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#1 2005-03-09 17:53:40

xrotbartx
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Ort: Glambeck
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Papier für Aquarell-Malerei

Hallo zusammen,
ich bin Anfänger in der Malerei und versuche gerade die ersten Schritt mit Aquarell-Farben.
Eigentlich steht in allen Lehrbüchern, man müsse das Papier (wenn es nicht dicker Karton ist) nassmachen und dann mit Klebeband auf ein Brett kleben.
Meine Fragen:

1. Was heißt "dicker Karton"? 300mg? Noch mehr?
2. Muss ich wirklich das Papier immer erst einweichen? Es heißt in den Büchern: Aquarell sei so beliebt, weil man nur den Malkasten, 2 Pinsel, einen Wassernapf und Papier braucht - und kann gleich losmalen, wenn man in der Natur ein Motiv gefunden hat.
3. Wenn ich das Papier schon einweichen muss, was nehme ich da für Klebeband? Ich hab schon verschiedene probiert, keins hat gehalten, bis das Papier getrocknet war.

Jetzt bin ich mal gespannt, weil ich mit diesem Papier langsam verzweifle.

Gruß
Harald wink

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#2 2005-03-10 03:22:23

karana
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Rotbart... "Karton" nennt man fachbegrifflich ein Papier, das mehr wie 150 g/m2 hat. Ist also garnicht sooo dick.
Du kannst natürlich auch auf dünnem Papier arbeiten, ohne es aufzuspannen - doch es wird sich wellen! Manche Künstler schätzen das sogar, weil die Farbe unberechenbarer verläuft. Andere wollen klare Beeinflussung des Farbverlaufs, die hassen das, wenn das Papier Berg und Tal spielt...
Bei Papier, das ca 200-grammig ist, lässt sich das Blatt nach der Arbeit unter schweren Büchern sehr gut pressen (hinten etwas befeuchten, zwischen Zeitungsbögen legen, nach zwei Tagen isses flach...) - bei leichteren Bögen ist das wirklich schwierig, da kommt es oft zu Falten...

Papier ab 250 Gramm spanne ich selten auf - meistens genügt es mir, es mit Klammern an ein Holzbrett zu klemmen - oder ein paar Reissnägel halten die Ecken nieder, funktioniert auch.
Kennst du Bernhard Vogel? ( http://www.bernhard-vogel.at )
Der arbeitet auf 300er- und 600er-Grammatur - soweit ich weiss immer unaufgespannt.

Das echte Aufspannen kriegst du mit Leimpapierstreifen hin, das sind Papierstreifen (werden in Rolle verkauft), die auf einer Seite beleimt sind. Wenn du die Streifen mit der Leimseite durch Wasser ziehst (Untertasse eignet sich gut), klebt das Zeug ausgezeichnet (auch nasses Papier)! Riecht ein bissl nach Fisch oder altem Hund *g*, tierischer Leim also.

Dass du das Papier einweichen sollst, hat seinen Grund! Es quillt (dadurch machts ja Berge und Täler) - wird tatsächlich messbar grösser *g* Das muss beidseitig geschehen und braucht ein bisschen Zeit, damit eben alle Papierfasern quellen können.
Wenn du den gequollenen Bogen dann fixierst, trocknet der Bogen, zieht sich also zusammen - dadurch wird er sozusagen gestreckt. So macht er, auch wenn er dann nass wird, eben keine Wellen mehr...

Aber zugegeben, im Urlaub oder bei spontaner Malerei ist das etwas mühsam - auch dafür gibts Abhilfe!
Im Handel bekommst du Malblöcke! Das sind vorgeleimte, d.h. an allen Seiten geleimte Papiere. Sind etwas teurer als Einzelbögen, haben aber den Vorteil, dass jeweils das oberste Papier augenblicklich fürs Malen bereit ist. Mit einem Messer (nicht allzu scharf ist günstig) kannst du das Blatt nach Trocknung abschneiden - und das nächste Papier ist frei...
Das Zauberding gibt es in vielen Variationen, Größen und Qualitäten. Alle vier Seiten sollen verleimt sein - es gibt auch günstiges Zeug, das nur an einer oder zwei Seiten "verschweisst" ist... das nützt wenig, ist so, als würdest du unaufgespannt arbeiten...

Nicht verzweifeln!
Lieber im Forum posten *lächel*

karana

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#3 2005-03-10 17:52:19

xrotbartx
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Hi Karana,
und ich dachte wirklich, dass mit Karton superdick und superhart gemeint ist. Wieder was gelernt. Dieses Papierklebeband werd ich mir besorgen. Hab zwar auch schon 2 von diesen vorgeleimten Blöcken (4seitig geleimt) hier, aber eben auch einen 2seitigen. Also, wenn ich jetzt nicht weiterkomme, dann nie. *gg*
Übrigens gefällt mir "Lanzerote 2" am besten. Ich liebe Landschaften. Aber die Gangart von "Das Tier geht heim" sieht auch super aus. big_smile

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#4 2005-03-11 01:46:49

karana
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

*smile*
Wenn du Landschaften magst, bist du ja auf der Homepage von Bernhard Vogel aufs Allerbeste untergebracht *gg*
Auf meiner eigenen finden sich solche Dinge eher selten, ich mags körperlicher *schmunzel* Obwohl... die zwei Lanzarote-Bilder mag ich auch (immer noch, die sind ja schon uralt!)

