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#1 2004-05-12 11:46:15

franky
Forenmitglied
Ort: 67251 Freinsheim
Registriert: 2004-05-11
Beiträge: 66
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Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

Hallo. Erst einmal möchte ich die Idee von Daniel loben - es fehlt wirklich an einem qualifizierten Forum für die Fotografie. Daher glaube ich, daß dieses Forum Zukunft haben wird.
Da ich nun langsam vom Hobbyfotografen in die kommerzielle Fotografie übergehe, stellen sich mir eine ganze Reihe von Fragen. Die zentrale Frage, die sich mir immer wieder stellt ist: Was ist der Maßstab an eine gute Fotografie? Ist es die Technik, ist es die Creativität, die Idee, die Aussage, die Akzeptanz beim Publikum, die Individualität oder der Name des Fotografen? Sicherlich ist die Meinung und die Bewertung einer Aufnahme immer subjektiv und irgendwie auch Geschmacksache. Mit der Veränderung der Gesellschaft und deren Ansichten verändern sich auch die Betrachtungsweisen an Fotografien. Ist es nun wichtig, daß man als Fotograf diese Zeichen der Veränderung erkennen muß, um gute Fotos zu machen - also Fotos für die Gesellschaft machen, oder gerade "gegen den Strom schwimmen" um dadurch wieder gute Fotos zu machen?
Sicherlich ein sehr abstraktes Thema, aber über diese zentrale Frage stolpere ich immer wieder, und möchte sie hier daher einmal zur Diskussion stellen.
Auf Meinungen und Aussagen bin ich sehr gespannt.
VG Franky


Es ist nicht gesagt daß es besser wird, wenn es anders wird.
Wenn es aber besser werden soll, dann muß es anders werden. (Curt Goetz)

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#2 2004-05-12 14:08:09

peter
Neues Forenmitglied
Ort: Wien
Registriert: 2004-05-12
Beiträge: 1
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Re: Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

Hallo Franky

Interessante Frage, die du aufgeworfen hast. Indem du das  Publikums ins Spiel gebracht hast, hast du sie eigentlich schon fast selbst beantwortet. Ich denke mir daß der Betrachter bestimmt, ob das Foto gut ist oder nicht. Meiner Meinung nach gibt es zwei Gruppen von Betrachtern. Der Fotograf selbst und die "Anderen".  Er kann seinen  oder den Ansprüchen der Anderen folgen (wenn ihm der Zeitgeist gnädig ist stimmen seine Ansprüche mit denen vieler "Anderer" überein). Die "Anderen" lassen sich wiederum in verschiedene Gruppen teilen, wie Werber, Fotografen, Künstler, Kuratoren, Gebildete, Halbgebildete, Ungebildete, ... . In all diesen Gruppen herschen unterschiedliche Paramter, die ein Foto als gut kennzeichnen. Wie du auch schon geschrieben hast verändern sich diese immer wieder im Wandel der Zeit. Wenn der Fotograf sich dazu entscheidet sich nach den "Anderen" zu richten, muß er sich auf die speziellen Parameter seiner Zielgruppe konzentrieren. Je nachdem erfordern diese dann "Fotos für die Gesellschaft zu machen" oder "gegen den Strom zu schwimmen".

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#3 2004-05-12 14:37:59

franky
Forenmitglied
Ort: 67251 Freinsheim
Registriert: 2004-05-11
Beiträge: 66
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Re: Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

@ Peter. Vielen Dank für Deine Erläuterungen. So etwas in der Richtung habe ich mir schon gedacht, und das hat auch meine Erfahrung gezeigt. Nur so deutlich kommt es natürlich nicht immer hervor. Wenn ich das nun soweit richtig interpretiere ist die Beurteilung einer Fotografie letztenendes eine Frage wem ich diese Aufnahme präsentiere und welchen Zweck sie verfolgen soll. Auch kommt es dann etwas auf den Intellekt des Betrachters an. Irrtümlich hatte ich angenommen, daß es schwerpunktmäßig auf die Technik ankäme. Nundenn. Damit dürfte die Diskussion eröffnet sein - bin mal auf andere Meinungen gespannt.
VG an Dich zunächst von Franky


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Wenn es aber besser werden soll, dann muß es anders werden. (Curt Goetz)

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#4 2004-09-06 00:08:54

tristan
Gast

Re: Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

Zuerst: Mir scheint, dieses Forum ist absterben... Kennt jemand ähnliche Foren, denn die Idee finde ich im Ansatz sehr gut.

