        Meine Liebe gilt den vier großen Malern männlicher Mystik :
        Mäleskichener, Grünewald, Bruegel und van Gogh.
Max Beckmann und seine Kunst stand erneut im Blickpunkt.
        Wilhelm Fraenger schrieb :
        " Beckmann ist der Hogarth unserer Gegenwart. "
       
1924 Beginn der " sieben fetten Jahre " für den Maler
        im Piper-Verlag erschien ein umfassendes Buch, worin vier der populärsten
        Kunstkritiker der Zeit über die Kunst Beckmanns schrieben

1925 Heirat der zweiten Frau : Mathilde von Kaulbach
        ( aus Kaulbach wurde " Kaulquappe " und daraus " Quappi " )
        " Quappi " war ihm tief ergeben und fand Einzug in seine Bilder

1933 Aufgabe des Lehramtes ( Druck der Nazis )

1937 Emigration nach Amsterdam

1947 in die USA

1949 Lehramt an der School of Arts des Brooklyn Museums

frühe Werke unter impressionistischen Einfluss von Max Liebermann

verarbeitet unheilvolle und schreckliche Grundstimmung :
         " Erdbeben von Messina " 1909 und " Untergang der Titanic " 1912

Verarbeitung der Kriegserlebnisse " Die Nacht " 1918 / 19

sozialkritisches Engagement bringt ihn in die Nähe von Otto Dix und
         Geotge Grosz
         hier sind die Radierungen " Gesichter " 1919 und " Jahrmarkt " 1922
         sowie die Lithos " Hölle " 1919 und " Stadtnacht " 1921 zu nennen

um 1923 verlor sich das Realistische
         einfache Formen, Verstärkung der Farbintensität

seit 1924 / 25 starke schwarze Konturen erhöhen Intensität und monumentale
         Wirkung

         " Gestürzte Kerze " 1930  ,  " Spiegel , Kerze "

Allegorie, Mythologie, Verkleidung und Kostüm werden in die Bildwelt eingebracht
         " Leiermann " 1935

zahlreiche Selbstbildnisse ( auch als Narr und König )

" Schauspieler - Triptychon " 1942
         Bildform von Hans von Marees und Edward Munch wird aufgegriffen

" Die Ausfahrt " 1932 / 33
         Thematisierung des Gegensatzes zwischen Hoffnung un Unheil

1940 mythologische Theman
      " Odysseus und Kalypso " 1947
      " Die Argonauten " 1950 mit verschlüsselter Weltdeutung

Die Ausdruckskraft der tiefschwarzen Farbe hatte Für M.B. eher mythlogische
      Bedeutung.
      " All diese Dinde bestürmen mich wie Tugend und Verbrechen, schwarz und weiß.
      Ja, Schwarz und Weiß, das sind die beiden Elemente, mit denen ich zu tun habe. "

"Quappi" Beckmann berichtet, wie schwer es nach dem Krieg war :
      " So gab ich M.B. zwei von den restlichen drei Bettüchern, die seit 1925 gebraucht
      waren. M.B. ließ sie aufspannen und konnte sie gebrauchen. Wir benutzten in -
      zwischen zwei gestickte große Dinnertischtücher mit viel Hohlsaum als Bettücher. "


Curt Valentin veranstaltete in New York eine Ausstellung neuer Bilder von M.B.

Die Zeitschrift " Time " schrieb am 6. Mai 1946 :
      " Seine feurigen Himmel, eisigen Höllen und tierhaften Menschen zeigen, warum
      Beckmann Deutschlands größter lebender Künstler genannt wird ... Er verteilt Far -
      ben mit der freigebigen Hand eines Mannes, der aufwuchs und einen Regenbogen
      in seiner Tasche findet. "

" M.B. fühlt sich zu neuen Leinwandtaten frisch aufgemöbelt. "

City Night 1950 : Der affenhafte Teufels-Briefträger hält einen Zettel mit der
      Aufschrift  :  " M. Beckmann New York USA ".
      Der Künstler hatte noch nicht richtig sich daran gewöhnt, in der Neuen Welt tat -
      sächlich angekommen zu sein.



Quelle: mehrere Bücher , u.a. Stephan Lackner , Briefe Beckmanns





Prenzlmaler

Beitrag geändert von prenzlmaler (2006-12-26 23:38:14)

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