Bei deinen Landschaften sehe ich den Meister mit der Lockenfrisur noch durchleuchten - aber du emanzipierst dich! *g*
Hast du schon mal versucht, ein Stillleben zu malen? Da die Landschaft ja mit deinem Ölmalbeginn verknüpft ist, kannst du dich vielleicht durch einen verschärft persönlichen Zugang, durch eine andere Malereigattung, noch effektiver zu Eigenem entwickeln... oder nimm dir ein Blumenstillleben vor - darauf haben mich deine drei Sonnenblumen gebracht big_smile

Und wieder spät geworden!
Ich mach Schluss für heute...

karana

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#5 2005-03-11 19:06:33

xrotbartx
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Hallo Mo,
die Bernhard-Vogel-Aquarelle sind ja wirklich toll. Da sieht man auch - anders als bei meinen kläglichen Versuchen - die Qualität der Farben, wie sie durchscheinen und dabei leuchten. Außerdem zerfließen seine Farben nicht so, was für mich auf einen völlig anderen Karton schließen lässt. Jedenfalls ist es das, was mich an Aquarellen reizt. In Öl bekommt man diese Feinheit auf engstem Raum sicher nicht hin - es sei denn, man ist ein wirklicher Meister.

Ich emanzipiere mich? Klingt lustig. Aber es macht mich doch ein wenig stolz, wenn man das schon sieht. Hätte ich nicht erwartet - nach 2 1/2 Monaten Wochenendmalerei. Und danke, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Versuche anzusehen.
Stillleben? Die absolut misslungenen Sonnenblumen waren ein erster Versuch. Die Landschaft habe ich nur deshalb dahintergesetzt, weil mich Stillleben nicht reizen. Und dass die Blumen nicht in die Landschaft passen - schon von den Proportionen her - stört mich dabei noch am wenigsten. Sie sind zwar HOOOOCH - aber platt. sad Aber ich fürchte, wenn ich Landschaften malen will, muss ich mich auch mit Stillleben befassen - konkret mit Pflanzen, denn sie stellen ja (oft/meist) den Vordergrund einer Landschaft. Ich denke, ich muss mich nur erstmal von dem Gedanken lösen, dass Blumenstillleben Kitsch sind.
Also danke für den Rat. Mein Problem sind die Details überhaupt, nicht nur Blumen; ich denke da auch an Fuhrwerke, Häuser, erst recht an Tiere und Menschen. Das liegt sicher daran, dass ich nicht zeichnen kann. Hab mehrmals versucht, meine Frau zu zeichnen - sie hätte mich fast geschlagen. *gg*

Beitrag geändert von xrotbartx (2005-03-11 19:08:32)

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#6 2005-03-12 01:52:27

karana
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

*schmunzel*
Hi Rotbart! (ich finde den Nick so nett...)
*öhm*

Hallo Harald!

Na klar war ich auf deiner Homepage *g* Und: Natürlich hast du einen langen Weg vor dir! (wie jeder der malen lernen möchte - und wie jeder, der malt)
Doch, egal, jeder Meter auf diesem Weg ist ein gelungener Meter... *smile*
Was jetzt nicht heissen soll, dass sofort jedes Bild ein Treffer wird. Meister fallen (gottseidank) bekanntlich nicht vom Himmel. Aber Bild für Bild lernt man was dazu. Ernsthaft zu arbeiten, nicht gleich zufrieden zu sein - das steht dem bildnerischen Genuss ja nicht im Wege.

Ich finde, das sinnliche Wühlen in der Farbe, der Geruch, die bunten Gedanken, die innere Zufriedenheit bei der Arbeit, das sind ganz wertvolle Dinge.
Dass das perfekte Bild nicht in jeder Leinwand steckt, ist wahr - es ist aber wichtig dranzubleiben, sich nicht leicht frustrieren zu lassen, Neues dazuzulernen, es geht ja um die Malerei selbst und nicht um ein einzelnes mit netten Farben gestaltetes Bild...

Doch auch das Werk schlussendlich zu betrachten, ist ein ganz wichtiger Aspekt.
Selbstkritik ist ein wichtiger persönlicher Gradmesser, - finde ich sehr gut, dass du dir deine Bilder nicht total selbstverliebt anschaust, sondern schon klar etliche Dinge siehst, die so nicht passen.
Dass du dich emanzipierst, hab ich tatsächlich so gemeint: du suchst etwas, habe ich den Eindruck. Der gute Ross ist halt in seine glatten flotten abgekürzten Malmanier ziemlich leicht wiederzuerkennen... deswegen war mein Tipp, andere Malsujets auszuwählen, sodass du noch schneller aus diesen gekonnten (aber nicht eigenen) Malroutinen rauskommst.
Wie lange malst du an einem Bild durchschnittlich? Die Arbeiten wirken sehr "kompakt durchgezogen" auf mich... hast du schon mal Lasuren ausprobiert? (wofür das Bild trocken sein muss...)

Ich fürchte, ganz ohne zeichnerische Grundkenntniss wirst du schwer deine Formen im Bild finden - es sei denn, du malst ziemlich abstrakt. Naturdarstellung hat was mit den richtig gesehenen Formen zu tun, wenn du sie "realistisch" umsetzt.
Auch Kompositionslehre ist ganz wichtig (egal ob abstrakt oder realistisch...).

Wieso sind Blumenstillleben Kitsch für dich? Sicherlich können sie das sein, doch wenn ich mir Van Goghs Sonnenblumen ansehe... auch die herrlichen Blüten von Manet... die sind so duftig und doch so fest und materiell gemalt, - für mich ganz sicher kein Kitsch... Vielleicht nennen manche es Kitsch, weil Blumen froh stimmen *g*
Das feine an Blüten und Blättern ist:  wenn ich mir die Struktur und die Blütenform/farbe einmal genau angesehen habe, "verstanden" habe, wie das aufgebaut ist, kann ich nach diesen Blumen recht frei malen. Ob jetzt ein Blatt mehr oder weniger zu sehen ist, oder ob die Blütenfarbe so absolut hundertprozentig stimmt - das ist ja nicht das Wichtige daran...