Zur Frage: Ich denke, alle Aspekte sind wichtig, am wenigsten sicher die Akzeptanz des Publikums. Das breite Publikum ist - meiner Erfahrung nach - tumb, die Guten haben es immer schwierig. Ausnahmen bestätigen die Regel. Allerdings ist der Misserfolg beim Publikum auch kein Garant für gute Qualität... Ich denke, am wenigsten Erfolg haben die nicht und die ganz begabten (also eigentlich künstlerischen) Leute.

Ich denke, dass zu einem guten Fotografen (Künstler), quasi als unabdingliche Eigenschaft seines Charakters, eine gewisse Offenheit und Aufgeschlossenheit gehört. Wer konservative Kunst im Sinne der Alten (oder sogar des gerade noch Zeitgemässen) macht, dem fehlt etwas. Wirkliche Künstler wagen immer etwas, gehen einen Schritt voraus, beten nicht einfach das Alte nach. Originell kann nur das sein, was neu ist. Es kann aber auch neu sein, weil man einen ganz, ganz eigenen Pfad beschreitet... (der evtl. sogar reaktionär ist, aber in dieser Reaktion schon wieder originell).

Was mir hier aber völlig fehlt, ist die Frage von Marketing und Kunst. Wer heute erfolgreich sein will, muss sich gut vermarkten.... Vermarktung ist der halbe Erfolg - und viele vermarkten sich super, obwohl sie wenig künstlerisch zu bieten haben.

Und das ganze Karussell des Kunstmarktes, das auch wieder von Normierungen, 'Trends' und Vitamin B geprägt ist... Das ist wohl Material für einen eigenen Thread... ;-)

Gibt es eine "Trend"-Kunst? Was ist die wahre Kunst? Und sind nicht heute viele 'Künstler' nur Mitläufer eines Zeitgeists, die sich marketing-mässig orientieren?
Wenn dem so wäre, könnte man dann von einem "Ende der Kunst" reden?

#5 2004-09-06 01:50:23

tristan
Forenmitglied
Registriert: 2004-09-06
Beiträge: 39

Re: Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

Hallo, ich möchte nocheinmal auf deine Ursprungsfrage eingehen: Hinter einer guten oder brillanten Fotografie muss eine Ästhetik stecken. Sie darf nicht gewöhnlich oder banal sein, sondern muss in irgendeinem Punkt hervorstechen... (und sei es von mir aus auch nur in technischer Hinsicht, was dann aber weniger mit 'Kunst' zu tun hat).

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#6 2004-09-06 08:26:20

teecee
Forenmitglied
Ort: Frankfurt/Main
Registriert: 2004-05-10
Beiträge: 24

Re: Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

Tag,

@franky:
vor der gleichen Problematik stand ich auch, als ich vor einigen Jahren den gleichen Weg wie Du gegangen bin. Es ist abhängig a/ von Deiner Zielgruppe und b/ von Deinem Anspruch. Für Tristan z.B.: käme es wohl nicht in Frage, seine Kunst dem Markt anzupassen. Er sagt: ich bin gut, also suche ich so lange, bis ich einen Weg finde meine Arbeiten, so wie sie sind zu vermarkten (Tristan, wenn ich falsch interpretiert habe, bitte ich um Richtigstellung und harte aber gerechte Bestrafung). Oder Du gehst den Weg: Ich will und muss zwar meinen eigenen Stil rüberbringen, bin aber bereit diesen an den Markt anzupassen. Welcher Weg für Dich der richtige ist, kannst Du nur selbst entscheiden. Das ist abhängig von Deinem Ego, Deiner Leidensfähigkeit und vom Markt indem du dich etablieren willst. Rede mit möglichst vielen Leuten, ziehe Erkenntnisse daraus uns sei bereit von einer festen Vorstellung auch abzurücken. Ich hatte anfangs auch eine genaue Vorstellung davon, wo mein Platz in der professionellen Fotografie sei. Durch verschiedene Bewegungen hat meine Karriere eine Richtung eingeschlagen, die ich vorher nichtmal im Ansatz in Erwägung gezogen habe.

