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Über seine Kunstwerke: Eine Laudatio von Volly Tanner

Karl Pawek, Kunsthistoriker und Grantler, schrieb in seinem Buch „Das optische Zeitalter“: „Der Künstler erschafft die Wirklichkeit, der Fotograf sieht sie.“. Das war 1963 und Menschenhorden pflichteten ihm bei. Fotografie – das ist doch Familienalbum, Kirmesbilderchen und „Opa besoffen zu Weihnachten mit komischer Mütze auf“ Erinnerungen. 45 Jahre später sagt ein Leipziger Bildermacher, der Corwin von Kuhwede, den wir heute hier feiern wollen: „Es ist ein Unterschied, ob man etwas auf einem Bild sieht oder in einem Bild.“ Denn darum geht es – Wirklichkeit schaffen, kreativ an der Realität hämmern und schrauben, mit Witz und Ausdauer, Engagement und Respekt am eigenen Universum basteln. Corwin jedenfalls hat diesen Witz. Da blättert allerorten die Buntheit von den schwammzerfressenen Wänden – doch Corwin lässt einen wunderschönen rosanen Eingang ins Himmelreich zwischen den Beinen seiner Modelle blühen, der im Kontrast zum verschwiegenen Verfall einer Zeit den Blick wieder zurück auf die Kraft des Individuums wirft. Denn das sind die Themen des Künstlers von Kuhwede: Verfall und Schönheit – Dokumentation und Veränderung.

Wo Newton eiskalte verführerische Vamps inszenierte und dem Kunstkonsumenten den Fedehandschuh hinwarf, wo Kroll schmuddelige New Yorker Bordelle nach dem Abseitigen durchsuchte, machts von Kuhwede in Melancholie und Charme. Und nimmt sich nicht ernst dabei. Wunderbar, gleich einem Peter Pan zieht er den Dildo blank und verkürzt sein eigenes Gemächt in seinen Bildern. Schwanzvergleich ist anderswo, bei von Kuhwede gibt’s das Bandmaß gleich mit zum intellektuellen Längenvorzeigen. Daneben huldigt er seiner besten Kollegin Mary Jane, ist der aus Phillip K. Dicks Matrixuniversum entflohene Bongfreund und der faszinierte Augenmensch. Da ist viel Leben und Genuss, da werden Masken vorgehalten und abgerissen, da ist der Schelm, der Gutes dabei denkt. Vor allem sind hier und jetzt Bilder und Corwin von Kuhwede, der sich eben auch als Bildermacher versteht – und nicht als Fotograph. Und da ist auch wirklich ein Unterschied. Dieser ist fast so groß, wie der Raum zwischen sommerlicher Fußballirrsinnbespaßung und selbstbestimmtem Dasein aber von Kuhwede versucht sich auch hier im freundlichen Understandment. „Ich habs halt nicht gelernt, nicht in Ausbildung – das ist alles autodidaktisch gewesen.“ Doch muss das nicht schlecht sein, waren doch die kreativsten und bleibensten Geschichtenerzähler Autodidakten, ist im Schauspielfach doch immer wieder eine Perle aus dem Sumpf hervorgegangen – und Elvis schlussendlich – der hat auch nicht unbedingt an der Musikschule Johann Sebastian Bach studiert. Das hat also nicht viel zu sagen über die Arbeit des Künstlers. Das Sagen, das Erzählen – übernehmen dann doch viel besser und viel ausdrucksstärker die Bilder. Und die bleiben und berichten… 39 Stücke aus dem Oevre Corwins sind heute gehangen. 39 Blicke in einen berauschten Kopf voller Freundlichkeit und Respekt. 39 Mal dürfen wir den Vorhang etwas lüften, der das Universum Corwin von Kuhwede von der großen Maskerade, dem Massenfasching Heutzeit trennt. Wir sollten unsre indoktrinierten Programmierungen löschen und lächeln können. Wie Hermann Hesses Steppenwolf sollten wir das Brett von der Stirn lösen und staunen. Wir sollten lernen nicht verbissen an unseren Vorurteilen durch Leben zu hangeln, sondern mit von Kuhwedes Kamera den wunderschönen Hüllen der Menschen folgen – und Kratzen – am Lack. Und sehen lernen, das dahinter noch viel schönere Blumen blühen. Dass zerbröselter Beton etwas Wunderbares ist, weil Fleisch und Bewegung, Leben und Lust durchbrechen können und der Fremdbestimmung die Maske der Unterhaltung und der Wichtigkeit vom kunterbunten, laut grölendem Gesicht ziehen. Diese Chance gibt uns der Bildermacher, der fröhliche Don Quichote, der lebenslustige Rauscheengel – zu genießen in unsrem kleinen Zwischenspiel hier auf diesem Planeten – also zückt die Dildos Freunde und den Popo nach oben – es wird auch nur ganz kurz wehtun!

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