Ein Portrait von deiner Frau?... fang doch nicht gleich mit so komplizierten Verrücktheiten an! kein Wunder, dass sie zum Prügel greift *lol*

karana

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#7 2005-03-12 10:15:35

xrotbartx
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Hallo Mo, *smile*
ja, ich suche tatsächlich: für mich persönlich in erster Linie Gelassenheit, für mein Gemale Aussagekraft ... gepaart mit landschaftlicher Schönheit.
Es ist das, was mir bei vielen heutigen Künstlern fehlt. Die alten Meister hatten das drauf. Ich denke, jeder, der ein bisschen Talent hat, kann heutzutage "schöne" Bilder malen oder "schöne" Geschichten schreiben, aber fast genauso oft fehlen klare Aussagen. Das klingt, gerade aus meinem Anfängermund, wahrscheinlich ziemlich hochnäsig und ich bitte, das zu entschuldigen. Denn so ist es nicht gemeint. Ich habe Achtung vor jedem Künstler, der ein Projekt zuende bringt und hinterher sagen kann: Ja, das war es, was ich wollte.
Letzte Woche wurde bei "Kulturzeit" (3sat) ein Maler vorgestellt, der eine Ausstellung hatte mit "Lebenden Bildern". Sein Verdienst: Alle benutzten Materialien stammten aus dem Baumarkt (Hartfaserplatten und eimerweise Farbe, die er daraufkippte). Ich versteh einfach den Sinn des ganzen nicht und dass man es als Kunst bezeichnet. Ist Kunst Geschmackssache?
Mir ist Kunst das Ausleben von Kreativität, deshalb habe ich vor 3 Jahren mit dem Schreiben begonnen und jetzt mit dem Malen. Mir genugte es nicht, einen einfachen Abenteuerroman zu schreiben, ich will die Aussage ... so auch bei den Bildern. Und deshalb hoffe ich, dass du mir weiterhin Handwerk zeigst ... das ich irgendwann in Kreativität umsetzen kann ... in Aussagen.
Soviel zu dem, was ich suche. Ich hoffe, ich hab dich nicht schockiert. *gg*

An den ersten Bilder nach Bob Ross hab ich 2 Stunden gesessen. Die neueren (nun nach eigener Idee) entstanden in etwa 4 Stunden, meist in einem Ritt. Hochstens, dass ich am nächsten Tag nochmal ein Detail nachgearbeitet habe. Merkwürdig daran war eigentlich immer, dass ich mich mit fortschreitender Arbeit jedesmal von der Vorlage gelöst habe. Als Ausgangspunkt diente in jedem Fall ein Foto. Meist waren es die Lichteffekte, die mich an den Fotos reizten. Ich mache von den Fotos, die ich schieße, Bleistiftskizzen und versuche die dann in Öl umzusetzen. Während die Skizze noch dem Foto folgt, lasse ich dann beim Malen Details weg und füge andere hinzu, ohne dass ich mir das vornehme. Wieso das so ist, kann ich nicht erklären. Zufrieden bin ich mit den Ergebnissen jedenfalls nicht. Die Farbmischungen sind Zufall. Das einzige, was mir bisher einigermaßen gelingt, sind Perspektiven. Und die stammen sozusagen von Bob Ross. *g*

Nein, Lasuren hab ich noch nicht probiert, alles Nass in Nass.

Über Bildaufbau hab ich ein Buch gelesen, aber zum Beispiel "den goldenen Schnitt" nicht wirklich verstanden. Tonwerte und Farbwerte sind mir dagegen schon klarer.

Ich hab ein Buch "Intensivkurs Zeichnen". 500 Übungen oder so. Gruselig. *gg* Hab die erste Übung versucht: Kaffeetasse und Apfel. Meine Frau meinte, ich hätte "Oma mit Dutt" gezeichnet. big_smile Was soll man machen? Ich kanns eben nicht.

Warum Blumenstillleben Kitsch sind? Wahrscheinlich, weil ich so selten Van Gogh oder Manet sehe und viel mehr Kitsch in den Schaufenstern. Und weil ich fürchte, dass bei mir auch nur Kitsch herauskäme. *heul*
Meine Frau hat mir - wegen der Kitschgefahr *gg* - verboten, Berge zu malen. So hab ich mir aus dem gleichen Grund verboten, Blumenstillleben zu malen. wink Allerdings muss ich zugeben, dass mich einerseits der Detailreichtum reizt, er mich andererseits aber auch fürchten lässt, das nicht zu können. Weil ich eben nicht zeichnen kann. Ein Meister werde ich jedenfalls nie! Höchstens - die Ansätze sind in diesem Posting deutlich - ein Klugschwätzer! Genug geschwatzt, ich werde mich jetzt an das "bunte Grau" machen. smile

Beitrag geändert von xrotbartx (2005-03-12 10:20:35)

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#8 2005-03-12 12:10:54

karana
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Was ist Kunst?

Die uralte Frage...
Auch: Woher stammt das Wort Kunst?
Da gibt es drei mehr oder minder ernst gemeinte Antworten.
1. Kunst kommt von KENNEN. Frei nach dem Motto: "Ich kenne jemanden, der mir das abkauft." big_smile
2. Kunst kommt von KÖNNEN. Das Handwerk ist wichtig, die technische Umsetzung. Das Können selbst reicht, um Künstlerisches zu Wege zu bringen.
3. Kunst kommt von KÜNDEN. Für mich die spannendste Variante *g*
Mit den Werken etwas aussagen zu wollen, einen Unterbau an Bedeutung mit zu bearbeiten und sich, im unterschiedlichsten Sinne, Gedanken zu machen.

