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#1 2006-12-02 17:54:39

Adelbert von Deyen
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Hommage an Hans Holtorf

HOMMAGE AN HANS HOLTORF

Meine erste Kunstausstellung, die ich als etwa 12jähriger Junge besuchen durfte, war eine Ausstellung mit Gemälden von Hans Holtorf. Diese stimmungsvollen, lichtintensiven und beseelten Landschaftsbilder haben mich damals tief beeindruckt und bewirkt, daß ich mich diesem Maler bis heute sehr verbunden fühle.

Hans Holtorf wird 1899 im schleswig-holsteinischen Friedrichstadt geboren. Aufgewachsen und zur Schule gegangen in Schleswig reift in ihm schon früh der Wunsch, Maler zu werden. Er studiert in Kiel und München. Zunächst jedoch zieht es ihn praktisch zur Schauspielerei. 1920 gründet er eine Theatergruppe, die als "Masken-Wagen der Holtorf-Truppe" fünf Jahre lang kreuz und quer durch Deutschland und Dänemark tingelt. Zur "Holtorf-Truppe" gehören zeitweise bis zu 30 junge Schauspieler(innen), die, zumeist unter freiem Himmel, Stücke von Shakespeare, Büchner und Wedekind in expressionistischer Manier erfolgreich aufführen. 1925 löst sich die "Holtorf-Truppe", aus der einige berühmte Schauspieler und Theaterleute hervorgehen, in Düsseldorf auf.

Persönlich bekannt mit Emil Nolde beginnt der Maler Hans Holtorf stilistisch im Expressionismus. Sein Mentor und Lehrer ist der Schleswiger Maler Niko Wöhlk, mit dem ihn eine jahrzehntelange, tiefe Freundschaft verbindet. 1935 wird Hans Holtorf seßhaft und baut sich ein Haus in Bockholmwik direkt an der Flensburger Förde. Er ändert seinen Malstil zum romantischen Impressionismus, der fortan sein Haupt- und Spätwerk bestimmt. Es entstehen zahllose, überwiegend in Öl gemalte Landschaftsbilder; als "Maler der Ostsee" wird Hans Holtorf mit der Zeit in Norddeutschland sehr bekannt.

Hans Holtorf ist auch immer wieder als Übersetzer und Schriftsteller tätig. 1955 erscheint unter dem Titel "Lobe Gott und male" sein Briefwechsel mit Niko Wöhlk. 1956 unternimmt er eine längere Studienreise durch Griechenland. Er studiert in Athen und Olympia den seiner Meinung nach bedeutendsten Bildhauer Pheidias. Es entstehen viele Skizzen vor Ort. 1959 veröffentlicht Hans Holtorf sein "Griechisches Skizzenbuch". 1980 erscheint die hochinteressante Holtorf-Autobiographie "Jugend zwischen Malerei und Theater". Im Laufe seines Lebens erhält er dreimal den Friedrich-Hebbel-Preis.

Hans Holtorf stirbt 1984. Er ist in Munkbrarup, unweit meines Wohnortes, begraben.

Adelbert von Deyen


Weitere Informationen unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Holtorf

Holtorf-Bildnis, gemalt von Theo Jensen-Husby
http://www.museen-sh.de/ml/digi_einzBil … i=91_20750

Ölgemälde-Reproduktionen, hochgeladen am 13. 12. 2006 
mit freundlicher Genehmigung des Schleswiger Druck- und Verlagshauses, Inh. Klaus Kraft.
1) Deich, 2) Fördeufer im Schnee, 3) Landschaft mit Hocken, 4) Mond und Wolken über dem Meer


Hochgeladene Bilder

Beitrag geändert von Adelbert von Deyen (2006-12-13 15:52:42)


Ich male nicht, um mich auszudrücken, sondern um zu beeindrucken.
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#2 2006-12-13 15:29:51

Adelbert von Deyen
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Re: Hommage an Hans Holtorf

ZEICHNUNGEN VON HANS HOLTORF

So grandios Hans Holtorf als Maler war, so virtuos war er als Zeichner.
Er hat im Laufe seines Lebens hunderte von Skizzen und Zeichnungen angefertigt.
Oft hat er nach diesen seine Ölgemälde ausgeführt, ganz im klassischen Sinne.
Ein paar seiner Zeichnungen möchte ich nachfolgend präsentieren.