Gruss
teecee

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#7 2004-09-06 12:04:03

tristan
Forenmitglied
Registriert: 2004-09-06
Beiträge: 39

Re: Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

Was ich meinte, ist, dass man durch eine Anpassung immer nur einen kurzfristigen Erfolg haben wird, da Identität und Wiedererkennbarkeit halt total wichtig ist. David Lachapelle passte sich lange einfach an, mit einer grossen inneren Unzufriedenheit. Als er dann einmal seiner Träume verwirklichte, stiess er zuerst auf grosse Ablehnung, weil die Bilder so ungewohnt waren. Aber langfristig wurde er dann zu dem grossen Superstar, der er jetzt ist... Wie soll man extrem erfolgreich sein, wenn man sich überhaupt nicht von den anderen unterscheidet?

Ich selbst möchte schon Kompromisse eingehen und mich auch ein wenig in der kommerziellen Modefotografie versuchen. Aber ich möchte dabei einen eigenen Stil durchziehen... bzw. das kommt ganz automatisch so. Ich denke, man muss sich einfach mit einem Stylisten gut verstehen und mit diesem zusammen Ideen verwirklichen. Dabei sind Kompromisse ganz unabdinglich, weil es bei der Modefotografie auf andere Dinge ankommt. Dennoch wäre es cool, wenn das ganze noch einen künstlerischen Touch beibehält...

Bei aller Anpassung an das Genre möchte ich dennoch gewisse Prinzipien beibehalten, wie nicht übertriebene Retouche, Models, die mir gefallen, natürliche Darstellung (keine starren Posen), kein übertriebenes Styling, bzw. das Styling soll sich in das Bild - bzw. die Ästhetik des Bildes - einfügen etc. Man muss sich auch manchmal gegen das System stemmen ;-) Ich finde, das gilt für alle Bereiche. Ich bin kein Fan davon, seine Seele zu verkaufen. Das macht einen selbst unglücklich, und die Gesellschaft bringt es auch nicht weiter...

Ich denke, alle grossen Fotografen wollten ihre Ideen verwirklichen.

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#8 2004-09-06 23:08:43

Daniel
Administrator
Ort: Potsdam
Registriert: 2004-02-02
Beiträge: 414
Website

Re: Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

tristan schrieb:

Zuerst: Mir scheint, dieses Forum ist absterben... Kennt jemand ähnliche Foren, denn die Idee finde ich im Ansatz sehr gut.

Erst einmal willkommen im Forum, tristan. Dieses Forum ist mitnichten am absterben. Es ist erst ein paar Monate alt und hat durchaus Entwicklungspotential. Die Idee finde ich nämlich auch im Ansatz gut. ;-) Vielleicht hätte ich das Forum nicht unbedingt direkt vor der Sommerpause starten sollen. Aber langsam kommt ja ein wenig Leben in die Bude. Was heute hier im zeitgenössischen Fotografieforum los war, hat mir gut gefallen. Und sollte sich mit der Zeit der eine oder andere Kunstinteressierte noch einfinden, kann das hier sehr interessant werden.

Daniel

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#9 2004-09-07 20:35:21

tristan
Forenmitglied
Registriert: 2004-09-06
Beiträge: 39

Re: Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

Ich denke, in einer guten Fotografie muss einfach Ausdruck sein - es muss etwas rüberkommen... In der meisten Modefotografie kommt ja NULL rüber. Im Gegenteil, es besteht ganz aus Oberfläche. Ich habe dazu  mal einen Artikel geschrieben (Wann ist Modefotografie Kunst? Wie stehen Kunst und Schönheit zueinander?) - wenn es interessiert, leg ich den mal vor...

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#10 2004-09-07 21:26:13

Daniel
Administrator
Ort: Potsdam
Registriert: 2004-02-02
Beiträge: 414
Website

Re: Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

tristan schrieb:

Wann ist Modefotografie Kunst? Wie stehen Kunst und Schönheit zueinander?) - wenn es interessiert, leg ich den mal vor...

Also mich würde es interessieren.

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#11 2004-09-08 07:58:32

teecee
Forenmitglied
Ort: Frankfurt/Main
Registriert: 2004-05-10
Beiträge: 24

Re: Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

mich auch :-)

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#12 2004-09-16 18:20:39

fabio
Gast

Re: Maßstab an eine gute bis brilliante Fotografie

Daniel schrieb:
tristan schrieb:

Wann ist Modefotografie Kunst? Wie stehen Kunst und Schönheit zueinander?) - wenn es interessiert, leg ich den mal vor...

Also mich würde es interessieren.


WANN IST MODEFOTOGRAFIE KUNST ?
AUTAG UND ANDERS SOLLTEN DIE BILDER SEIN.

WIE STEHEN KUNST UND SCHÖNHEIT ZUEINANDER.
ANTWORT..........GUT.
PTK


www.ptk-photo.com

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