Da wir von Kitsch gesprochen haben: Ich denke, Kitsch macht sich bloss Gedanken darüber, dass etwas "schön" ist. Selbst ein technisch sehr gekonntes Stück, das sich nur um die Schönheit kümmert, bleibt wohl Kitsch...

...Vier Stunden für ein Ölbild?
Da werd ich ja richtig neidisch *fg*
Ich pinsle tagelang, manchmal wochenlang herum - die Phasen, in denen ich das Bild nur anschaue und meine Unzufriedenheiten aufliste, natürlich includiert. Manchmal drehe ich das Bild auch mit dem Gesicht zur Wand, damit ich aus meiner Betriebsblindheit komme, die sich während der Malerei natürlich einstellt.
Wenn ich dann genau weiss, welche Dinge von Übel sind, marschiere ich wieder quer durchs Bild und verwerfe oft grosse Bildteile. Manchmal steht am Ende ganz ein anderes Bild, als ich am Anfang vorhatte zu malen.  Natürlich ist die Geschwindigkeit, in der ein Bild bewältigt wurde, kein Gradmesser für dessen Qualität. Manche Maler brauchen Jahre für ihre Bilder. Andere arbeiten sehr schnell. Doch zu schnell zufrieden zu sein, bringt selten was. (Sonderfall Aquarell: das ist es manchmal sehr schwierig, früh genug aufzuhören *g*)
Das Problem bei der Ölmalerei ist allerdings, dass man rein vom technischen Ablauf vieles bedenken muss, rein schon, was den "chemischen" Bildaufbau betrifft... Acryl ist in vieler Hinsicht ähnlich einzusetzen, lässt spontanes Übereinander sehr gut zu, es ist egal, wie oft ich übermale, ob nass über trocken, ob ganz dick oder ganz fein... deswegen wundert mich, dass so viele Menschen mit Öl beginnen *g*
Wahrscheinlich weil es die klassischste Technik ist...

karana

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#9 2005-03-12 13:40:53

xrotbartx
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Ok,
1. kannst du abhaken. Ich kenne mehrere, bin auch schon etwas losgeworden. *gg*
2. daran muss ich arbeiten, um
3. zu erreichen. Genau da liegt das Ziel der Wünsche. wink

Warum mit Öl anfangen?
Ich kann jedem nur raten mit Öl anzufangen. Der Grund ist die klare Struktur:
1. Himmel malen (und wenn das Bild Wasser enthalten soll, den Pinsel jedesmal dort säubern, wo eben ungefähr Wasser sein soll).
2. Dem Blauschwarz des Himmels etwas rot, braun und grün untermischen und für den Hintergrund mit soviel weiß versetzen, das die Farben vernebeln. *gg*
3. gleiche Mischung mit mehr rot und grün für den Untergrund des Vordergrunds (also fast schwarz).
4. Vordergrund
5. fertig. big_smile
Was ich sagen will, ich arbeite dabei sehr systematisch und wenn ich beim Vordergrund angelangt bin, bin ich eben fertig. Am Himmel und am Hintergrund kann ich dann sowieso nichts mehr ändern. Bisher habe ich einmal wieder etwas abkratzen müssen, weil mir das Ergebnis nicht in den Kram passte (aber das Bild ist noch nicht online). Ich zwinge mich, mir die Fehler zu merken, sie aber nicht zu ändern. Denn dann wird man nie fertig.

Beim Schreiben ist es genau andersherum: Erstmal fertig machen, korrigieren kann man anschließend, heißt es da. Und Autor kann man sich erst nennen, wenn man einmal bis zum Ende gekommen ist.

Und beim Aquarell - wieder anders: Male da, lass es trocknen, male inzwischen woanders. Und das macht es für mich so schwierig - die verschiedenen Herangehensweisen. Übrigens, jetzt ist die Farbe von der Übung trocken - ein Vorteil des Aquarell: ich kann gleich losgehen, es verkaufen. LOL

Und Acryl? Davon kenne ich nur den Namen.

Ausspruch meiner Zeichenlehrerin vor 35 Jahren: Hille, du bist blind. Geh auf den Hof und mach Pause. *johl*

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#10 2005-03-13 03:23:46

karana
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Lass dich doch nicht von den paar Euro Verkaufspreis blenden *gggggggg*
Na ernsthaft, Kunst und Kohle sind oft nicht eng verwandt...

Ui, dieses Landschaftskonzept nenn ich doch mal ein bisschen einfach gestrickt...
Klar kann es einigermassen zum Ziel führen - doch was mach ich bloss, wenn ich draufkomme, dass meine Wolke im Bild, ich ich zuerst noch ganz nett gefunden habe, bei näherem Besehen aussieht wie ein Essiggurkerl? Oder wenn ich entdecke, dass die Farben im Bild (wurscht welches Sujet) auseinanderklaffen?

Die klare Struktur, die ich bei Öl sehe, ist: in unteren Schichten mit magerer nicht sehr öliger Farbe malen. Erst in den oberen Bildschichten fetter - sonst runzelts und macht Sprünge. Trockenzeiten einhalten, erst wieder malen, wenn die Oberfläche abgetrocknet ist - oder gleich weiter ins Nasse arbeiten...

Von solchen Regeln gibts noch einige.

Natürlich hat Ross sich um diese Sachen herumgeschwindelt bzw. ich denke, er wußte all das sehr wohl. Nur da er ja auf (zu) leichte Art die Ölmalerei vermitteln wollte, hat er sich auf den einfachen Ablauf zurückgezogen, der kaum Änderungen zulässt.
Diesen Knaben hast du hinter dir! Entdecke, wie es sonst noch gehen kann *smile*

karana

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#11 2005-03-13 18:46:59

xrotbartx
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Du hast natürlich Recht. Ich hab sehr vereinfacht ... so wie Ross.