Mein Dank gilt Herrn Kraft vom Schleswiger Druck- und Verlagshaus für die freundliche Genehmigung.

1) Dorfstraße, 2) Portraits der Schauspieler Kurt Galanski und Walter Amtrup in "Jeppe vom Berge",
3) Weiden, 4) Wochenmarkt in Viborg


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Beitrag geändert von Adelbert von Deyen (2006-12-22 19:21:53)


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#3 2006-12-15 19:44:14

Adelbert von Deyen
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Re: Hommage an Hans Holtorf

... UND EIN WINTERBILD VON HANS HOLTORF

http://www.beyars.com/partner-objekt_81 … -bei-.html

Diese norddeutsche Winterlandschaft im typischen Holtorf-Stil kann ersteigert werden!
(1966, Öl auf Hartfaser, 69 x 50 cm)

Beitrag geändert von Adelbert von Deyen (2006-12-15 20:12:27)


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#4 2006-12-18 12:31:43

Adelbert von Deyen
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Re: Hommage an Hans Holtorf

"Einem Betrachter meines Lebenswerkes, falls es ihn gibt, muß es auffallen, daß in den frühen Bildern die Figur einen so breiten Raum einnimmt, ja wohl gar überwiegt, während sie in späteren Arbeiten nur noch selten vorkommt. Ich glaube, das ist ganz natürlich. Jedes Kind kritzelt zunächst Männchen, und Jahrtausende hindurch hat der Mensch im Vordergrund aller Kunstbemühung gestanden. Erst spät tritt die Landschaft als selbständiges Objekt auf, sie ist eigentlich erst eine Kunst von gestern. Wie dem auch sei, jedenfalls war es mir in jenen Jahren viel bequemer, Porträts und Figuren zu malen als Landschaften. Bei der Figur konnte ich von festen Gegebenheiten ausgehen, bei der Landschaft erschien mir alles vage. Die Landschaftsmalerei fiel mir maßlos schwer. Hieß nicht Landschaften malen das eigene Erleben der Landschaft malen? Und wie sollte ich dieses fixieren und sichtbar werden lassen? Gewiß, dieser Satz galt auch für die Figur, aber bei ihr handelte es sich doch immer um Variationen derselben Grundformen, sie schien mir infolgedessen leichter ablesbar. Je größer aber die Schwierigkeiten, umso stärker der Anreiz, sie zu überwinden, und als ich nun anfing, mich mehr und mehr in die landschaftlichen Erscheinungen zu verbeißen, war der Weg eröffnet, der zu meinen späteren Bildern führte. Die Welt außerhalb des Menschen wurde mir im Laufe der Jahre immer lockender, immer mächtiger, immer größer, der Mensch als Gegenstand schrumpfte in ihr zusammen und verschwand ganz aus ihr. Gerade die von Menschen unberührte Natur, mit der ich als Anschauender ganz allein war, wurde mein Hauptthema."                                                                                             

(Auszug aus der Autobiographie "Hans Holtorf - Jugend zwischen Malerei und Theater", SDV 1980)

Beitrag geändert von Adelbert von Deyen (2006-12-18 12:32:55)


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#5 2006-12-18 17:15:11

prenzlmaler
Gast

Re: Hommage an Hans Holtorf

Die Skizze vom Markt ist aussagekräftig und dynamisch

und zeichnerisch ausgewogen . Ebenso gefällt mir die

Zeichnung mit dem Bauerngehöft. Auch hier sind dyna-

mische Akzente gesetzt und die Zeichnung kann somit

überzeugen.


Prenzlmaler

Beitrag geändert von prenzlmaler (2006-12-18 17:15:39)

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