Aber einige Dinge bei ihm gefielen mir auf Anhieb, zum Beispiel dass der Hintergrund (Himmel, Wolken, Horizontlinie) so aus einem Guss wirken. Bei anderen stört es mich regelrecht, wenn man sieht, dass der Hintergrund nachträglich drum herumgemalt wurde. Besonders bei Stillleben.
Aber keine Sorge, ich will mehr und werde üben. Heute Nachmittag habe ich ein Winterbild von dem See gemalt, der bei uns um die Ecke liegt. Es ist SCHÖN geworden, mehr aber auch nicht ... und das ist unbefriedigend.

In der nächsten Kleinstadt gibt es einen Hobbykünstlerverein. Die male einmal die Woche zusammen, soweit ich gehört habe. Ich denke, ich werde hingehen. Und ich werde mich zusammennehmen und nachdenken, bevor ich anfange zu malen.
Ich will ein Bild hinter dem Bild ... und bekomme es nicht auf die Reihe. Ich weiß einfach noch nicht, wie ich dazu vorgehen muss. Ich weiß überhaupt noch sehr wenig über die Möglichkeiten der Malerei.

Du schriebst gestern vom Lasieren bei Öl. Ich weiß, dass dazu die Farbe trocken sein muss, aber ist das alles? Muss ich dabei noch mehr beachten? Die Lasur muss sicher (wie beim Aquarell) stark mit Malmittel vermischt sein. Beim meinem Winterbild zum Beispiel will ich nachträglich einen Schatten auftragen. Die Lasur soll also nur die darunterliegenden Farben abdunkeln, aber nicht verdecken. Ich hab keine Ahnung, wie man das macht. Hast du einen Tipp für mich?

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#12 2005-03-14 02:43:14

karana
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

... Lasur bei Öl? Nö, die Farbe muss dünn sein, nicht trocken... Nass mit viel Verdünnung und/oder Malmittel geht - oder eben mit ganz trockenem Pinsel quasi drüberschummern, "einmoussieren" oder mit dem Finger verreiben...
Hauptsache, die Farbschicht ist so zart, dass die darunterliegenden Farben durchschimmern. Da wäre es natürlich gut zu wissen, welche deiner Pigmente von Natur aus lasierend sind... da geht das leichter.

Ich kenne mich mit Ross´ Malmitteln nur vom Wegschauen her aus (also garnicht), jetzt weiss ich nicht, ob ich dir den Tipp geben kann, ein wenig Farbe mit Malmittel auf flüssige Konsistenz zu bringen und aufzutragen. Manche Malmittel neigen dazu, speckig zu glänzen, wenn man sie im Übermass der Farbe beimischt. Im Untergrund solltest du das auch nicht - Malmittel sind oft ölhältig, die Farbe würde also fett ... Lies mal nach in den Beschreibungen, steht da was von irgendeinem Öl? Oder Harz?

Egal, in der Übermalung kannst du das auf jeden Fall gut beimengen, vielleicht noch ein bissl Verdünner dazu. (ich glaub, so nennt Ross das...) Damit die Farbe nicht in der feuchten Schicht darunter versinkt oder die alten Farben mit aufrührt, solltest du warten, bis das Bild halbwegs trocken ist. Muss nicht vollkommen durchgetrocknet sein, aber doch soweit, dass du mit einem Fingertupf keine farbigen Fingerkuppen mehr kriegst...
Überleg dir auch, welche Farbe der Schatten haben soll... ehe der ganze Schnee geschmolzen ist, geh noch mal nachschauen *g*

Du siehst, Ferndiagnosen sind da eher mühsam big_smile

Hobbykünstlerverein?
Hört sich sehr gut an! Malen mit anderen, die auch auf dem Weg sind, das ist eine prachtvolle Idee.
Kann mich noch an meine Akademiezeit erinnern. Da waren lauter Profs und Assistenten rum, war ganz fein so.... doch das Allermeiste habe ich von den Kollegen gelernt, einfach, indem wir miteinander gemalt und geredet haben...

In diesem Sinne: Nix wie hin!!

Jetzt haben wir schon seid einigen Posts nix mehr Aquarelliges und schon garnix Papieriges mehr geschrieben *g* Ob wir jetzt einen Admin - Rüfel kriegen ? *lol*

@ Admin: ist das o.k. so? Sonst bemühen wir einen neuen Thread *g*
big_smile
karana

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#13 2005-03-16 21:55:06

xrotbartx
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

karana schrieb:

... Hauptsache, die Farbschicht ist so zart, dass die darunterliegenden Farben durchschimmern. Da wäre es natürlich gut zu wissen, welche deiner Pigmente von Natur aus lasierend sind... da geht das leichter.

Also, Zweiglein malt Ross eigentlich immer mit Brauntönen, die er stark verdünnt. Richtig ... mit Verdünner. *gg* Wie sehr sie dabei decken, darauf hab ich ehrlich gesagt noch nicht geachtet. Es sollte ja decken.
Auf den Farbtuben steht leider nicht drauf, womit die Farben nun versetzt sind. Sie rühmen sich nur, dass die Bob-Ross-Farben dicker sind als die von anderen Anbietern. Also nix von Öl oder Harz.
Die Farben brauchen etwa eine Woche, bis sie soweit trocken sind, dass ich mir keine dreckigen Finger hole. Hab ich also viel Zeit totzuschlagen. wink
Inzwischen hab ich den ersten ernsthaften Aquarell-Versuch gewagt. (Link in meiner Signatur) An dieses Lasieren muss ich mich wirklich erst gewöhnen.
Meine Frau brachte mir heute neue Pinsel mit. Welche mit einer richtigen Spitze, die nicht bei der ersten Berührung mit dem Papier einen Klecks hinterlassen.
Deshalb lasse ich es für heute gut sein. Ich muss malen ... *weg isser* smile

Beitrag geändert von xrotbartx (2005-03-16 21:56:57)

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#14 2005-03-17 01:55:42

karana
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Ja, ja....
Kann es sein, dass du dich mit dem Mal-Virus angesteckt hast? *loool*

Tja, eigentlich verständlich, dass der Lockenkopflehrer seine Rezepturen nicht preisgibt. So, wie das allerings just in TV sichtbar war, sind seine Farben um nix dicker als die Pasten, mit denen ich hantiere. Vielleicht sind sie stärker pigmentiert (also mehr Farbkörper, weniger Bindemittel) - das mag ich aber nicht glauben. "Dicker", also pastöser krieg ich eine Tubenfarbe auch, indem ich billiges Füllstoffmaterial beimenge oder Wachs druntermische...
Naja, alles eine Frage der Benennung!

Wenns eine Woche dauert, bis du ohne Farbtupfen dein Bild angreifen kannst, dann sind das wohl eher ölige Farben. Da du alles in einer Schicht erledigst, stellt das kein großes Problem dar, erst wenn du in vielen Lasuren arbeiten möchest. ist sowas wichtig zu wissen...

Und: natürlich war ich auf deiner HP *g*
Süß, das Aquarell! Wirkt recht locker gesetzt! Für dein erstes Aquarell wirklich fein...
Kann noch wässriger, das heisst lasierender werden, vor allem in den hinteren Partien (nennt sich "Luftperspektive" *g*). Je weiter etwas weg ist, desto kühler und nebeliger ist die Farbe (erinnere dich an das Grautönebild *schmunzel*), desto weniger Kontrast gibt es und desto verschwommener sieht man Einzelheiten. Sieht man ja auch auf Fotos - die hinterste Bergkette ist nur mehr graublau, fast schon "himmelfarben".
Und mir fällt auf, dass du, wie bei Ölbilder ja üblich, das Blatt bis an die Ränder gestaltet hast. Muss bei Aquarell nicht sein! Ich könnte mir vorstellen, dass du exakt dieses Bild mit großen Weissanteilen in den Feld - und Himmelflächen noch einmal gestalten könntest - mit einer ganz anderen "offeneren" Bildwirkung...

Der Baum rechts kippt ein bissl ausm Bild. Als würde er in das nächste Bild gucken ...*g* (das ja sicher bald folgen wird...)

Und ausserdem, das Bild davor (Glambecksee) ... was issn da in dich gefahren? Diese Birkenstämme sind ja die Wucht! Auch die Komposition ist sehr straff und überzeugend... biddäh mehr von diesem *ggg*

karana

PS.: Unbekannterweise liebe Grüsse an deine Frau... (wer Pinsel nach Hause schleppt, kann nur ein Schatz sein big_smile )

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#15 2005-03-17 17:51:54

xrotbartx
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Ja, der Virus greift zurzeit wieder furchtbar nach mir. Früher (ab 16) war es der Gitarrenvirus, Dann (vor 10 Jahren) der Keyboardvirus, zwischendurch hab ich ihn mit Sticken, Knüpfen und Stricken ausgelebt. Vor 3 Jahren hab ich mit dem Schreiben begonnen und jetzt mit dem Malen. Du siehst, die Viren wechseln, aber irgendeiner ist immer da.

Was die Rezepturen betrifft (ich hab ja keine Ahnung), werde ich einfach mal andere Farben verwenden. Ich hab noch welche da, die zu einem Set dazugehörten. Dann habe ich einen Vergleich.

Süß, das Aquarell! Wirkt recht locker gesetzt! Für dein erstes Aquarell wirklich fein...

Das nehme ich jetzt mal als Lob, auf jeden Fall als Motivationsschub. *gg*

Und mir fällt auf, dass du, wie bei Ölbilder ja üblich, das Blatt bis an die Ränder gestaltet hast. Muss bei Aquarell nicht sein! Ich könnte mir vorstellen, dass du exakt dieses Bild mit großen Weissanteilen in den Feld - und Himmelflächen noch einmal gestalten könntest - mit einer ganz anderen "offeneren" Bildwirkung...

Ich weiß gar nicht, was du hast. Das Bild ist doch so offen, dass der Baum beinahe rauskippt. *johl* big_smile Nein, im Ernst, mit den weißen Flächen habe ich wirklich Schwierigkeiten, wahrscheinlich, weil ich nur die Bob-Ross-Art kannte. Ich werde mich also noch einmal dransetzen und dieses Motiv (schon zu Übungszwecken) erneut versuchen. Allerdings hab ich gestern etwas Neues angefangen: Das Motiv ist eine Postkarte von ca. 1910 und zeigt eine Straße in Hamburg. Aber ich fürchte, diesen Versuch werde ich niemals irgend jemanden zeigen. *gg*
Übrigens habe ich mich gestern auf der HP von Bernhard Vogel umgesehen. Tolle Bilder, aber nicht das, was ich selbst will. Er verfremdet mir zu sehr. Am WE war er auch kurz im TV ("Das Jahrhundert der Wiener Aquarellisten"). Hab mir die Sendung aufgenommen, um sie mir noch ein paar Mal anzuschauen. Ich muss wissen, was beim Aquarell möglich ist.

Und ausserdem, das Bild davor (Glambecksee) ... was issn da in dich gefahren? Diese Birkenstämme sind ja die Wucht! Auch die Komposition ist sehr straff und überzeugend... biddäh mehr von diesem *ggg*

Für dieses Bild kann ich fast nichts. Hab nur die Natur bei mir um die Ecke fotografiert. Danach ist dann das Bild entstanden. Aber ich glaube, vor allem auf der linken Bildseite stimmt der Aufbau noch nicht. Ich hatte da eine Idee, mich dann aber nicht getraut, weil ich es nicht versauen wollte: Da sollte noch der langgezogene Schatten des Malers rein. Außerdem stimmen die Schatten nicht und der Querast rechts oben ist viel zu gerade. sad Mehr davon? Morgen, freitags überhaupt, sitze ich abends immer am PC, schau meine Fotos durch und überlege, aus welchem das nächste Ölbild entstehen könnte. Bis jetzt hab ich jedes Wochenende ein oder zwei Bilder gemalt. Aber das hat natürlich den Nachteil, dass ich mir zu wenig Zeit nehme, wirklich über das jeweilige Bild nachzudenken, von den fehlenden, aber eigentlich notwendigen Vorskizzen will ich gar nicht erst reden.

PS.: Unbekannterweise liebe Grüsse an deine Frau... (wer Pinsel nach Hause schleppt, kann nur ein Schatz sein big_smile )

Sie ist seit gestern Bernhard-Vogel-Fan. Jetzt hab ich's hier noch schwerer. *gg* Ich richte es aus.

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#16 2005-03-18 01:16:42

karana
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

... für dieses Bild kannst du nichts?
Achso, hat das ein anderer gemalt? *loooooooool*
Na ernsthaft jetzt: Für mich ich dieses Bild das erste, wo dein Lockenlehrer nicht mehr über die Schulter guckt. Der hätte nämlich garantiert in die freie Fläche noch eine linde Linde gesetzt. In einem linden Lindgrün, dass er dann, damits ned ganz so arm aussieht, rechts unten noch in Büschen verbraten hätte. Oder die Ruhe links wäre bei ihm zu einem dramatisch nebelverhangene Gipfelchen geworden - damit das Gipfelchen ned allzu natürlich aussieht wären da noch ein paar Tannenwipfelchen druntergekommen... Schema F.

Tu dir mal den Spass an und kratze an deinem Lehrer: Lege dein Bild neben eine (oder mehrere) seiner Vorlagen und entscheide selbst...
Leere / Raum im Bild ist sehr spannungsfördernd, die prallen Kompositionslinien bei Ross, die im ganzen Bild gleich dicht sind, nerven mich nach zwei drei Bildern (die süßliche Farbigkeit schon früher *g*)
Ging mir schon öfter so bei seinen TV-Vorführungen: Endlich mal eine ruhige Heidelandschaft, denk ich bei mir (Ross pinselt), ... habe auch schon schlimmere Farben bei ihm gesehen (Ross mischt und pinselt)... das ist ja fast geschmackvoll heute (Ross pinselt weiter)... diese Heide ist der Ruhepol in dem Bild (Ross mischt sein brachiales Baumbraun)... wenn der Lockenkopf jetzt ned genau dahinein noch einen Baum malen würde (Ross setzt den Pinsel an) ........... neeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnn!!!! Futsch ist die Ruhe, wieder alles vollgemalt... Brav links und recht ein Bäumchen, hinten ein Hügelchen, vorne ein Wässerchen (allenfalls mal ein Wasserfällchen) - die Büschchen hätt ich fast vergessen...*ggg*

Dein Bild hingegen lebt durch den Fokus. Deine Birken sind klar der Vordergrund, gleichsam Hauptdarsteller und klarer Aspekt. Sie sind nicht fade parallel, sondern gewachsen und von schön empfundener Oberfläche. Und doch sind sie auch "Kulisse" für die Feinheit dahinter: das Bild öffnet sich und lässt mich in einen Bildraum hinein, der viel vernebelter ist, aber dennoch atmosphärisch wirkt. Diese gelben Spuren in der Bildmitte hellen auf, zeigen verhaltenens Sonnenlicht, ohne bunt zu sein. Und eigentlich bin ich ganz happy, den Schatten des Fotografen nicht im Bild zu sehen *g* Das wäre nämlich dann genau da, wo Bob Ross seinen heidezerstörenden Baum hingesetzt hätte *ggg* - verstehst du, was ich meine?
Ganz stille Blätter, die nicht viel mehr "wollen" als sie sind, haben oft stärkere Wirkung als die gekünstelten Verrücktheiten, die mehr Können als Sinnlichkeit zeigen.

*smile*
Macht Spass mit dir!

karana

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#17 2005-03-18 15:40:04

xrotbartx
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Ähm, jetzt werd ich doch noch rot. *Gibts hier keinen hot-smiley?* :hot:
Ja, du hast ja Recht, was den immer gleichen Bildaufbau und die schreienden Farben bei Ross angeht. Trotzdem, hat man zwei Bilder von ihm mitgemalt, glaubt der Anfänger, er kann malen. Er vermittelt Motivation und Sicherheit im Umgang mit Farben, Pinsel und Malmesser. Bei mir war das jedenfalls so. Andere beginnen bei "Malen nach Zahlen".
Insofern hat er auch seine guten Seiten. Und ja, man muss sich von ihm lösen, so früh wie möglich. Deshalb versuche ich ja jetzt Aquarelle zu malen. Damit kann ich vielleicht deinen Vorschlag "Stillleben" umgehen. *gg*
Übrigens wollte eine Kollegin das "Feld mit fliehendem Baum" (*gg*) kaufen. Habs ihr geschenkt. Jetzt muss (!) ich ein neues malen. *lach* Aber erstmal die Hamburger Straße fertig machen. Sitze nun schon den 3. Tag dran. Sehr schwierig für mich. Die Vorlage ist nur grau und braun.

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#18 2005-03-19 02:59:53

karana
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

Musst nicht rot werden *grins*

Ich schreib echt, wie ichs finde, und das Bild hat mich überrascht...

Jo, ich weiss schon, Ross macht Lust aufs Malen. Geht mir im Übrigen auch so... wenn ich ihm so zusehe, wie er die Farben mischt, was er mit der Spachtel treibt... na klar, das mein ich mit Sinnlichkeit.
Gottseidank sehen meine Bilder anders aus, wenn ich selber zum Malgerät greife *loool*

Grau und braun *fg* da passt ja die nächste Aquarellübung dazu! Wir haben ja bekanntlich Wochenendbeginn....

Also:
Man nehme die drei Grundfarben und mische ein neutrales Grau.

Das ist alles *g*

Doch Vorsicht! Natürlich brauchst du alle drei Farben zu gleichen Teilen (qualitativ, nicht quantitativ gleich), um ein mittiges neutrales Grau zu kriegen - doch so einfach lässt sich ein Grau nicht ermischen, dass nicht in irgendeiner Art einer Farbe zutendiert...
Braungrau (mit Blau wirds grauer), Rotgrau (mit Grün = Gelb + Blau wirds grauer)... Gelbgrau (mit Violett = Rot + Blau wirds grauer...)
Du wirst eine Weile hin und her mischen müssen...
Die ermischten Versuche kleckst du einfach nach deiner Lust und Laune "kunterbunt" auf ein Papier - gut erkennbar wirds erst, wenns trocken ist.

Um die Übung einfacher zu machen, zeichne dir den klassischen Farbkreis auf:
(Da ich nicht weiss, ob du sowas griffbereit hast, kurze Beschreibung)
Ein Dreieck, an den Ecken die Primärfarben Gelb, Rot und Blau. Ein auf den Kopf gestelltes Dreieck darüber, an den Ecken stehen Grün (zwischen Gelb und Blau), Violett (zwischen Rot und Blau) und Orange (zwischen Gelb und Rot).
Die im Farbkreis gegenüberliegenden Farben sind Komplemetärfarben, die "Gegenfarben", die miteinander grau ergeben.

Abschliessend: Warte, bis das Blatt fertig getrocknet ist und schau dir die Farben in aller Ruhe an. Und: wirf auch bei Tageslicht einen Blick darauf, das verändert dann oft die Auswahl der Farbe, die du für neutrales Grau hältst...

*schmunzel*

Stillleben?
Kleiner böser Vorschlag - ganz ohne Kitsch:
Bist du im Urlaub gern am Meer? Dann könntest du Muscheln zuhause haben (alternativ Knochen, schöne Steine, altes Holz)...
Wirf ein weiches Tuch auf den Tisch (nur nicht zu regelmässig), stelle ein oder zwei Muscheln darauf. Mach mit der Schreibtischlampe einen harten Schatten, so wie du ihn gut findest. Experimentiere ein bisschen damit, dass die Muscheln nicht allzu parallel liegen, und dass das Licht eine schöne Wirkung ergibt.

Fertig ist ein Stillleben, das nicht kitscht.

Oder:
Such den allerallerältesten Schuh, den du im Haushalt findest.
Ab auf den Tisch, Schlagschatten oder nicht... während du malst, denk an die Schritte, die dieses ehrwürdige ausgelatschte Ding hinter sich hat... oder indianisch ausgedrückt: gehe ein paar Schritte in diesem Mokassin (metaphysisch ausgedrückt).

Oder: Sonntagsfrühstück! Der Tisch biegt sich, die Teller und Tassen stehen rum.
Dekorative Kaffelöffel, Marmeladegläser, Brotkörbe und dergleichen - alles gehört dazu... Bleib sitzen und mach eine Skizze...

Ehe ich dich jetzt noch auf den Dachboden schicke *gg* hör ich auf...
Natura morte = die unbelebte Natur... Stillleben kann fast alles sein! Wenn es beim Apfel endet, wärs schade.

Das ist auch ein Stillleben *g*:
http://stadt.heim.at/wien/141011/Stellv … Puppen.jpg

Genug für diesmal,
schöne Tage!

karana

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#19 2005-03-20 11:36:52

xrotbartx
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

karana schrieb:

Grau und braun *fg* da passt ja die nächste Aquarellübung dazu! Wir haben ja bekanntlich Wochenendbeginn....

Joh, dann werd ich mich mal an deine Übung machen. Das 2. Aquarell ist zwar fertig, aber ich fürchte, du wirst ziemlich finster dreinblicken und mir anschließend wieder neue Übungen verpassen. *gg*
Und das neue Ölbild "Glambecksee im März II" wird dir hoffentlich mehr zusagen, obwohl ... die Schatten machen mich fertig. *heul*

Stillleben?

Ich war gestern einen Osterstrauch schneiden und hab dabei eine tollen abgebrochenen Baumstumpf gefunden. (http://tagebuch.aol.de/xrotbartx/UnserBauerngarten/) Ist das nicht fast so gut wie ein Stillleben? *gg* Ansonsten schau ich mal, was sich im Schuppen so anfindet.

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#20 2005-04-01 02:08:40

karana
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Re: Papier für Aquarell-Malerei

...Osterpause *g*

Kurz gesagt, Ölbild gesehen - die Birken sind trotzdem mein Favorit *g*
Neues Aquarell gesehen... wird schon aquarelliger!

Baumstumpf? immer gut *smile*

Heut bin ich kurz angebunden, weil hundemüde...

*wink*
karana

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